Eine neue Zeitrechnung

Der Kenianer Mark Kiptoo (47) verpasst zwar den neuen M45-Weltrekord, siegt jedoch mit neuem Streckenrekord.
Bregenz So international war der Sparkasse 3-Länder-Marathon noch nie. Teilnehmer aus über 50 Nationen waren heuer am Start. Das schlug sich auch in den Ergebnislisten nieder. Einzig der Viertelmarathon in Vorarlberger Hand, aber auch da nur bei den Männern. Über die Marathon-Distanz dominierten erwartungsgemäß die Läuferinnen und Läufer aus Äthiopien bzw. Kenia. Der Halbmarathon ging bei den Frauen an die Schweiz, bei den Herren an Großbritannien. Patrick Spettel war bei den Landesmeisterschaften im Marathon konkurrenzlos. Er holte sich den zweiten Titel nach 2022 in 2:34:54 Stunden. Bei den Frauen blieb – bei nur drei Teilnehmerinnen – Angela Schmid (3:25:13) erfolgreich.
Klare Angelegenheit
Bei den Männern führte der Weg wie erwartet über M45-Weltrekordhalter Mark Kiptoo. Dass der 47-jährige Kenianer die Verbesserung seiner eigenen Bestmarke um vier Sekunden verfehlte, trübte die Stimmung des neuen Streckenrekordhalters (2:09:15) nicht. „Eine tolle Organisation, viele Fans, alles gut.“ Auch Siegerin Yisma Kebebush (24) aus Äthiopien durfte ob ihrer neuen persönlichen Bestmarke (2:31:04) zufrieden lächeln.
Ein (zu) warmer Herbsttag
Der Start in Lindau erfolgte zwar bei Kaiserwetter, einigen Läufern bekamen die Temperaturen, die sich schon zur Startzeit um die 20 Grad und leicht darüber bewegten, allerdings nicht so gut. Noah Künz aus Feldkirch analysierte sein Ergebnis im Viertelmarathon (36:42 Minuten) nach dem Zieldurchlauf jedenfalls kritisch. „Ich bin den Lauf zu schnell angegangen“, sagte er und kündigte im gleichen Atemzug an, es nächstes Jahr besser zu machen. Marathon und Halbmarathon sind für ihn aktuell kein Thema. Künz will wieder im Viertelmarathon an den Start gehen. Gut gefühlt hat sich hingegen der Sieger, Stefan Hubert. Er beendete den Lauf in 34:42 Minuten. „Es war superschön“, schwärmte er von der insgesamt tollen Stimmung, die „einen zusätzlich pusht“. Ein wenig Gewöhnungsbedarf ortet er in Sachen Carbon-Laufschuhen, die er erstmals verwendete.
Ebenso wie über seinen ersten, freute sich Hubert über den zweiten Platz seiner Frau, Sabine Reiner über die gleiche Distanz (40:28): „Ich bin stolz auf sie, weil ich weiß, was sie arbeitsmäßig mit den Kindern zu tun hat. Dann noch so eine Leistung zu bringen, ist nicht selbstverständlich.“ Dritte hinter Reiner wurde die junge Anna-Sophie Meusburger, die eine Zeit von 40:44 Minuten hinlegte. Als schnellste Frau lief die Schweizerin Fabienne Vonlanthen in 40 Minuten im Bodenseestadion ein. Es war nicht ihr erster Start in Bregenz, aber: „Heute hat alles gepasst.“ Vonlanthen mag es warm, deshalb seien die Temperaturen optimal für sie gewesen. „Ich kann mich nicht beklagen.“ 2024 will sie wieder kommen, mit ihren Kindern. „Sie lieben diesen Event.“
Im Halbmarathon lief Jack Wood allen davon (1:09:12). Dennoch wirkte er im Ziel ein wenig frustriert. Kein Wunder, wurde er in der Endphase doch falsch geleitet und musste seinen Lauf kurz stoppen, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Deshalb war die von ihm angepeilte Endzeit im Bereich von 1:07 weg. „Ich weiß nicht, wie das passiert ist“, sagte der in St. Gallen lebende Brite. Der Hohenemser Marcel Rüdisser hielt die Vorarlberger Fahnen hoch (2:11:57). Bei den Damen triumphierten ebenfalls die Eidgenossen. Andreina Schwarz durfte sich nach 1:22:08 Stunden als Siegerin feiern lassen.
Vorjahressieg wiederholt
Im Rahmen des 16. Sparkasse 3-Länder-Marathons standen auch die Marathon-Landesmeisterschaften auf dem Programm. Vorjahressieger Patrick Spettel lief einem ungefährdeten Sieg entgegen (2:38:38). Mit dieser Zeit landete er hinter den Kenianern sogar auf dem vierten Platz. Sein Resümee: „Für mich war es etwas zu warm, ansonsten lief es wirklich gut.“ Dass er sich mit einem Mitläufer abwechseln konnte, sei auch ein Vorteil gewesen.
„Ich bin wirklich zufrieden, denn ich habe den Lauf so richtig genossen.“



sparkasse 3-länder-marathon
Vorarlberger Landesmeisterschaft
Allgemeine Klasse
Männer
1. Patrick Spettel (ZSV Laufteam Wolfurt) 2:38:38 Stunden
2. Hannes Pongruber (hellblau.Powerteam) 2:45:34
3. Gabriel Netzer (Trigantium Bregenz) 3:06:36
4. Siegfried Hartmann (LSV Feldkirch) 3:09:57
5. Jürgen Moosmann (Im Wald läuft‘s) 3:17:38
6. Klaus Köb (Im Wald läuft‘s) 3:17:38
7. Alexander Krauser (hellblau.Powerteam) 3:18:47
8. René Stocker (TRT Vorarlberg) 3:21:57
9. Josef Eberhöfer (LSG Vorarlberg) 3:23:12
10. Daniel Raum (LSG Vorarlberg) 3:37:32
11. Guntram Meusburger (Im Wald läuft‘s) 3:45:31
12. Norbert Golcman (Im Wald läuft‘s) 4:26:29
13. Andreas Valersi (TRT Vorarlberg) 4:28:39
Frauen
1. Angela Schmid (hellblau.Powerteam) 3:25:13
2. Karin Metzler (Im Wald läuft‘s) 3:47:38
3. Claudia Riedesser (TS Lauterach/Jolsport) 5:11:23
Mannschaft
1. Im Wald läuft‘s (Moosmann, Köb, Meusburger) 10:20:47