Deshalb fehlen trotz Altacher Punktgewinn die großen Glücksgefühle

Kein Sieger, wenig spielerische Klasse und am Ende je einen Punkt für Altach und BW Linz. Die Rheindörfler konnten beim 1:1 nicht an die Leistungen der letzten Spiele anschließen und verpassten trotz einer 1:0-Führung einen Dreier.
Linz Altachs Cheftrainer Joachim Standfest setzte bei der SCRA-Premiere im neuen BW-Stadion auf bewährte Kräfte. Auch Constantin Reiner kehrte nach seiner Verletzungspause in die Dreierabwehr zurück. Allein der Schwung aus den letzten Spielen war gegen den Liganeuling verloren gegangen. Altach tat sich schwer, fand keine Bindung und musste am Ende mit dem 1:1-Remis zufrieden sein. Für Altach war es der fünfte Auswärtspunkt in der laufenden Saison.
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Altach brauchte Zeit, um ins Spiel zu finden. Denn die Blau-Weißen begannen aggressiv und mit überfallsartigen Angriffen. Und die Linzer nutzten die Sonne, die bei ihren Angriffen tief in die Augen der SCRA-Spieler strahlte. Doch es war nicht die tief stehende Sonne, sondern vielmehr die Laschheit in den Zweikämpfen, die immer wieder für brenzlige Situationen sorgte. Allein in den ersten sieben Minuten gab es drei Eckbälle für den Liga-Neuling, dessen schwungvolles Angriffsspiel Altach in der Anfangsphase Probleme bereitete.
7. Spieltag
FC BW Linz – Cashpoint SCR Altach 1:1 (1:1)
Linz Hofmann Personal Stadion, 4800 Zuschauer, SR Josef Spurny (W)
Torfolge: 13. 0:1 Nuhiu (Kopfball), 26. 1:1 Pirkl
Gelbe Karten: 72. Jäger, 90./+ 2 Bähre (beide Altach/jeweils Foulspiel)
FC Blau-Weiss Linz (3-4-3) Schmid – Haudum, Maranda, Fabio Strauss – Gölles (79. Schantl), Krainz, Koch, Pirkl (89. Mitrovic) – Mensah (63. Feiertag), Ronivaldo, Noß (63. Dobras)
Cashpoint SCR Altach (3-5-2) Stojanovic – Reiner (81. Ingolitsch), Lukas Gugganig, Koller – Gebauer (81. Jan Jurcec), Jäger, Bähre, Fadinger (72. Abdijanovic), Lukacevic (61. Edokpolor) – Gustavo (61. Bischof), Nuhiu

Es fehlte an Bewegung, im Mittelfeld wurden den Gegenspielern zuviel Raum gelassen und auch die Automatismen schienen über die Länderspielpause verloren gegangen zu sein. So wunderte es nicht, dass sich Standfest und Cotrainer Roman Wallner nochmals kurz wegen Veränderungen unterhielten. Doch dann half ausgerechnet ein Ex-Altacher. Stefan Haudum passierte ein Annahmefehler und aus dem daraus resultierenden Einwurf vermochte Altach gefährlich in den Strafraum zu kommen. Und das sogar erfolgreich, denn Atdhe Nuhiu war nach einer Santos-Flanke mit dem Kopf zur Stelle (13.). Doch der 34-Jährige musste geschlagene 3:30 Minuten waren, ehe sein 37. Bundesligatreffer auch Anerkennung fand. Denn der VAR hob das vom SR-Assistenten angezeigte Abseits auf – Altach führte 1:0.
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Doch selbst das Tor änderte nichts an der Charakteristik des Spiels. Linz blieb die aggressivere Mannschaft, die Spieler wirkten beweglicher – und die Blau-Weißen machten weiter Druck. Nur Dejan Stojanovic verhinderte einen raschen Ausgleichstreffer, als der SCRA-Goalie mit einer sensationellen Fußabwehr gegen Ronivaldo (22.) rettete. Vier Minuten später war aber auch er machtlos, als Simon Pirkl sich das Leder, von Christian Gebauer nicht gestört, mit der Brust annehmen konnte und ins kurze Eck einschoss. Der Ex-Lustenauer Marco Krainz hatte den Treffer mit seiner herrlichen Spielverlagerung vorbereitet.
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Am Ende einer sehr durchwachsenen Halbzeit musste Altach noch eine Nachspielzeit von acht Minuten überstehen, um das glückliche 1:1 in die Kabine zu retten. Da dürfte Standfest, der mit Fortdauer der ersten 45 Minuten am Spielfeldrand immer unzufriedener wirkte, einiges gesagt haben.
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Nur nach Wiederanpfiff stark
Altach jedenfalls zeigte mit Anpfiff zu Halbzeit zwei ein anderes Gesicht. Die Mannschaft stand höher, machten die Räume enger – und hatte nach 55 Sekunden durch Gustavo Santos eine gute Chance. Nach einer Flanke von Gebauer war der Brasilianer per Kopf zur Stelle. BWL-Goalie Nicolas Schmid war zwar zur Stelle, doch Lukas Jäger setzte den Abpraller an den Außenpfosten (46.). Doch der Anfangsschwung wurde nach einer Stunde weniger. Altach verlor mehr und mehr die Kontrolle an die Linzer. Und so rückte Stojanovic wieder vermehrt in den Mittelpunkt. Mit einer Fußabwehr nach einem Lochpass hielt er das Unentschieden (64.). Wenig später war es der eingewechselte Kristijan Dobras, der den Führungstreffer auf dem Fuß hatte. Der Ex-Altacher aber verzog alleinstehend an der Strafraumgrenze (71.). Und so blieb es spannend, weniger aufgrund spielerischen Glanzes als vielmehr aufgrund des Ergebnisses. Doch keiner Mannschaft gelang es in der verbleibenden Spielzeit noch Chancen zu kreieren. Die logische Konsequenz war ein leistungsgerechtes 1:1.