ÖOC-Präsident Karl Stoss erfolgreich wiedergewählt

Sport / 22.09.2023 • 14:47 Uhr
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APA/HELMUT FOHRINGER

ÖOC-Präsident Karl Stoss ist bei der Vorstandswahl des Österreichischen Olympischen Komitees am Freitag wiedergewählt worden.

Wien Das wurde bei der Hauptversammlung im Wiener Courtyard Marriott entschieden. Stoss erhielt mit 75 Prozent Zustimmung die benötigte Zweidrittelmehrheit und wird zumindest zwei weitere Jahre bis 2025 im höchsten ÖOC-Amt bleiben. Zugleich bekam er den Rücken gestärkt, sieht sich das “alte” ÖOC-Präsidium doch mit einer Strafanzeige konfrontiert.

Die Namensliste für die prestigeträchtigen Posten lag erst nach heftigen Kontroversen vor. Auch das Ergebnis eines Schlichtungsverfahrens zeigte am Donnerstag, wie zerfahren die Situation ist.

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Die Wahl ist jedenfalls überfällig, wegen der Verschiebung der Tokio-Spiele wurde sie von 2021 auf 2023 verlegt. Nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Entwicklungen inklusive schwerer Vorwürfe gegen Generalsekretär Peter Mennel und die ÖOC-Spitze war es fraglich, ob die Wahl überhaupt wie geplant abgehalten wird. Am Donnerstagabend teilte das ÖOC mit, dass ein Schlichtungsverfahren in der Causa über die Abberufung eines früheren Wahlausschusses gescheitert sei, weil ein Mitglied der dreiköpfigen Schlichtungseinrichtung sein Mandat zurückgelegt habe. “Damit kann die Schlichtungseinrichtung keine Empfehlung aussprechen”, hieß es.

Die verbleibenden zwei Mitglieder vertraten allerdings eine andere Rechtsansicht. Demnach konnte aufgrund einer gegebenen Mehrheit trotzdem ein Schiedsspruch gesetzt und damit eine Empfehlung ausgesprochen werden. Laut APA-Informationen zog Hans Spohn, Präsident des Österreichischen Eisschnelllaufverbandes, sein Mandat zurück. Hans Niessl, der dem vereinsinternen Schiedsgericht vorsteht, und Jurist Werner Suppan, Vizepräsident der Sportunion Wien und Anwalt von Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz, empfahlen, dass die Statuten überarbeitet werden sollten, damit in Zukunft Klarheit herrsche. Die Absetzung des früheren Wahlausschusses sei zudem nicht statutenkonform gewesen.

Bei der Hauptversammlung sind 40 Sportverbände, Stoss als IOC-Mitglied und zwei Athletenvertreterinnen stimmberechtigt. Ebenso über jeweils ein Votum verfügen die Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und Sportunion sowie Sport Austria. Letztere hatten sich im seit Monaten andauernden Konflikt immer wieder kritisch gegenüber der ÖOC-Führung zu Wort gemeldet. Sie sind bisher als kooptierte Mitglieder ohne Stimmrecht auch im Vorstand vertreten. Ob und wer künftig kooptiert wird, entscheidet der neue Vorstand. APA