Fluorwachs-Verbot sorgt für Aufregung

Disqualifikations- und Sabotage-Angst geht in der Skisportszene um.
Innsbruck Skiverbands-Präsidentin Roswitha Stadlober warnt vor dem FIS-Verbot fluorhaltiger Wachse im Skisport und befürchtet die Gefährdung der Sportintegrität. „Ich befürchte, dass es aufgrund von Messfehlern zu Disqualifikationen kommen wird. Es gibt die Gefahr, dass Unschuldige zu Schuldigen werden“, warnt Stadlober.
Michael Gufler, Bereichsleiter Technologie im ÖSV, kritisiert das Einheitsgerät zur Messung von Fluor-Rückständen im Wachs, das unerklärlicherweise rote Lichtsignale zeigt. Gufler sagt: „Unsere Messungen haben ergeben, dass nicht-fluorierte Ski beim Messsystem zufällig anschlagen können.“
Die Verbände haben versucht, die Ursachen für die Probleme zu klären, aber die Antworten der FIS waren unzureichend. Gufler fordert klare Regelungen und Verfahren für verschiedene Disziplinen und bemängelt die mangelnde Transparenz der FIS.
Verbot grundsätzlich begrüßt
Das Verbot von Fluorwachsen in allen Disziplinen der FIS und IBU wird grundsätzlich begrüßt, aber es gibt Bedenken hinsichtlich möglicher Kontaminationen und geringer Verunreinigungen bei alten Rennski.
Gufler prognostiziert eine Zäsur im Schneesport, da alte Produkte nicht mehr verwendet werden können und größere Zeitunterschiede in den ersten Saisonrennen wahrscheinlich sind. „Weil Fluorwachse den schlechten Ski oder eine schlechte Struktur besser ausgleichen konnten. Und finanzkräftige Nationen wohl gerade zu Beginn einen Vorsprung gegenüber kleineren Nationen haben werden.“
Das Verbot auf allen FIS-Leveln wird als schwer zu kontrollieren angesehen und erfordert dringend eine Lösung. „Da gibt es dann eine Regel, die aus logistischen Gründen de facto nicht kontrolliert werden kann. Nicht nachweisbaren Umgehungsversuchen sind so Tür und Tor geöffnet“, betont Gufler abschließend.