Das ist eine neue Chance für Vorarlbergs Spitzenfussball

Sport / 31.08.2023 • 22:30 Uhr
Besiegelten den Schulterschluss, von links: Michael Zangerl (Sportreferat), Predrag Zivanovic (SWB), Horst Lumper (VFV), Sport-Landesrätin Martina Rüscher, Bernd Bösch (Austria), Hubert Domig (FCD) und Werner Gunz (Altach). <span class="marker">Serra</span>
Besiegelten den Schulterschluss, von links: Michael Zangerl (Sportreferat), Predrag Zivanovic (SWB), Horst Lumper (VFV), Sport-Landesrätin Martina Rüscher, Bernd Bösch (Austria), Hubert Domig (FCD) und Werner Gunz (Altach). Serra

Schulterschluss der vier Profiklubs sowie eine erhöhte Landesförderung stärken die Fußball-Akademie in der Mehrerau.

Bregenz 20.000 Fußballer, darunter ein Drittel im Kindesalter und wiederum sieben Prozent davon Mädchen sind in 69 Fußballklubs in Vorarlberg organisiert. Das sind die nackten Zahlen, doch an der Spitze wird die Luft dünner, ist das Konkurrenzdenken größer. Vier Profiklubs buhlen bei den Männern um Talente und dazwischen befindet sich die Akademie in der Mehrerau, die unter dem Leiter Didi Berchtold mit sportlichen Ergebnissen und mit der Ausbildung von Spielern wie Christopher Olivier, Yanik Spalt (beide Stuttgart), Filip Milojevic (Leverkusen), Mauro Hämmerle (Augsburg) oder auch die Altacher Paul Piffer sowie Noah Bischof doch für Anerkennung aus dem In- und Ausland gesorgt hat.

Sport-Landesrätin Martina Rüscher setzt ihre Unterschrift unter die Vereinbarung. <span class="copyright">Serra</span>
Sport-Landesrätin Martina Rüscher setzt ihre Unterschrift unter die Vereinbarung. Serra

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Budget von rund 900.000 Euro

Um den Standard zu halten und um auch die Kriterien für eine von 13 vom ÖFB lizenzierten Akademien zu bleiben, war man seitens des Vorarlberger Fußballverbandes VFV finanziell ans Limit geraten. Darauf hatte Präsident Horst Lumper in der Vergangenheit immer wieder hingewiesen und bei Sport-Landesrätin Martina Rüscher vorgesprochen. Unter der Leitung des Sportreferats des Landes konnte nun eine Vereinbarung mit allen vier Profiklubs unterschrieben werden. Diese sichert dem Verband die finanzielle Basis und den Klubs die Möglichkeit, ohne finanzielle Abgeltung an den Verband Spieler unter Vertrag zu nehmen. „Unser Ziel ist es, einem jungen Fußballer den Weg in Vorarlberg zu ebnen. Von der U11 in den LAZ-Ausbildungsstätten über die Akademie hin in eine der beiden Bundesligen. Das haben wir in den Gesprächen mit den Verantwortlichen hervorgehoben. Letztendlich aber obliegt es immer den Vereinen selbst, sich für einen Spieler zu interessieren und diesen davon zu überzeugen, dass die Chancen, den Sprung in den Profikader zu schaffen, in Vorarlberg größer ist.“ Das Übereinkommen garantiert nun eine weitaus geringere Transferhürde.

Großes Interesse herrschte rund um die Präsentation. <span class="copyright">Steurer</span>
Großes Interesse herrschte rund um die Präsentation. Steurer

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Die Fußballakademie wurde gestärkt und kann verstärkt werden. <span class="copyright">Serra</span>
Die Fußballakademie wurde gestärkt und kann verstärkt werden. Serra

Seitens des Landes gibt es dazu einen zusätzlichen Anreiz in Form eines „Vorarlberger Topfes“, aus dem drei Euro pro Spielminute für einen Vorarlberger in der Bundesliga fließen. Zudem hat das Land die direkte Förderung für den Nachwuchsspitzenfußball um 100.000 Euro auf rund 370.000 Euro pro Jahr aufgestockt. Hinzu kommen je 150.000 Euro von den Bundesligaklubs Altach und Austria Lustenau. Die Zweitligavereine FC Dornbirn und SW Bregenz beteiligen sich mit je 70.000 Euro am 900.000-Euro-Budget, das vom Verband ausgeglichen wird. In Dornbirn bekennt sich Präsident Hubert Domig auch aus finanzieller Sicht klar zum Vorarlberger Weg. „Wir haben die meisten heimischen Talenten und mit 21,5 Jahren die drittjüngste Mannschaft der Liga.“ Für Bregenz zeigt sich Sportchef Predrag Zivanovic ebenfalls erfreut über den gelungenen Schulterschluss. Wie auch Werner Gunz (Altach) und Bernd Bösch (Austria) betonen, heimischen Talenten eine Bühne bieten zu wollen, ohne dabei das Wettbewerbsdenken zu verlieren.

Veränderungen

Um den gestiegenen Anforderungen für den Erhalt einer Akademie-Lizenz gerecht zu werden, will man seitens des VFV Investitionen tätigen. Dies betreffe laut Horst Lumper sowohl die Verbesserung der Infrastruktur als auch die Aufstockung des Betreuerstabes.

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