Trotz guter erster Hälfte: Keine Punkte für Altach gegen Salzburg

Sport / 28.10.2023 • 20:25 Uhr
Die favorisierten Salzburger fahren gegen Altach wieder einen Heimerfolg ein. <span class="copyright">APA</span>
Die favorisierten Salzburger fahren gegen Altach wieder einen Heimerfolg ein. APA

Der SCR Altach verliert bei Serienmeister Salzburg klar mit 0:3. Starke 44 Minuten reichen den Rheindörflern nicht für Punkte bei den Bullen, die in der 2. Hälfte ihre Stärke zeigen.

Wals-Siezenheim Marsch-Musik-Klänge, Klatschpappen-Geklatsche, munteres Fahnen-Geschwenke vor der spärlich besetzten Nordkurve beim Einlaufen – und eine Mannschaft, die sich die dritte Bundesliga-Heimniederlage in Folge (das gab es seit der Saison 2005/06 nicht mehr) nicht erlauben wollte. Der SCR Altach war zu Gast bei Red Bull Salzburg. An und für sich eine undankbare Aufgabe, zumal Salzburg bei der 1:2-Niederlage am Dienstag in der Champions League Inter Mailand Paroli bot.

Allerdings zeigten sich zuletzt ja auch schon Aufsteiger Blau-Weiß Linz (1:0) und der LASK (0:1) in Wals-Siezenheim erfolgreich. Da darf man schon einmal hoffen. 10.177 Zuschauer fanden offiziell ihren Weg in die Red-Bull-Arena – der ein oder andere Dauerkarteninhaber, der den Weg ins Stadion nicht antrat, dürfte bei dieser Zählung wohl mitgemeint gewesen sein.

Auf nur auf einer Position verändert startete Altach in die Partie – und zwar mit einem neuen Mann zwischen den Pfosten. Torhüter Dejan Stojanovic fiel kurzfristig aus, holte sich im Abschlusstraining eine Handprellung. Mit ihm fehlte den Altachern der Bundesliga-Torhüter, der in dieser Saison die meisten Tore in der Bundesliga (3,7 laut Expected-Goals-Wert) verhinderte. Vertreten wurde Stojanovic von Tobias Schützenauer, der 26-Jährige kam so zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz für die Rheindörfler.

Starke erste 44 Minuten

Altach startete hellwach in die Partie. Noch in der ersten Spielminute landete eine Hereingabe von Leonardo Lukacevic auf der Latte, in der nächsten Spielsituation eroberte Altach sich den nächsten Ball, nach Lukacevic-Vorlage spitzelte Adthe Nuhiu vorbei – es hätte die frühe Führung der Gäste sein können (1.). Zudem zirkelte Lukas Fadinger den Ball rechts am Tor vorbei (2.).

Es war ein munterer Beginn der Elf von Joachim Standfest, die in weiterer Folge den Salzburgern erwartungsgemäß das Spielen überließ. So wirklich gefährlich wurden die “Bullen” aber nicht, auch weil die Abwehr sicher stand und im Mittelfeld gute Bälle gewonnen wurden. Nur zwei Mal wurde es richtig brenzlig: Einmal kam Schützenauer gut heraus, ein anderes Mal nahm sich Oscar Gloukh einen feinen Bidstrup-Pass zwar gut mit, jagte diesen dann aber deutlich neben das Tor (29.).

Kurz vor dem Pausenpfiff folgte dann doch noch der Nackenschlag: Erst hatte Gloukh im Halbfeld zu viel Zeit, die Flanke in den Rücken der Abwehr setzte Amar Dedic per Kopf stark zum 1:0 ins Tor. Lukacevic hatte den Torschützen zuvor aus den Augen verloren. In der Kabine hätte er gar nicht so recht gewusst, was er zu seinen Spielern sagen solle, so Standfest. “Ich habe nur in traurige Augen geschaut, es war absolut unverdient. Ich habe gesagt, es ist mir wurscht, ob es jetzt 1:0 oder 0:0 steht – ich war einfach stolz, wie sie aufgetreten sind, das war in den ersten 45 Minuten eine Top-Leistung.”

Schützenauer hatte das Nachsehen: Beim 1:0 durch Amar Dedic hatte Altachs Ersatzkeeper keine Abwehrchance. <span class="copyright">GEPA</span>
Schützenauer hatte das Nachsehen: Beim 1:0 durch Amar Dedic hatte Altachs Ersatzkeeper keine Abwehrchance. GEPA

Jähes Ende der Punkteträume

Die erste Hälfte endete mit einem Nackenschlag, die zweite begann mit einem. Gugganig wehrte eine Hereingabe von Salzburg-Altmeister Andi Ulmer zu kurz ab, vom Sechzehner platzierte Maurits Kjaergaard den Ball zum 2:0 im langen Eck (46.). Altachs Hoffnung war damit gebrochen.

Ein Fallrückzieher von Innenverteidiger Strahinja Pavlovic ging zwar in Minute 53 über das Tor, spätestens als Karim Konate Schützenauer zum 3:0 umkurvte (59.) war die Partie aber für die Rheindörfler erledigt.

Konate macht Tor Nummer drei, die Partie ist damit gelaufen. <span class="copyright">APA</span>
Konate macht Tor Nummer drei, die Partie ist damit gelaufen. APA

Konate hätte in weiterer Folge noch an seiner persönlichen Trefferbilanz arbeiten können, schoss in der 66. Minute aber drüber, scheiterte in der 69. Minute an einer Grätsche von Strauss. In der 81. Minute landete der Ball noch einmal im Tor, beim vermeintlichen Treffer des eingewechselten Ratkov lag aber eine knappe Abseitsstellung vor.

Altachs Coach Joachim Standfest schöpfte bis zur 77. Minute zwar sein gesamtes Wechselkontingent aus, so wirklich gefährlich wurden die Altacher aber nicht mehr. Die besten Chance waren Kopfbälle von Gugganig nach Freistößen – ein soclher landete direkt in den Armen von ÖFB-Teamtorhüter Alexander Schlager, ein anderer segelte klar am Tor vorbei.

Altach verliert damit auch das 18. der letzten 22 Auswärtsspiele in der Red Bull Arena. Standfest war dennoch nicht unzufrieden, sah einen extrem unglücklichen Spielverlauf. “Wir waren mutig in der ersten Halbzeit, waren mindestens ebenbürtig.” Fabian Beer aus Salzburg

Admiral Bundesliga, 12. Runde

FC Red Bull Salzburg – Cashpoint SCR Altach 3:0 (1:0)

Wals-Siezenheim, Red Bull Arena, 10.177 Zuschauer, SR Harald Lechner

Torfolge: 44. 1:0 Amar Dedic, 46. 2:0 Maurits Kjaergaard, 59. 3:0 Karim Konate

Gelbe Karten: 34. Jäger, 50. Strauss (beide Altach/beide Foulspiel), 90./+3 Bidstrup (Salzburg/Foulspiel)

FC Red Bull Salzburg (4-4-2 Raute): Schlager – Dedic (62. Capaldo, Baidoo, Pavlovic, Ulmer (71. Guindo) – Sucic, Bidstrup, Gloukh, Kjaergaard (72. Forson) – Simic (62. Raktov), Konate

Cashpoint SCR Altach (3-4-3): Schützenauer – Strauss, Gugganig, Koller – Gebauer (71. Edokpolor), Jäger, Bähre (62. Prietl), Lukacevic (71. Ingolitsch) – Jurcec (62. Reiter), Nuhiu, Fadinger (77. Abdijanovic)