Plank perfekt gegen Perfetto

Sport / 22.06.2023 • 21:20 Uhr
Nach Silber bei der Premiere 2015 und Gold vor vier Jahren hat Karateka Bettina Plank bei den Europaspielen in Polen erneut Gold geholt. <span class="copyright">GEPA</span>
Nach Silber bei der Premiere 2015 und Gold vor vier Jahren hat Karateka Bettina Plank bei den Europaspielen in Polen erneut Gold geholt. GEPA

31-jährige Feldkircherin gewinnt wie 2019 Gold bei den Europaspielen im Karate.

Bielsko-Biala Karateka Bettina Plank hat es wieder getan: Auf den Tag genau vier Jahre nach ihrem Triumph 2019 in Minsk holt sich die 31-jährige Feldkircherin auch bei den Europaspielen 2023 in Polen die Goldmedaille. „Mir fehlen fast die Worte. Ich bin einfach überwältigt von den Geschehnissen in den letzten Stunden. Es ist ein Traum, wie der Tag verlaufen ist. Ich bin von der ersten Sekunde an in einen Flow gekommen, konnte mich sukzessive von Kampf zu Kampf steigern und bin überglücklich darüber, bei meinem dritten Antreten bei Europaspielen zum zweiten Mal Gold gewonnen zu haben“, betonte Plank nach der Siegerehrung. „Es ist schon ein ganz außergewöhnlicher Moment und eine große Ehre für eine Sportlerin, wenn man bei einem Großereignis Gold holt und die Nationalhymne erklingt.“

Im Finale setzte sich Bettina Plank gegen die Italienerin Erminia Perfetto mit 1:0 durch und kürte sich wie schon 2019 zur Goldgewinnerin bei Europaspielen.<span class="copyright">GEPA</span>
Im Finale setzte sich Bettina Plank gegen die Italienerin Erminia Perfetto mit 1:0 durch und kürte sich wie schon 2019 zur Goldgewinnerin bei Europaspielen.GEPA
Ein Erfolgsgespann: Bettina Plank und Coach Juan Luiz Benitez Cardenes.<span class="copyright">GEPA</span>
Ein Erfolgsgespann: Bettina Plank und Coach Juan Luiz Benitez Cardenes.GEPA

Plank bleibt als einzige der acht Kämpferinnen in der 50-kg-Klasse in allen Kämpfen siegreich. Nach einer verpatzten bisherigen Saison unterstrich Plank wie beim Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio in beeindruckender Manier, dass sie eine Meisterin bei Großveranstaltungen in Diensten des Österreichischen Olympischen Komitees (OÖC) ist. Sie wirkte extrem fokussiert und entschlossen, war taktisch von Bundestrainer Juan Luis Benitez Cardenes perfekt eingestellt, schöpfte von Kampf zu Kampf mehr Selbstvertrauen und überzeugte mit einem unglaublichen Siegeswillen bis zur letzten Sekunde.

Volle Konzentration bei Bettina Plank vor Beginn des ersten Kampfes. <span class="copyright">GEPA</span>
Volle Konzentration bei Bettina Plank vor Beginn des ersten Kampfes. GEPA

Nach dem klaren 5:1-Auftaktsieg gegen die Polin Maria Depta ging es mit einem 4:1-Erfolg gegen die Ukrainerin Kateryna Kryva, von der Papierform her als Weltranglisten-Zehnte die härteste Konkurrentin in der Vorrunde, weiter. Zum Abschluss der Qualifikation landete Plank gegen die Zypriotin Irene Kontou, die ebenfalls beide vorangegangenen Kämpfe für sich entschieden hatte, einen taktisch cleveren 1:0-Erfolg, wurde damit Gruppensiegerin und konnte ihre Kräfte etwas schonen.

Das Auftaktduell gegen die Polin Maria Depta entschied Bettina Plank mit 5:1 für sich. <span class="copyright">GEPA</span>
Das Auftaktduell gegen die Polin Maria Depta entschied Bettina Plank mit 5:1 für sich. GEPA

Ippon mit der Schlusssirene

Im Kampf um den Finaleinzug kam es zur Neuauflage der Finalduells der vorangegangenen Europaspiele 2015 in Baku und 2019 in Minsk gegen die Türkin Serap Özcelik. Plank kontrollierte den Kampf, war klar die aktivere Kämpferin, ehe Özcelik eine kleine Unachtsamkeit ausnützte, zehn Sekunden vor dem Ende nach einem Ippon und der 3:0-Führung vor dem Finaleinzug stand.
Doch die achtfache Europameisterin hatte die Rechnung ohne Plank gemacht. Die Olympia-Dritte von Tokio konterte mit einem perfekten Chudan Mawashi Geri (Beintechnik zum Körper) und verkürzte dank dem von ihrem Trainer eingeforderten Videobeweis auf 2:3. In der Schlusssekunde lud Plank Özcelik zu einer Fußtechnik ein, wehrte den finalen Angriff mit einem Beinfeger ab und verpasste der am Boden liegenden Türkin mit einer Fausttechnik zum Körper einen Ippon zum siegbringenden 5:3-Endstand.

Mit einem 4:1-Erfolg gegen Kateryna Kryva aus der Ukraine fixierte Bettina Plank den vorzeitigen Halbfinaleinzug und hatte damit fix eine Medaille. <span class="copyright">GEPA</span>
Mit einem 4:1-Erfolg gegen Kateryna Kryva aus der Ukraine fixierte Bettina Plank den vorzeitigen Halbfinaleinzug und hatte damit fix eine Medaille. GEPA
Mit dem 4:1-Sieg gegen die Zypriotin Irene Kontau sicherte sich Bettina Plank Rang eins im Pool B der Vorrunde.
Mit dem 4:1-Sieg gegen die Zypriotin Irene Kontau sicherte sich Bettina Plank Rang eins im Pool B der Vorrunde.

Taktisch perfektes Goldduell

Knapp 20 Minuten später gelang Plank der krönende Abschluss eines märchenhaften Tages. Wie schon zuvor gegen Özcelik kontrollierte sie im Goldduell gegen die Italienerin Erminia Perfetto das Geschehen, war die aktivere Kämpferin und blieb in einem nervenaufreibenden Kampf cool. Neun Sekunden vor Ende landete Plank mit einem Faustangriff zum Kopf ihrer Gegnerin die siegbringende Wertung zum 1:0-Erfolg und verwirklichte sich erneut ihren vergoldeten Traum bei Europaspielen.

Die entscheidende Attacke im Halbfinale gegen die Türkin Serap Özcelik: Mit einer Fußtechnik zum Kopf verwandelte Bettina Plank mit dem Schlussgong einen 2:3-Rückstand in einen 5:3-Sieg und zog ins Finale ein. <span class="copyright">GEPA</span>
Die entscheidende Attacke im Halbfinale gegen die Türkin Serap Özcelik: Mit einer Fußtechnik zum Kopf verwandelte Bettina Plank mit dem Schlussgong einen 2:3-Rückstand in einen 5:3-Sieg und zog ins Finale ein. GEPA