In Altach drohen die Bundesligalichter auszugehen

Pfiffe von den Ränge und wütige Fans nach der 0:1-Heimniederlage gegen Hartberg. Erst Atdhe Nuhiu schaffte es, die Anhänger zu beruhigen. Allein die spielerische Unterlegenheit gegen die Steirer muss zum Denken geben.
Altach In Altach drohen die Bundesligalichter auszugehen. Das 0:1 gegen Hartberg zeigte deutlich die Schwächen der Mannschaft auf. Spielerisch fand die Elf von Cheftrainer Klaus Schmidt in keiner Phase der Partie die Mittel, um den Gegner zu fordern. In dieser Verfassung wird der Bundesligaabstieg nur schwer zu vermeiden sein. Die Entscheidung fällt wohl am 19. Mai, wenn Altach in Ried antreten muss. Vorerst bleibt man in der Tabelle vor den Innviertlern – doch wie lange noch.
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Admiral Bundesliga
29. Spieltag
Cashpoint SCR Altach vs TSV Hartberg 0:1 (0:1)
Altach, Cashpoint Arena, 4137 Zuschauer, SR Walter Altmann (T)
Tor: 13. 0:1 Sangare
Gelbe Karten: 66. Heil, 90. Avdijaj, 90./+ 4 Sallinger (alle Hartberg/alleUnsportlichkeit), 90./+ 5 Edokpolor (Altach/Foulspiel)
Cashpoint SCR Altach (5-2-3) Casali – Jan Jurcec (46. Abdijanovic), Strauss, Gugganig, Pape Alioune (77. Edokpolor), Herold – Zwischenbrugger (63. Jurica Jurcec), Haudum (81. Aigner) – Bischof (63. Bukta), Nuhiu, Balic
TSV Hartberg (4-3-3) Sallinger – Heil, Sonnleitner, Steinwender, Pfeifer (90./+ 2 Klem) – Avdijaj, Kainz, Sangare (77. Diakite) – Frieser (77. Horvat), Providence (70. Rotter), Fadinger (77. Kriwak)
Zwei Umstellungen hatte Schmidt vorgenommen. Dabei überraschte er mit der erstmaligen Aufstellung von Pape Alouine, der bislang nur auf drei Kurzeinsätze gekommen ist. Gegen Hartberg stand der 25-Jährige in der Startelf, wie auch Jan Zwischenbrugger. Beim Gegentreffer jedoch waren beide ebenso wenig auf der Höhe, wie die gesamte SCRA-Defensive. Denn der erste Eckball der Steirer, weitergeleitet von Ruben Fritzner Providence wurde nicht ernsthaft wegverteidigt, weshalb Mamadou Sangare bei seinem Abschluss keine Gegenwehr verspürte. Torhüter Tino Casali war mit dem Fuß noch am Ball, doch dieser kullerte über die Linie (13.)


Demonstration spielerischer Stärke
Die Führung der Gäste aus Hartberg war durchaus verdient. Weil man spielerisch mehr zeigte, weil man den Ball besser in den eigenen Reihen zirkulieren ließ und weil man die Angriffe zielstrebiger vortrug. Altachs Spieler versuchten es mit biederen Mitteln, doch das war nicht genug, um die gegnerische Abwehr vor Probleme zu stellen. Im Gegenteil: Am Ende war es einmal mehr Casali, der den knappen Rückstand in die Pause rettete. Denn nach einem herrlichen Heber in den Strafraum rettete er gegen Dominik Frieser (23.). Altacher Chancen? Fehlanzeige vor der Pause.

An der klaren Dominanz von Hartberg sollte sich nach der Pause nichts ändern. Allein in Sachen Nachdruck ließen die Gäste nach. Teilweise wirkte Hartberg in der Spielanlage schon ein wenig überheblich. Und die Schopp-Elf versuchte ein wenig Zeit zu schinden. Auf der anderen Seite blieb das Aufbäumen aus. Und so kamen die Steirer viel zu leicht zu weiteren Möglichkeiten. Einzig Casali hielt seine Mannschaft weiter am Leben. So rettete Altachs Torhüter nach 55. Minuten gegen den durchbrechenden Sangare. Dann war er gegen Dominik Frieser zur Stelle, als dieser nach einer Avdijaj-Flanke allein zum Kopfball kam (69.). Kurz zuvor hatte Frieser schon eine erste Torchance ausgelassen, als er allein vor dem SCRA-Tor den Ball über die Latte hob (65.)


Erst mit fortgeschrittener Spielzeit und mit der Einwechslung von Csaba Bukta (63.) kam Leben ins Spiel der Hausherren. Da erwachten auch die mehr als 4000 Fans, die zuvor die Darbietung von Bischof und Co. schon mit Pfiffen quittiert hatte. Bukta war es dann auch, der die erste Großchance der Altacher vorfand. In Minute 81 (!) übernahm er im Strafraum einen Flankenball direkt, doch Hartberg-Goalie Raphael Sallinger stand goldrichtig. Spät aber doch also kam Altach noch einmal in Fahrt und wehrte sich gegen die drohende Niederlage. Und die Emotionen kochten hoch. Sowohl auf dem Spielfeld als auch auf den Zuschauerrängen. Allein sportlich tat sich nichts mehr und so mussten sich die Spieler nach dem Schlusspfiff den wütenden Fans stellen, während vor der Nordtribüne die rund 60 mitgereisten Hartberg-Anhänger ihre Spieler feierten. Atdhe Nuhiu ging voran und suchte das Gespräch mit den Fans.