Drohende Schließung des Austria-Cafés: Wer jetzt dagegen mobil macht

132 Unterschriften für eine Weiterführung des Cafés im Lustenauer Ortszentrum. Schließung droht Anfang 2024.
Lustenau Die Sorgen um die Gastronomie im Zentrum Lustenaus sind groß. Die “Zwickeria” als eines der beiden Lokale im Reichshofsaalgebäude schloss bereits Ende Februar ihre Pforten, und “Goldener Löffel” wird das Ende Juli tun. Neben den beiden Betrieben von Marcel Lerch, der iTaly-Bar und der Piazza Azzurra, garantiert nur das Austria-Café einen Betrieb über die Sommermonate hinaus.
Bis Ende Jahres, vielleicht etwas länger, wird das beliebte Lokal offenhalten. Doch danach? “Wir wollen nicht, dass das Austria-Café auf absehbare Zeit schließt. Es ist unsere Stammbeiz. Unsere Runde wäre ohne das Lokal an diesem Standort aufgelöst.”

Kein Stammtisch im Stadion
Der das sagt, ist Helmut Hagen, 77, rüstiger Pensionist. Der ehemalige Unternehmer (Ludovikus) gehört zu jener Stammtischrunde, die sich täglich im Austria-Café trifft, wo Gott, die Welt und die Unterwelt verhandelt werden. Zum engeren Kreis der Runde zählen rund 30 zumeist in die Jahre gekommene Herren, viele andere bereichern den Treff in regelmäßigen Abständen.
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Selbstredend sind die meisten Austrianer. “Ins Stadion gehen wir zum Fußballschauen, aber hier treffen wir uns, um über alles Mögliche zu reden”, sagt etwa Hugo Eisele (65), ein lebendes Lustenauer Lexikon und nahezu täglich im Austria-Café.

“Revidiert Entscheidung”
Der Stammtisch existiert seit Anbeginn des Austria-Cafés, seit rund zehn Jahren ist er zu einer Institution geworden. Die Austria-Vorstandsmitglieder können den ehrenwerten Herren gar nicht entfliehen, wenn sie sich ins Austria-Büro, einen Stock höher, verfügen.
Streit mit den Austria-Verantwortlichen gibt es nicht. Die Stammtischmitglieder wollen nur einfach nicht, dass ihr “zweites Wohnzimmer” schließt. Deswegen haben sie eine Petition ins Leben gerufen. Stand Mittwoch hatten 132 Personen unterschrieben. Helmut Hagen hat das Papier dem Austria-Vorstandssprecher Bernd Bösch (62) übergeben.

Viele Besucher des Austria-Cafés können vom Ort gemütlich ins Zentrum schlendern. VN/RHOMBERG
In der Petition heißt es unter anderem: “Wir bitten daher alle Gremien, also Geschäftsführung, Vorstand und Aufsichtsrat, um Behandlung des Wunsches der Stammgäste dieses Lokals, alles treueste Fans der Austria, eine vielleicht schon gefallene Entscheidung zu revidieren.”
Thema für Vorstand
Bernd Bösch vernimmt diese Forderung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. “Man sieht, wie sehr diese ehrenwerten Austrianer am Café an diesem Standort hängen. Ich kann das auch verstehen, und es freut mich. Andererseits ziehen wir mit dem Büro bald ins Stadion und wollten das auch mit dem Café tun. Schließlich zahlen wir für dieses Gebäude Miete. Mit dem Büro werden wir auf alle Fälle bald ausziehen.”

Das Problem: Die Austria ist derzeit Mieterin von zwei Stockwerken im altehrwürdigen Haus Kaiser-Franz-Josef-Straße 1. Ob die Räumlichkeiten im Parterre, dort wo sich das Café befindet, allein gemietet werden können und wie das wirtschaftlich möglich wäre, muss geklärt werden.
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Immerhin wird sich der Vorstand mit dem Thema Austria-Café noch einmal eigens beschäftigen, versichert Bösch. Die Petitionsunterzeichner hoffen dabei inständigst auf ein für sie gutes Ende.