Eine Leistung, die Mut macht

Sport / 20.08.2023 • 19:36 Uhr
Austrias Matthias Maak und sein Ex-Kollege Bryan Teixiera lieferten sich spannende Duelle, Tor erzielte Sturms Angreifer keines.gepa
Austrias Matthias Maak und sein Ex-Kollege Bryan Teixiera lieferten sich spannende Duelle, Tor erzielte Sturms Angreifer keines.gepa

Trotz 0:1-Niederlage gegen Sturm Graz kehrte Austria Lustenau zurück zu seinen Tugenden.

Lustenau Es war die beste Saisonleistung, die Austria Lustenau beim 0:1 gegen den haushohen Favoriten Sturm Graz bot. Wobei Cheftrainer Markus Mader dies nach Spielende gleich wieder schelmisch einordnete: „Im Vergleich zu den ersten drei Matches war das nicht schwer. Aber ich ziehe meinen Hut vor der Leistung der Mannschaft. Sie hat von der ersten Sekunde an das umgesetzt, was sie auszeichnet. Viel Leidenschaft, Mut und Freude am Fußball spielen. Ich bin sehr zufrieden, wir haben einen Schritt in die richtige Richtung getan. Einziger Wermutstropfen ist, dass wir nichts Zählbares geholt haben.“

Wahrlich, das Team zeigte über 90 Minuten wieder ihr „altes“ Gesicht, agierte extrem mutig gegen die Grazer, die mit Ex-Publikumsliebling Bryan Teixiera in der Start­elf agierten.

Tiefenbach, die Laufmaschine

Bei brütender Hitze scheuten sich Matthias Maak und Co. nicht, das von Sturm angeschlagene hohe Tempo in der ersten Halbzeit mitzugehen. Zwar waren die Blackies aus Graz spielerisch überlegen, aber dies konnten die Grün-Weißen mit viel Laufarbeit wieder wett machen. Bestes Beispiel: Daniel Tiefenbach. Der defensive Mittelfeldspieler lief sich im wahrsten Sinne die Seele aus dem Leib. Alleine im ersten Durchgang waren es 6,282 Kilometer, nach den 90Minuten hatte der 24-Jährige 11,859 Kilometer herun­tergespult. Mit Erfolg, denn dadurch zog er Sturms Regisseur Otar Kiteishvili den Nerv, dieser wurde von Sturm-Trainer Christian Ilzer nach 70 Minuten vom Feld geholt. „In der ersten Halbzeit ist der Ball bei Sturm schon sehr gut gelaufen, da war ich ziemlich am hinterherhecheln. Schade, dass Namory Cisse seine Chance nach zwei Minuten nicht nutzte, eine Führung hätte uns sehr geholfen. Zweite Halbzeit hatten wir dann richtig gut Zugriff auf sie. Leider hat es nicht zum Punkt gereicht“, lässt Tiefenbach einblicken.

Von den knapp 12 Kilometern in den 90 Minuten lief der Ungar 2857 Meter mit mehr als 15 km/h, dazu legte er ganze 50 Sprints (über 20 km/h) hin. Werte, die beeindrucken. Austrias Athletiktrainer Lucas Vidal ist überzeugt, „dass es in der Bundesliga nur wenige Spieler gibt, die so eine Intensität über 90 Minuten durchziehen können.“

Dreckiger Sieg

Lob kam auch vom Gegner. „Die Austria hat es geschafft, unseren Elan aus Halbzeit eins zu brechen. Daher war es richtig hart. Am Ende war es vielleicht ein dreckiger Sieg, aber eben ein Sieg“, so Sturms Alex Prass, der kurz vor einem Wechsel ins Ausland steht.

Auf diese Leistung, trotz Niederlage, kann man in Lustenau aufbauen. Gerade rechtzeitig, steht doch nächsten Samstag das Derby gegen SCR Altach an.

„Erste Hälfte mussten wir viel investieren, in der zweiten konnten wir mit Sturm mithalten.“

Austrias Laufmaschine Daniel Tiefenbach lief und lief und lief – und neutralisierte Otar Kiteishvili völlig.
Austrias Laufmaschine Daniel Tiefenbach lief und lief und lief – und neutralisierte Otar Kiteishvili völlig.