Deshalb steht bei Radprofi Colin Stüssi die Gefühlswelt Kopf

Sport / 20.08.2023 • 22:15 Uhr
Ein überglücklicher Colin Stüssi mit den ersten Siegerinterviews. <span class="copyright">VN</span>
Ein überglücklicher Colin Stüssi mit den ersten Siegerinterviews. VN

Der Schweizer beschert dem Team Vorarlberg einen historischen Sieg. Stüssi beendet die zehn Etappen dauernde Rundfahrt Volta Portugal als Gesamtsieger. Im abschließenden Zeitfahren belegte er Rang drei.

Viano de Castela 45 Sekunden auf den Portugiesen Henrique Casimiro (Efapel)betrug sein Vorsprung als Colin Stüssi zum Abschluss der Volta Portugal 2023 beim abschließenden Zeitfahren über die Startrampe fuhr. 18 Kilometer lang war die letzte Etappe, ein durchaus schweres Einzelzeitfahren.

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Der 26-jährige Schweizer, bereits in seiner fünften Saison im Team Vorarlberg spulte Kilometer für Kilometer wie ein Uhrwerk herunter. Besonder im Schlussanstieg überzeugte der aus Näfels stammende Stüssi, was am Ende mit Rang drei und nur 26 Sekunden Rückstand auf Sieger Txomin Iuaristi belohnt wurde. Der Fahrer von Euskatel-Euskadi wurde im Gesamtklassement mit einem Rückstand von 1:04 Minuten Zweiter hinter Stüssi.

Der Sieg kostete viel Energie. <span class="copyright">VN</span>
Der Sieg kostete viel Energie. VN
Ein freudenstrahlender Sieger Colin Stüssi. <span class="copyright">VN</span>
Ein freudenstrahlender Sieger Colin Stüssi. VN

„Einfach unglaublich. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl was hier gerade um mich herum hier abgeht. Ich habe heute alles gegeben und mich voll fokussieren können. Zum Glück war das Finale schwer, das hat mir in die Karten gespielt. Die Gefühlswelt steht im Moment Kopf, bei mir und bei meinen Teamkollegen, den Betreuern. Sportlich gesehen der schönste Moment in meinem Leben“, jubelte Stüssi.

Viel Unterstützung

Stüssi hatte bereits bei der diesjährigen Tour of Austria als Gesamtelfter aufgezeigt. Damit war er bester Fahrer eines Continental-Teams. Mit den Etappenränger 1, 2, 3, 4 und zweimal 7 war er in Portugal nun speziell in der zweiten Woche der Mann der Stunde. Von den Radsport-verrückten Portugiesen wurde er dementsprechend frenetisch bejubelt. „Für mich das genialste Volk, was ich bisher erlebt habe. Immer wieder „grande, grande Team“ haben sie uns zugerufen und waren komplett aus dem Häuschen. Klar hätten sie gerne einen Sieger aus Portugal gesehen, aber sie waren super fair zu uns. Wir haben uns mit Leidenschaft in die Herzen der Fans gefahren”, freute sich Teamkollege Moran Vermeulen mit dem Gesamtsieger. Apropos Teamkollegen: Vermeulen wurde starker Zehnter, Lukas Rüegg 13., Jon Knolle 16., Lukas Meiler 21., Oscar Cabedo 33. und Pirmin Benz 43.

Mit UCI-Punkten geht es für das Team Vorarlberg heute wieder zurück ins Ländle. <span class="copyright">VN</span>
Mit UCI-Punkten geht es für das Team Vorarlberg heute wieder zurück ins Ländle. VN

Für das Team selbst war die 84. Volta a Portugal ein Mammutprojekt. Logistisch genauso wie sportlich. Denn die Portugal-Rundfahrt ist neben den drei Grand Tours eine der längsten und schwersten Rundfahren des Jahres mit 1600 Kilometern, 26.500 Höhenmetern, zehn Etappen, einem Zeitfahren, einem Prolog – und das alles in der Hitze im Süden Europas. Doch das Team Vorarlberg hat es gerockt und kehrt nunmehr mit mehr als 150 UCI-Punkten im Gepäck nach Hause zurück.