So etabliert sich SW Bregenz als Spitzenmannschaft in Liga 2

Kaltschnäuzig, abgeklärt und sehr effektiv. SW Bregenz untermauert mit verdientem 2:0-Erfolg bei SK Sturm Graz II seine Anwartschaft auf einen Platz an der Tabellenspitze.
Gleisdorf Erst vor einer Woche feierte Andreas Heraf seinen 56. Geburtstag – und der SW-Chefcoach mag es vielleicht gar nicht hören. Doch nach dem fünften Saisonerfolg hat sich SW Bregenz als Spitzenteam der Admiral 2. Liga etabliert. Es war ein sehr selbstbewusster Auftritt der Elf aus dem Ländle, die in Gleisdorf die jungen Sturm-Spieler zwar oft gewähren ließ, doch in den entscheidenden Momenten die Akzente setzte.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Heraf hatte seine Mannschaft gegenüber dem letzten Spiel auf zwei Positionen, Adriel für Dodig und Gabryel für Wanner – verändert. Doch am Spielstil änderte sich wenig. Bregenz wirkte konzentriert, sehr abgeklärt im Auftreten und war jederzeit Herr der Lage. Zwar waren die jungen Grazer bemüht, doch wirklich Gefahr für Torhüter-Routinier Franco Flückinger (32) gab es nicht. Vielmehr wirkten die Schwarz-Weißen bei ihren Vorstößen gefährlich. So nach 16 Minuten als ein weiter Einwurf die erste Chance einleitete. Doch der Kopfball nach der daraus entstandenen Ecke fiel zu schwach aus.


Admiral 2. Liga
7. Spieltag
SK Sturm Graz II – SW Bregenz 0:2 (0:1)
Gleisdorf, Solarstadion, 408 Zuschauer, SR Oliver Fluch (NÖ)
Tor: 27. 0:1 Brückler
Gelbe Karten: keine
SW Bregenz (4-1-4-1) Flückiger – Martinovic, Barada, Lins Almeida (86. Kralj), Prirsch – Adriel (74. Dodig) – Gabryel, Satin (86. Martin), Makovec, Parger (65. Wanner) – Brückler (74. Mihajlovic)

Nach 27 Minuten dann der Führungstreffer durch Lukas Brückler. Der 23-Jährige umkurvte nach einem herrlichen Pass in die Tiefe Sturm-Torhüter Bignetti und erzielte das 1:0 für Bregenz. Dem vorausgegangen war ein gewonnener Zweikampf im Mittelfeld und ein schnelles Umschaltspiel.
Viel Kontrolle, wenig Gefahr
Halbzeit zwei war eine Demonstration der neuen Stärke der Schwarz-Weißen. In der Defensive wurde wenig zugelassen, in der Offensive blieb man effektiv. So nützte Murat Satin in der 55. Minute eine Unsicherheit in der Sturm-Abwehr. Der 27-jährige Mittelfeldspieler setzte sich im Strafraum gegen seinen Gegenspieler durch und bugsierte das Leder zum Endstand ins Netz. In der Schlussphase musste der Satin dann verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Vom Trainer, der erneut die Partie von der Tribüne aus beobachten musste, gab es danach ein Extralob. “Die Jungs arbeiten enorm gut. Der Gegner war unangenehm, aber sie habe es extrem cool gespielt.” Zudem wollte Heraf auf ein Lob all jenen Spielern aussprechen, die derzeit nicht zum Zug kommen. “Ich habe die Qual der Wahl, eigentlich ein Luxusproblem. Die größte Challenge für mich ist es, den Spielern zu sagen, dass sie auf der Bank sitzen oder auf der Tribüne. Sie arbeiten alle extrem hart.”

Beim ersten “Heimspiel” kommenden Samstag (20 Uhr) im Reichshofstadion gegen seinen Exklub SV Ried, darf Heraf wieder auf der Bank Platz nehmen. “Vielleicht sitze ich die ersten 15 Minuten auf die Tribüne”, meinte er, nachdem er die “neue Sicht der Dinge” durchaus genossen hat.