Mit Kirchler durchstarten

Nach Dienstfreistellung von Festetics soll neuer Sportchef über 2024 hinaus im Amt bleiben.
Altach Als Georg Zellhofer 2009 den Cashpoint SCR Altach als Trainer verließ, trug er stets das Gefühl in sich, wohl noch einmal ins Rheindorf zurückkehren zu wollen, um die Mission zu beenden. Ganz so ist es möglicherweise bei Roland Kirchler nicht. Doch der heute 52-Jährige atmete noch das alte Schnabelholz-Feeling und weiß aus Erfahrung, wie schwer sich gegnerische Mannschaften in Altach taten. Genau dieses Gefühl möchte Kirchler wieder aufleben lassen, genau so legt er seine Arbeit an. Mit seinen Tugenden, die ihn schon als Spieler ausgezeichnet haben, soll die Cashpoint Arena, in der in den letzten beiden Saisonen nur fünf Heimsiege bejubelt werden konnten, für die Gegner wieder eine „unangenehme Spielstätte“ werden. Leidenschaft, Demut und unbeugsamer Kampfgeist – all das zeichnete den Ex-Nationalspieler aus. Attribute, die ihm auch bei der Arbeit in der Fußballakademie im Tirol zugutekamen und die er nun als Grundlage für sein Schaffen in Altach sieht. „Ich habe den Job mit 1. Juni begonnen“, erzählt der Tiroler. Anfang der kommenden Woche wird er sein neues Büro im Campus beziehen. „Ich bin sehr erfreut über die Gelegenheit, als Sportdirektor nach Altach zurückzukehren. Während meiner Zeit als Spieler in Altach habe ich immer gespürt, dass ich mit dem Verein sehr gut zusammenpasse, und den Weg des SCRA in den vergangenen Jahren mit großem Interesse verfolgt“, sagt Kirchler und gibt zu, von der Anfrage aus dem Rheindorf doch einigermaßen überrascht worden zu sein. „Es war wirklich kurzfristig, auch wenn es immer wieder losen Kontakt gab“, so Kirchler. Mit Geschäftsführer Christoph Längle (52), der sich wieder vermehrt einbringen wird, Klublegende Philipp Netzer (37) und dem Deutschen Marc-Andre Kriegl ist somit das für sportliche Fragen verantwortliche Team neu aufgestellt. Kriegl, der aus Meersburg stammt, übernimmt als Chefscout und Kaderplaner die Position von Wolfgang Meier, der seitens des Klubs schon Anfang Mai gekündigt worden ist.
Vor der Bestellung von Kirchler hatte der Klub nach zähen Verhandlungen die Dienstfreistellung von Georg Festetics (38) verkündet. Nunmehr kehrt also mit Kirchler ein Ex-Altach-Spieler zurück. Als erste Amtshandlung wird der neue Sportdirektor heute mit Trainer Klaus Schmidt im Vorfeld des Spiels gegen die WSG Tirol ein persönliches Gespräch führen. Erst danach, so Kirchler, wolle er sich bezüglich Trainerposten äußern.
„Wir werden versuchen, das Schnabelholz-Feeling wieder zurückzubringen.“



Wir haben gemeinsam gespielt und sogar das Zimmer geteilt. Ich finde, die Entscheidung ist für Altach ein Glücksgriff. Er ist einer mit Vereinsvergangenheit und weiß, wofür Altach steht. Als Mensch ist er top. Nach den vielen Wechseln im Verein sehe ich diesen Schritt nun absolut positiv. Alexander Guem, 46, Ex-SCRA-Spieler

Ich habe ein weinendes und ein lachendes Auge. Zum einen verlieren wir mit Roland Kirchler in der Akademie viel Kompetenz und einen tollen Menschen, andererseits freue ich mich, dass seine Arbeit auch über Tirol hinaus positiv gesehen wird. Ich wünsche ihm alles Gute. Josef Geisler, Tiroler Fußballverbandschef

Wir sind gute Freunde, schon allein aufgrund der vielen gemeinsamen Akademie-Sitzungen. Menschlich ein Topmann, zuverlässig und extrem bemüht. Er ist auch an vielen Randthemen sehr interessiert. Für uns in der Akademie wird die Arbeit damit einfacher. Didi Berchtold, 48, Ex-SCRA-Spieler und AKA-Sportchef

Kirchler war als Spieler ein schlauer Fuchs. Wenn er das beibehalten hat, dann kann er einiges rausholen. In Altach erhält er die Möglichkeit, sich als Sportdirektor zu entwickeln. Er ist einer, der sich auch einmal Rat holt,
wobei seine Verpflichtung für viele eine Überraschung war. Georg Zellhofer, 62, Ex-SCRA-Sportchef