Fridrikas sei Dank: Austria Lustenau punktet gegen Hartberg

Austria Lustenau kann zum Saisonstart nach 0:2-Rückstand in Hartberg doch noch einen Punkt mitnehmen. Lukas Fridrikas stellt dabei einen Lustenauer Bundesliga-Rekord ein.
Hartberg Regen zog über die Oststeiermark, pünktlich zu Spielbeginn ließ sich aber die Sonne blicken. Ähnlich lässt sich der Auftritt der Lustenauer Austria beim TSV Hartberg beschreiben: Erst ganz viel Regen, am Ende schien doch noch die Sonne. “Irgendwo ist es für uns auch ein glücklicher Punkt”, wusste Kapitän Matthias Maak nach der Partie.
Im Vergleich zum 8:0-Kantersieg gegen die SPG Silz/Mötz im Cup veränderte Markus Mader seine Startelef auf zwei Positionen. Die etatmäßige Nummer eins, Domenik Schierl, rückte wieder statt Ammar Helac zwischen die Pfosten, in der Zentrale ersetzte Pius Grabher Leo Mätzler.
Von der ersten Sekunde an waren es aber die Gastgeber aus der Oststeiermark, die den Ton angaben. “Wir sind nie wirklich ins Spiel gekommen”, so Maak. In der fünften Minute näherte sich Dominik Prokop erstmals dem Tor an, zirkelte den Ball aber knapp über das Kreuzeck. Tobias Kainz versuchte es ebenfalls aus der Distanz, sein Schuss wurde zwar abgefälscht, Schierl packte dennoch sicher zu (11.).
Die Lustenauer versuchten es vor allem über die Seiten, Solospitze Anthony Schmid brach etwa in Minute 14 durch, behauptete sich stark, Sallinger konnte seinen Abschluss dann aber abwehren. Nur wenig später checkte der VAR eine Szene, in der Lukas Fridrikas im Strafraum zu Boden ging – zu wenig für einen Elfmeter (16.). Es blieben seltene Ausflüge der Grün-Weißen in die gegnerische Gefahrenzone. Markus Mader grübelte an der Seitenlinie – und bekam noch mehr Grund dazu.
Denn Ousmane Diakite – einst als Salzburg-Leihspieler beim SCR Altach von einer schweren Knieverletzung ausgebremst – brachte den TSV in Führung, und das völlig verdient. Lustenau bekam den Ball nach einem Eckball nicht geklärt, Diakite versuchte es aus gut 20 Metern – und der dazwischengrätschende Pius Grabher fälschte den Ball unhaltbar ab, via Innenpfosten fand dieser den Weg zum 1:0 ins Tor (21.).
Ganz viel Glück war es zu verdanken, dass Lustenau nicht vor der Pause das 2:0 kassierte. Bei einer Flanke von Christoph Lang hatte Prokop in der Mitte zu viel Platz, Maak und Grujcic sahen dabei nicht gut aus. Während Schierl den ersten Abschluss mit dem Fuß abwehren konnte, warfen sich gleich mehrere Lustenauer in den Nachschuss von Ruben Providence, mit vereinigten Kräften rettete man den 0:1-Rückstand in die Pause (40.). “Ich weiß nicht, wieso wir uns in der ersten Hälfte so schwer getan haben. Wenn wir das wüssten, dann hätten wir eher reagiert”, sagte Mader. “Im Prinzip sind wir herumgerannt, wie in einem Freundschaftsspiel – das war in der zweiten Hälfte dann besser.”

Fridrikas stellt Tiefenbach-Rekord ein
Nach der Pause versuchte es Mader mit einer offensiveren Formation, nahm mit dem Gelb-verwarnten Tiefenbach einen Mann aus dem Zentrum heraus, brachte Yadaly Diaby für den linken Flügel. Erst aber legte Hartberg nach – ein weiter Ball auf Entrup leitete das 2:0 ein, Maak kam nicht mehr hinterher, Entrup schob ein (48.).
Allerdings: Lukas Fridrikas rückte bei der Austria ins Sturmzentrum – und machte direkt das Tor (53.). Es war quasi eine Kopie des fünf Minuten zuvor gefallenen Hartberger Treffers.
“Ich bin nicht glücklich, weil wir 55 Minuten lang komplett verschlafen haben. Aber ich bin zufrieden.”
Markus Mader, konnte mit dem Punktgewinn gut leben
Ein weiter Ball von Grujcic hinter die Hartberger Abwehr landete perfekt bei Fridrikas, der sich den Ball stark herunternahm und mühelos zum 1:2 einschob. Ein herrlicher Treffer – der auch dem Lustenauer Spiel guttat.
Und es kam noch besser für die Austria – Schiedsrichter Pfister zeigte auf den Elfmeterpunkt, nachdem Schmid von Diakite im Strafraum gefoult wurde. Den Elfmeter trat – wer auch sonst – Lukas Fridrikas. Der den Ball sicher unter die Latte jagte, damit mit Lustenaus Bundesliga-Rekordtorschützen Tamas Tiefenbach gleichzog (17 Treffer). “Das ist natürlich cool – aber ich hoffe, dass es so weitergeht. Wichtig ist, dass wir den Punkt noch geholt haben”, meinte Fridrikas.

Die Schlussviertelstunde bestritt Lustenau dann sogar noch in Überzahl, für ein Einsteigen mit offener Sohle kassierte der eingewechselte Sangare Rot (74.). Dennoch hatte Hartberg Chancen zum Sieg, Frieser traf aber nur das Außennetz (79.), zwei weitere Möglichkeiten brachten die Hartberger in der sechsminütigen Nachspielzeit nicht im Tor unter. Auch Lustenau konnte aus den weiten Bällen in die Spitze kein Kapital mehr schlagen.
“Ich bin nicht glücklich, weil wir 55 Minuten komplett verschlafen haben. Aber ich bin zufrieden”, sagte Trainer Mader nach dem Spiel und meinte weiter: “Am Schluss war es vogelwild, da können wir mit dem Punkt zufrieden sein.” Fabian Beer aus Hartberg
Admiral Bundesliga, 1. Runde
TSV Egger Glas Hartberg – SC Austria Lustenau 2:2 (1:0)
Hartberg, Profertil Arena; 2240 Zuschauer, SR Daniel Pfister
Torfolge: 21. 1:0 Ousmane Diakite, 48. 2:0 Maximilian Entrup, 53. 2:1 Lukas Fridrikas, 70. 2:2 Lukas Fridrikas (Strafstoß)
Rote Karte: 74. Mamadou Sangare (Grobes Foulspiel)
Gelbe Karten: 36. Tiefenbach (Foulspiel), 56. Anderson (beide Lustenau/Unsportlichkeit), 56. Prokop (Unsportlichkeit), 69. Heil, 69. Diakite, 86. Kainz (alle Hartberg/alle Kritik), 86. Maak (Lustenau/Unsportlichkeit)
TSV Hartberg (4-1-4-1): Sallinger – Heil, Komposch, Bowat, Pfeifer – Diakite (88. Urdl) – Providence (63. Sangare), Lang (77. Steinwender), Kainz, Prokop (86. Lemmerer) – Entrup (77. Frieser)
SC Austria Lustenau (4-2-3-1): Schierl – Gmeiner (55. Mätzler), Maak, Grujcic, Berger (55. Diallo) – Tiefenbach (46. Diaby), Grabher – Anderson, Surdanovic (88. Marte), Fridrikas (82. Cisse) – Schmid