So löst das Trockentraining am Skisimulator den Hunger nach Schnee aus

Vorarlbergs Skipräsident Walter Hlebayna über die großen Vorteile im Trainingsalltag. Das unterstreichen auch Alpinfahrerin Victoria Olivier und Skicrosser Mathias Graf. Schon bald soll neben dem Skisimulator in Dornbirn ein zweiter am Arlberg stehen.
Dornbirn Der Tag der Verletzung jährt sich schon bald (5. Oktober), doch gut elf Monate nach ihrem Kreuzbandriss im linken Knie ist das Strahlen in den Augen und die Vorfreude auf den Schnee bei Victoria Olivier längst zurück. Von Woche zu Woche, von Tag zu Tag, denke sie, erklärt die 19-Jährige, als sie die Skischuhe auszieht. Zuvor war sie, vom Training aus dem Kraftraum kommend, auf den Skisimulator gestiegen.
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„Die Kombination von Olympiazentrum und direkt auf dem Gelände noch der Skisimulator ist ideal für das Training unserer Läuferinnen und Läufer“, bringt es VSV-Präsident Walter Hlebayna auf den Punkt. Das visuelle und skispezifische Training auf dem Simulator beinhaltet sowohl die technische Seite als auch die Möglichkeit von spezifisch physiologischen Einheiten sowie die wichtige Rückführung nach Krankheiten und Verletzungen. Damit nicht genug: Mittels einer Videoanlage wurde eine zusätzliche Option geschaffen. „Die Athleten können sich von hinten oder von der Seite sehen und so quasi in Echtzeit mit den Trainern Fehler beheben.“ Das, so Hlebayna, sei weltweit einzigartig.

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Und so greifen die VSV-Trainer Martin Lackner und Harald De Man auch korrigierend ein, als Skicrosser Mathias Graf diese Alternative erstmals nützt. „Eine richtig coole Sache“, ist der 27-Jährige gleich Feuer und Flamme. Nach einem „richtig guten Sommer, mit viel Konditionstraining und ersten Schneetagen in Zermatt“ fühlt er sich nach eigenen Worten „bestens auf dem Weg“. Heute wartet auf den Dornbirner im Olympiazentrum ein Konditionstest, ehe es am Samstag erneut auf den Gletscher (Saas Fee) geht. „Für mich war wichtig, eine Vorbereitung ohne Verletzung zu haben“, sagt Graf. Deshalb verspüre er, auch dank der Einheiten („Es waren fünf oder sechs, aber richtig knackig“) auf dem Skisimulator, nunmehr den „Hunger auf Schnee“. Was den Weltcup-Auftakt betrifft, so starten die Skicrosser Anfang Dezember im französischen Val Thorens in die Saison. Sein Ziel? „Ich verspüre null Druck, freue mich einfach auf den Winter.“

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Europacup-Auftakt ist ein Ziel
Die Vorfreude teilt Graf mit der Auerin Victoria Olivier. Und Druck macht sie sich auf dem Weg zurück ebenfalls keinen. „Ich werde es mit Ruhe angehen und mir keinen Stress machen.“ Fix ist, dass sie das Augenmerk in diesem Winter vor allem auf die technischen Disziplinen legen wird. Und da würde bei einem optimalen Vorbereitungsverlauf Anfang Dezember der Europacup in Mayrhofen warten. Und das Programm für die nächsten Wochen? „Vorerst wartet noch eine Kondiwoche, dann heißt es back to ‚ski‘“, erzählt sie. Die ersten Schneetage hat sie bereits hinter sich. Und hat, wie sie sagt, auch dank dem Training auf dem Skisimulator keine Probleme gehabt – denn: „Ich war richtig gut vorbereitet.“
Schon bald, so Hlebayna, wird ein zweiter Skisimulator am Arlberg aufgestellt. „Um noch effizienter mit dem Nachwuchs in den Regionen arbeiten zu können.“
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Ein Zweiter zum Schnäppchenpreis
Hlebayna ist es gelungen, kostengünstig, weil gebraucht, zwei Skisimulatoren für Vorarlberg zu beschaffen. Auch dank großzügiger Unterstützung des Landes, dem Österreichischen Olympischen Comite (ÖOC), dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) und unter Mithilfe des Olympiazentrums (OZ) in Dornbirn, wie er betont. Peter Mennel, der ÖOC-Generalsekretär, betont diesbezüglich die Unterstützung verschiedener Projekte in den Olympiazentren und den gemeinsamen Nutzen der daraus erzielten Analysen. So ist man auch in Vorbereitung einer gesamt-österreichischen Datenbank. Was das Training am Skisimulator betrifft, so betont der 68-Jährige den Nutzen, „Wieder- und Erstverletzungen so gut wie möglich” verhindern zu können.