Perfekter Motivationsschub

Sport / 30.06.2023 • 21:48 Uhr
Perfekter Motivationsschub
Philipp Oswald (hinten) und Robin Haase stehen beim ATP-250er-Rasenturnier auf Mallorca im Endspiel. Quality Sport Images/Queimadelos

Philipp Oswald und Robin Haase bei Wimbledon-Generalprobe mit Finaleinzug.

Mallorca, London Ab Montag werden Philipp Oswald und Robin Haase erstmals Seite an Seite bei den All England Tennis Championships in Wimbledon antreten. Bei der Generalprobe, dem mit 984.805 Euro dotierten ATP-250er-Rasenturnier aus Mallorca, präsentieren sich der 37-jährige Oswald und der um ein Jahr jüngere Niederländer bislang von ihrer besten Seite. Nach dem 6:7-, 6:3- und 10:8-Erfolg in der Startrunde gegen Sadio Doumbia/Fabien Reboul (Fra) und dem 7:5, 6:4 gegen die auf Position drei eingestuften Maximo Gonzales/Andres Molteni (Arg) wurde auch die Halbfinalhürde ohne Satzverlust gemeistert. Nach dem 7:5, 6:4 gegen die US-Amerikaner Nathaniel Lammons/Jackson Withrow treffen Oswald/Haase im Endspiel auf Yuki Bhambri/Lloyd Harris (Ind/RSA). „Die Momentaufnahme ist wirklich erfreulich“, frohlockte Oswald. „Ich habe nicht erwartet, dass die Umstellung auf Rasen so perfekt gelingt.“

Philipp Oswald (l.) und Robin Haase nach dem Gewinn ihres Premieretitels beim ATP-250er-Sandplatzturnier in Umag 2019. <span class="copyright">GEPA </span>
Philipp Oswald (l.) und Robin Haase nach dem Gewinn ihres Premieretitels beim ATP-250er-Sandplatzturnier in Umag 2019. GEPA

Für das vorarlbergerisch-niederländische Duo ist es nach dem Finaleinzug bei den Swiss Open in Gstaad Mitte Juli 2022 das zweite Finale. Damals verpassten Oswald/Haase mit einem 4:6, 4:6 gegen Tomislav Brkic/Francisco Cabral (BIH/Por) knapp den ersten Titel. „Ein Titelgewinn vor dem ersten gemeinsamen Antreten im Wimbledon wäre natürlich die perfekte Motivationsspritze. Dabei steht nicht einmal primär der mögliche Titelgewinn im Vordergrund, sondern mehr um Leistung. Das Spiel auf Rasen erfordert eine veränderte Spielweise und Taktik und ist mit jenem auf Sand oder Hartplatz nicht wirklich vergleichbar. Deshalb war es uns wichtig, dass wir vor London noch einmal bei einem Rasenturnier auf eingespielte Teams treffen“, so Oswald.

Philipp Oswald/Roman Jebavy (r.) nach dem Erfolg gegen Oliver Marach/Jürgen Melzer 2019 in der Runde der letzten 32 in Wimbledon. <span class="copyright">GEPA</span>
Philipp Oswald/Roman Jebavy (r.) nach dem Erfolg gegen Oliver Marach/Jürgen Melzer 2019 in der Runde der letzten 32 in Wimbledon. GEPA

Dass die beiden Routiniers gut harmonieren, haben sie schon mehrmals unter Beweis gestellt. Neben dem Finaleinzug in Gstaad im Vorjahr holte sich Oswald zusammen mit Haase im Juli 2019 beim ATP-250er in Umag mit einem 7:5-, 6:7-, 14:12-Finalerfolg über Oliver Marach/Jürgen Melzer einen seiner insgesamt elf Titel auf der ATP-World-Tour. Nun will sich der 2,01 m große Dornbirner heute in seinem elften Finale den zwölften Titel auf ATP-Ebene holen.

Die Zahl zwölf wird Oswald auch in Wimbledon verfolgen. Abgesehen von 2016 war Vorarlbergs Parade-Tennisspieler seit 2012 bei allen Auflagen der All England Tennis Championships dabei. Bestes Ergebnis war der Achtelfinaleinzug 2019 zusammen mit dem Tschechen Roman Jebaby nach einem 6:7, 6:7, 5:7 gegen die späteren Sieger Juan Sebastian Cabal/Robert Farah aus Kolumbien.

Auftaktgegnerin von Julia Grabher in Wimbledon ist die US-Amerikanerin Danielle Collins.<span class="copyright">GEPA</span>
Auftaktgegnerin von Julia Grabher in Wimbledon ist die US-Amerikanerin Danielle Collins.GEPA

Grabher gegen Collins

Während Oswald/Haase ihre Auftaktgegner erst am Sonntag nach der Doppel-Auslosung erfahren, kann sich Julia Grabher bereits auf die Gegnerin vorbereiten. Die Dornbirnerin, die am Sonntag ihren 27. Geburstag feiert, bekommt es am Montag (12 Uhr MESZ) mit der US-Amerikanerin Danielle Collins zu tun. Österreichs einzige Spielerin im Hauptbewerb liegt im WTA-Ranking als 54. zwar nur sechs Ränge hinter der 29-Jährigen, doch Collins vermag sich bei Major-Turnieren zu steigern. Die Finalistin der Australian Open 2022 hat allerdings in Wimbledon bisher eine dritte Runde (2019) als bestes Resultat stehen und hat kein Vorbereitungsturnier auf Rasen gespielt. Grabher, die zuletzt wegen Oberschenkelproblemen eine Turnierpause einlegen musste, schied beim WTA-250er-Turnier von Bad Homburg in Runde eins aus.

Für Grabher ist die Partie gegen Collins das Debüt in der Hauptrunde in Wimbledon. Im Vorjahr scheiterte sie in der ersten Quali-Runde mit 4:6, 6:7 an der Belgierin Yanina Wickmayer.