Die Gelassenheit des Aufsteigers

Sport / 08.05.2023 • 19:48 Uhr
Die beiden Lustenauer Pius Grabher und Darijo Grujcic bescheren ihrer Heimatgemeinde erfolgreichen Bundesligafußball.Gepa
Die beiden Lustenauer Pius Grabher und Darijo Grujcic bescheren ihrer Heimatgemeinde erfolgreichen Bundesligafußball.Gepa

Austria Lustenau ist dank stetiger Entwicklung erfolgreich.

Lustenau Viel Vorfreude, aber auch viel Ungewissheit habe vor der Saison bei Austria Lustenau geherrscht, erzählt das grün-weiße Urgestein Pius Grabher. Die über weite Strecken unerfahrene Mannschaft wusste nicht, was sie in der Bundesliga erwartet und wie viel stärker die Gegner in der höchsten Spielklasse im Vergleich zur 2. Liga sein würden. Außerdem hatten die Grün-Weißen mit Muhammed Cham, Haris Tabakovic und Brandon Baiye drei essenzielle Stützen der Meistermannschaft verloren.

Grabher erinnert sich an ein Gespräch mit Jean Hugonet noch vor Saisonbeginn, als ihn der Franzose etwas skeptisch fragte, wie viele Punkte in der Bundesliga für die Austria überhaupt möglich wären. „Es gab große Ungewissheit. Aber nach den ersten fünf Runden, als wir gegen die Teams auf Augenhöhe gespielt haben, war jedem klar, dass wir mithalten können“, erinnert sich der 29-Jährige. Die Lustenauer starteten mit drei Siegen aus den ersten fünf Spielen und legten damit den Grundstein für die bislang erfolgreiche Saison.

Mit ihrer Ausbeute wird sich die Austria aller Voraussicht als zweitbester Aufsteiger seit der Ligareform in die Statistik einreihen, im Vorjahr hatte Austria Klagenfurt sogar den Sprung ins Obere Play-off geschafft und die Saison als Sechster beendet.

Kaum Absteiger

Weniger gut lief die Premierensaison in der Bundesliga in den vergangenen Jahren für die SV Ried (9.), den TSV Hartberg (11.) und die beiden Tiroler Klubs Wacker Innsbruck und WSG Tirol, die auf dem zwölften und letzten Platz landeten. Während Wacker den Weg in die 2. Liga antreten musste, profitierte die WSG vom Ende des SV Mattersburg und durfte die Klasse auch ohne sportliche Qualifikation halten.

Dass der Aufsteiger die höchste Spielklasse gleich wieder verlassen muss, geschah dennoch selten. Seit dem ersten Aufstieg der Austria vor 25 Jahren ereilte dieses Schicksal neben Innsbruck 2019 nur Vorwärts Steyr in der Saison 1998/99. Entgegen dem viel zitierten „schwierigen zweiten Jahr“ haben sich die Aufsteiger meist in der höchsten Liga stabilisiert. Seit 1998 hat kein Team mehr in seiner zweiten Saison den Gang in die niedrigere Spielklasse antreten müssen. Auch hier hatten allerdings Admira Wacker (2001 dank FC-Tirol-Konkurs) und St. Pölten (2017 dank Liga-Erweiterung) als Tabellenletzter Glück, in der Liga zu bleiben.

Zurück zur Austria

Doch was hat die unerfahrenen Lustenauer im sprichwörtlichen „Hauen und Stechen“ des Abstiegskampfes ausgezeichnet? „Unsere Gelassenheit. Vielleicht haben wir ein bisschen weniger nachgedacht als die Konkurrenz, die diese Situation schon im Vorjahr erlebt hat“, glaubt Grabher. Mit dieser Einstellung wollen die Bundesliga-Neulinge nun das Europacup-Play-off attackieren. VN-EMJ

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