Entscheidung vertagt

Austria Lustenau und Austria Wien trennen sich im Hinspiel im Europacup-Play-off-Finale mit 1:1. Am Sonntag in Wien kommt es zur finalen Entscheidung.
Lustenau Die Austria-Fans skandierten nach Spielende “Wir haben Austria Lustenau im Herzen”. Diese Herzen haben die Spieler in den 90 Minuten gegen Austria Wien im Hinspiel um den letzten Europacupplatz auf den Platz gelassen. Lukas Fridrikas brachte die Hausherren in Führung (17.), ein abgefälschter Schuss von Manfred Fischer (46.) sorgte für den 1:1-Endstand.
“Natürlich wurden die Kräfte weniger, aber wir haben alles gegeben. Und wenn wir unsere Konterchancen besser genützt hätten, wäre mehr drinnen gewesen. Jetzt entscheidet es sich in Wien”
Lukas Fridrikas, Stürmer Austria Lustenau

Bei Kaiserwetter im Ländle schickte Austrias Cheftrainer Markus Mader beinahe die gleiche Truppe wie beim 2:1-Sieg in Wolfsberg aufs Feld. Nur Anderson musste auf der Bank bleiben, weil Darijo Grujcic als linker Verteidiger ins Team zurückkehrte. Der Grund: Mader ließ seine Truppe im 3-4-1-2 auflaufen. Ein System, dass von Beginn an gut griff. Man wollte, wie im Vorfeld angekündigt, der Wiener Austria trotz großer Euphorie im Reichshofstadion nicht ins offene Messer laufen.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Nach einem zwölfminütigen Abtasten beider Teams, war es die heimische Austria, die zuerst so etwas wie Druck aufbauen konnte. Und prompt gelang auch gleich die Führung. Yadaly Diaby tankte sich über rechts durch, ließ Austria Wiens Verteidigung alt aussehen, legte auf – und Lukas Fridrikas (17.) hatte überhaupt keine Mühe einzuschieben. Die Nordtribüne bebte ob des 15. Saisontreffers von Fridrikas, das Reichshofstadion stand erstmals Kopf. Doch die Antwort der Violetten aus Wine ließ nicht lanhe warten. Matthias Braunöders (19.) Weitschuss wurde abgefälscht, ging nur knapp am Kreuzeck vorbei. Eine Ziegerumdrehung später verpasste Haris Tabakovic (20.) nach Vorlage von Manuel Polster nur hauchzart. Jetzt war Pfeffer im Spiel. Weil auch die Gastgeber weiter auf den zweiten Treffer spielten. Und wenn nicht Wiens Goalie Christian Früchtl glänzend am kurzen Eck positiert gewesen wäre, die Nord hätte nach 29 Minuten zum zweiten Mal gebebt. Denn Diaby setzte sich diesmal über links unnachahmlich durch, zog aus dem Winchester-Eck ab, scheiterte eben an Früchtl.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Diese Möglichkeit ließ den Respekt der Wiener vor den Grün-Weißen gewaltig wachsen, denn fortan waren die Bemühungen der Wiener Austria sehr zurückhaltend. Die Angst, einen weiteren Konter der Lustenauer zu kassieren, war in der Abwehr extrem spürbar. Was die Mader-Elf förmlich roch und sich zum absoluten Herr im Hause aufschwang. Mit dem 1:0 ging es in die Kabinen
Ausgleich nach 90 Sekunden
Aus der Kabine kamen die Gäste mit Volldampf, drückten die Lustenauer sofort in den eigenen Strafraum. Und nachdem Manfred Fischer aus 16 Meter abzog fälschte Jean Hugonet noch unhaltbar für Domenik Schierl zum 1:1 ab (47.)

Ein Treffer der die Kicker aus der Bundeshauostadt beflügelte. Tabakovic und Co. blieben am Drücker, die Austria konnte sich nur mehr schwer befreien, geschweige denn eigen Torchancen kreieren. Ab der 60. Minute merkte man den Lustenauern klar an, dass die Kräfte zu schwinden begannen. Das sah auch Austria Wiens Trainer Michael Wimmer, wechselte mit Nikola Divedan udn Aleksandar Jukic zwei Offensivkräfte ein. Klares Zeichen: Die Wiener wollten den Sieg. Und Jukic hätte beinahe doe Führung erzielt. Nach einem weiten Flankenball ging sein Volleyversuch aber zum Glück für die Austria-Fans aus Lustenau drüber (65.).

Und die Kräfte der Heimischen schwanden weiter. Doch der Kampfgeist und das Herz, die Partie offen zu halten setzte noch einmal ungeahnte Kräfte auf Seiten der Mader-Elf frei. Denn der eingewechselte Torben Rhein setzte kurz vor Schluss bochmal zu einem Solo an, spielte Nemanja Motika (86.) frei, doch dessen Versuch scheiterte an Goalie Früchtl. Plötzlich stand das Spiel wieder auf der Kippe. Im gegenzug musste Domenik Schierl (89.) eine Bombe von Dovedan entschärfen.
Ungeschlagen gegen Austria Wien
Am Ende blieb es beim 1:1-Remis. Die Entscheidung, wer nach Europa einzieht, fällt also am Sonntag, 17 Uhr in der Generali Atrena in Wien. Dort fährt man mit einem guten Gefühl hin. Denn die Grün-Weißen blieben zum dritten Mal ungeschlagen gegen die Veilchen aus Wien.
Fussball, Admiral Bundesliga
Europacup-Play-off, Finale
Hinspiel
Austria Lustenau – Austria Wien 1:1 (1:0)
Lustenau, Reichshofstadion, 4590 Zuschauer, SR Altmann
Torfolge: 17. 1:0 Fridrikas, 47. 1:1 Fischer
Gelbe Karten: 55. Surdanovic (Unsportlichkeit, 74. Grabher (Unsportlichkeit) 76. Berger (Foulspiel), 78. Tiefenbach (Foul) bzw. 25. Braunöder (Foul), 74. Fischer, 74. Holland (beide Unsportlichkeit)
Austria Lustenau: Schierl; Maak, Huginet, Grujcic – Gmeiner (67. Anderson), Grabher, Tiefenbach (89. Türkmen), Berger, Diaby (67. Rhein), Surdanovic (78. Motika), Fridrikas (89. Schmid)