FC Dornbirn kann Höhenflug der “Falken” nicht stoppen

Sport / 06.05.2023 • 18:06 Uhr
Die Falken behielten die Oberhand - der FC Dornbirn muss um den Klassenerhalt fighten. <span class="copyright">GEPA</span>
Die Falken behielten die Oberhand - der FC Dornbirn muss um den Klassenerhalt fighten. GEPA

Trotz Halbzeitführung verliert der FC Mohren Dornbirn im Auswärtsspiel in Kapfenberg mit 1:2. Der Abstiegskampf rückt damit wieder ganz nahe.

Kapfenberg Für den FC Dornbirn wird’s im Endspurt der Saison noch einmal ganz ungemütlich. Eine 1:2-Niederlage in Kapfenberg trennt die Rothosen nur mehr vier Punkte von den Abstiegsrängen. “Die Niederlage tut auf jeden Fall sehr weh, wir hätten einen deutlichen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen können. Es war eigentlich ein Sechs-Punkte-Spiel”, bilanzierte Mittelfeld-Motor Lars Nussbaumer nach der Partie.

Die frühe Führung in Kapfenberg: Dornbirns Jan Stefanon dreht zum Jubeln ab. <span class="copyright">GEPA</span>
Die frühe Führung in Kapfenberg: Dornbirns Jan Stefanon dreht zum Jubeln ab. GEPA

Thomas Janeschitz veränderte die Rothosen-Startaufstellung im Vergleich zur 0:3-Niederlage gegen St. Pölten auf vier Positionen, Cavafe und Nussbaumer rückten nach ihren abgesessenen Sperren wieder in die Mannschaft, auch Noa Mathis und Jan Stefanon starteten von Beginn an.

Ganz in Weiß erwischten die Gäste einen deutlich besseren Start in die Partie, zeigten sich hellwach und gefährlich in der Offensivbewegung. Die erste Chance der Partie bedeutete zugleich die Führung für den FC Dornbirn: Nach einem Fehlpass der KSV im Aufbauspiel dreht Lars Nussbaumer den Ball aus der Distanz zwar nur an den Pfosten, Jan Stefanon staubte aber zum 0:1 ab (10.).

Auch in weiterer Folge gehörten die besseren Möglichkeiten lange den Rothosen, Santin wird noch entscheidend am kurzen Eck abgegrätscht (36.), Williams Schuss nach einer Ecke bleibt hängen (38.). “Die erste halbe Stunde war super. Wir hatten genug Chancen, mindestens auf das zweite Tor”, so Nussbaumer.

“Die Niederlage tut auf jeden Fall sehr weh, wir hätten einen deutlichen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen können. Es war eigentlich ein Sechs-Punkte-Spiel.”

Lars Nussbaumer, nach der Pleite

Allein Gustavo hätte der Janeschitz-Elf noch vor der Pause zu einer bequemen Führung verhelfen können. In Minute 21 trifft der Angreifer aber aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten, einen Kopfball in der 39. Spielminute setzt er an die Latte. Bitter für Dornbirn: Noch vor der Pause muss Gustavo angeschlagen raus. “Es läuft alles nicht wirklich für uns”, so Janeschitz.

Doch auch die KSV kommt zu ihren Möglichkeiten. Auch, weil Dornbirn nach der Trinkpause – bei gemütlichen 20 Grad Anfang Mai – nicht mehr ganz so konsequent agiert. Distanzversuche von Amoah (15.) und Grgic (29.) sind für Dornbirn-Torhüter Ospelt zwar kein Problem, als Puschl den Ball nach schöner Kombination aus wenigen Metern nur über das Tor jagt, ist aber auch Glück dabei (31.). Und ganz viel Reaktionsschnelligkeit, bei einer tollen Parade von Ospelt, der in Minute 42 einen Schuss aus dem Rückraum entschärft.

Die Sache mit den Standards

Direkt nach dem Wiederanpfiff gelingt Kapfenberg der Ausgleich: Nach einem Einwurf auf der linken Angriffsseite landet der Ball über mehrere Stationen bei Mark Grosse, der nur mehr einzuschieben braucht (47.). Er erzielte damit auch im achten Spiel in Folge einen Scorerpunkt. Und zwei Gefahrenpotentiale, die auch Janeschitz im Vorfeld angesprochen hatte – Grosse und die Standards – bewahrheiteten sich.

Mark Grosse trifft auch gegen den FC Dornbirn - hier die Freude über den 1:1-Ausgleich. <span class="copyright">GEPA</span>
Mark Grosse trifft auch gegen den FC Dornbirn - hier die Freude über den 1:1-Ausgleich. GEPA

Nur wenig später hatte Dornbirns Felix Mandl – er ersetzte Gustavo – die Chance auf die erneute Führung auf dem Fuß, ließ sich gegen Giuliani aber zu viel Zeit. Ansonsten war’s das aber mit den Angriffsbemühungen der Rothosen, die Umschaltsituationen wurden mal wieder zu wenig clever ausgespielt.

“Wir haben schon viele Möglichkeiten im Frühling gehabt, nutzen das aber nicht aus. Das ist gefährlich.

Thomas Janeschitz, ärgert sich über die Niederlage

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In einer äußerst zerfahrenen zweiten Hälfte lief aber auch bei den Falken nicht allzu viel zusammen. Außer bei Standards. Über diese Gefahr wusste man Bescheid – ausrichten konnte man dagegen aber nur wenig. Nach einem Freistoß von Grosse wird der Ball hinter der Abwehr ins Zentrum geköpft, wo Amoah diesen mit Glück und die Mitarbeit des Pfostens zum 2:1 ins Tor befördert (72.). “Ein Trick, den wir eigentlich spielen wollen – und wir sind zu naiv, das zu verteidigen”, ärgerte sich Janeschitz. Der auch mit der Leistung des Unparteiischen nicht zufrieden war: “Er trifft unglaubliche Entscheidungen – es passt halt alles zusammen. Nichtsdestotrotz kriegen wir die Tore billig.” Er wolle die alte Fußballweisheit gar nicht in den Mund nehmen, so Nussbaumer. Aber: “Wir kriegen wieder zwei Tore, weil wir sie vorne nicht gemacht haben, ist so.”

Durch die Niederlage steht Dornbirn auf Rang zehn, aktuell vier Punkte vor einem Abstiegsplatz. Die Falken hingegen setzen ihre starke Frühjahrsserie fort, sind jetzt punktegleich mit Dornbirn. “Ich hab immer gesagt, dass das Frühjahr schwer wird, weil die Teams unten besser werden. Wir haben schon viele Möglichkeiten gehabt, nutzen das aber nicht aus. Das ist gefährlich”, meinte Janeschitz.

Am nächsten Spieltag folgt für Dornbirn das direkte Duell mit einem Abstiegskandidaten. Statt den “Falken” geht es dann gegen die Admira, Wappentier der Südstädter ist der Panther. Die Admira spielt ihre Partie der 26. Runde zudem erst morgen gegen Sturm II. “Es wird so oder so ein sehr umkämpftes Spiel werden. Wenn sie morgen punkten, wird’s ein unglaublicher Fight”, so Nussbaumer. Dennoch, so der Youngster: “Wir haben alles noch in der eigenen Hand, nichts ist verloren.” Auch Janeschitz sieht das ähnlich: “Es sind noch vier Runden – irgendwann müssen wir den Sack halt zumachen und die Abgebrühtheit auf den Platz bringen.” FB

Admiral 2. Liga, 26. Runde

Kapfenberger SV 1919 – FC Mohren Dornbirn 1913 2:1 (0:1)

Stadion Kapfenberg, 560 Zuschauer, SR Gabriel Gmeiner

Torfolge: 10. 0:1 Jan Stefanon, 47. 1:1 Mark Grosse, 71. 2:1 Winfred Amoah

Gelbe Karten: 25. Puschl (KSV), 25. Marte (Dornbirn/beide Unsportlichkeit), 53. Walchhütter (KSV/Foul), 54. Mätzler (Dornbirn/Unsportlichkeit), 56. Miskovic (KSV/Foulspiel), 90./+1 Ibrakovic (Trainer KSV/Unsportlichkeit)

KSV 1919 (3-1-4-2): Giuliani – Pichorner (90. Szerencsi), Heindl, Lucho Vasquez – Walchhütter – Puschl, Miskovic, Grgic (46. Bajrektarevic), Mandler – Grosse, Amoah (90. Mohamed)

FC Mohren Dornbirn 1913 (4-4-1-1): Ospelt – Rusch (80. Popovic), Cavafe, William, Marte – Santin (80. Parger), Nussbaumer, Mätzler, Stefanon (65. Gaßner) – Mathis (65. Krnjic) – Gustavo (43. Mandl)