Tränen statt Jubel bei Altachs Fußballerinnen

Sport / 01.05.2023 • 19:15 Uhr
Enttäuschte Altach-Spielerinnen nach 90 Cupminuten. <span class="copyright">gepa</span>
Enttäuschte Altach-Spielerinnen nach 90 Cupminuten. gepa

90 Minuten lang den Favoriten SKN St. Pölten gefordert, lange Zeit knapp vor dem Ausgleich, doch am Ende setzte es für die SPG SCR Altach/FFC Vorderland eine 1:3-Niederlage im Finale des ÖFB Frauen Cups.

Wiener Neustadt Enttäuschung, ein paar Tränen, aber viel Applaus von den mitgereisten Fans. Die Spielerinnen der SPG SCR Altach/FFC Vorderland erlebten am Finaltag des ÖFB Frauencups eine heftige Portion an Emotionen. Am Ende musste sich die Elf von Cheftrainer Bernhard Summer dem großen Favoriten SKN St. Pölten mit 1:3 geschlagen geben. Damit sind die Niederösterreicherinnen seit 47 Spielen bzw. elf Jahren im ÖFB Cup ungeschlagen.

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Herausragend in der Wiener Neustädter Ergo Arena war die 19-jährige Sarah Mattner-Trembleau mit einem Doppelpack (13., 77.). Zudem trug sich auch Kapitänin Jasmin Eder (18.) in die Schützenliste ein. Den Vorarlbergerinnen, die zuletzt mit einem 18:0 gegen Altenmarkt in der Bundesliga einen neuen Allzeit-Rekordsieg eingefahren hatten, gelang durch einen Traumfreistoß von Maria Olsen (35.) am Ende nur eine Resultatskosmetik. Sie konnten trotzdem zufrieden sein, war doch der Einzug ins Endspiel eine Premiere und damit als großer Erfolg zu werten. St. Pölten ist auch in der Liga auf Kurs in Richtung neuerlichem Meistertitel, nach 13 von 18 Runden beträgt der Vorsprung auf Verfolger Sturm Graz fünf Punkte. Altach ist weitere sechs Zähler dahinter Dritter.

Am Ende gab es für alle Altach-Spielerinnen Medaillen. <span class="copyright">apa</span>
Am Ende gab es für alle Altach-Spielerinnen Medaillen. apa
Altachs dänische Legionärin Maria Olsen mit ihren Eltern Jette und Henrik Olsen. <span class="copyright">Tomaselli</span>
Altachs dänische Legionärin Maria Olsen mit ihren Eltern Jette und Henrik Olsen. Tomaselli

Frauenfussball

ÖFB Frauencup

Endspiel

SKN St. Pölten vs SPG SCR Altach/FFC Vorderland 3:1 (2:1)

Wiener Neustadt, Ergo Arena, 600 Zuschauer, SR Lena Hirtl (ST)

Torfolge: 13. 1:0 Mattner-Trembleau, 16. 2:0 Eder, 35. 2:1 Olsen (Freistoß), 77. 3:1 Mattner-Trembleau

Gelbe Karten: Mikolajova bzw. Horvat, Tietz, Campbell

SKN St. Pölten (4-4-3) Schlüter – Lemesova, Balog (89. Mädl), Klein, Tabotta – Wenger, Mikolajova, Eder – Mattner-Trembleau (81. Enzinger), Schumacher (60. Brunnthaler), Zver

SPG SCR Altach/FFC Vorderland (4-4-2) Koretic – Horvat (64. Albrecht), Calo (81. Müller), Metzler, Bereuter – Tietz (69. Walter), Olsen, Purtscher (64. Schneider), Kofler (81. Lins) – Campbell, Natter

Vor den Augen der ÖFB-Spitze sowie Frauen-Teamchefin Irene Fuhrmann leitete Mattner-Trembleau den Favoritensieg früh ein. Mattner-Trembleau hatte dabei auch das nötige Glück, da ihr Schuss aus dem nicht besten Winkel via Innenstange den Weg ins Tor fand. Beinahe hätten die Vorarlbergerinnen postwendend zurückgeschlagen, bei einem Bereuter-Volley war Torfrau Carina Schlüter auf dem Posten (15.). Die Niederösterreicherinnen waren effizienter und verwerteten auch die nächste Chance. Nach Zver-Flanke konnte die völlig ungedeckte Kapitänin Eder aus kurzer Distanz per Kopf einnetzen.

Die Eltern als Daumendrücker: Gerold und Sonja Lins, Christian und Sandra Purtscher, Hilde und Thomas Natter (von links). <span class="copyright">Tomaselli</span>
Die Eltern als Daumendrücker: Gerold und Sonja Lins, Christian und Sandra Purtscher, Hilde und Thomas Natter (von links). Tomaselli

“Es war das erwartet schwere Spiel, aber phasenweise hatte ich das Gefühl, dass wir dem Ausgleich näher sind als St. Pölten dem dritten Treffer.”

Bernhard Summer, Cheftrainer SPG SCR Altach/FFC Vorderland

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Celia Liese Brancao-Ribeiro, Trainerin bei St. Pölten und Bernhard Summer. <span class="copyright">apa</span>
Celia Liese Brancao-Ribeiro, Trainerin bei St. Pölten und Bernhard Summer. apa
Treue Fans: Jürgen Gehbauer (links) und Werner Frick. <span class="copyright">Tomaselli</span>
Treue Fans: Jürgen Gehbauer (links) und Werner Frick. Tomaselli

Cheftrainer Bernhard Summer sprach nach dem Spiel von einer wichtigen Erfahrung in der Entwicklung für die Mannschaft. Phasenweise sei man dem Ausgleich näher gewesen als einem weiteren Gegentreffer, so der 54-Jährige. Er hatte auch im Finale Janine Koretic, weil so vor Saisonstart fixiert, im Tor den Vorzug vor Charlotte Voll gegeben. Nationalspielerin Eileen Campbell trauerte nach der Partie den vergebenen Chancen nach und meinte: “Wir wussten, dass wir uns nicht viel erlauben dürfen.” Die 22-Jährige war ob der Niederlage enttäuscht, wie auch Sabrina Horvat (25), die ihre frühe Auswechslung (64.) nicht ganz verstehen wollte.

Die Spielerinnen bedankten sich bei ihren mitgereisten Fans. <span class="copyright">Tomaselli</span>
Die Spielerinnen bedankten sich bei ihren mitgereisten Fans. Tomaselli
Emilia Purtscher (links) und Lisa Maria Metzler gegen Melanie Brunnthaler. <span class="copyright">apa</span>
Emilia Purtscher (links) und Lisa Maria Metzler gegen Melanie Brunnthaler. apa

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Der Torjubel nach dem Anschlusstreffer. <span class="copyright">gepa</span>
Der Torjubel nach dem Anschlusstreffer. gepa
Hanna Fankhauser (links) und Jasmin Reiterer, zwei Schulkolleginnen in St. Pölten von Emilia Purtscher. <span class="copyright">Tomaselli</span>
Hanna Fankhauser (links) und Jasmin Reiterer, zwei Schulkolleginnen in St. Pölten von Emilia Purtscher. Tomaselli

Alles schien früh entschieden, doch ein Geniestreich brachte den Außenseiter zurück in die Partie. Wohl als Flanke gedacht, senkte sich ein Freistoß aus seitlicher Position und großer Entfernung von der 22-jährigen Dänin Olsen über Schlüter hinweg ins lange Eck. Nach Wiederbeginn waren Chancen auf beiden Seiten Mangelware, St. Pölten, das im Cup zuletzt am 10. März 2012 ein Spiel verloren hat, geriet nicht mehr in Gefahr. Der Schlusspunkt war Mattner-Trembleau vorbehalten, die nach Lemesova-Kopfball-Hereingabe direkt verwandelte. Damit musste der Favorit nicht so hart kämpfen wie beim knappen Liga-3:2 am 23. Oktober 2022.

Eileen Campbell in Aktion. <span class="copyright">gepa</span>
Eileen Campbell in Aktion. gepa
Nur Zuschauer, weil verletzt: Angelina Maldoner (links) und Lena Triendl. <span class="copyright">Tomaselli</span>
Nur Zuschauer, weil verletzt: Angelina Maldoner (links) und Lena Triendl. Tomaselli

Für Altachs Frauen endete damit eine sensationelle Cupreise mit einer Niederlage. Dennoch: Campbell, Horvat und Co. hätten es sich verdient, auch seitens des Vorstands Unterstützung vor Ort zu erhalten. Walter Weiß war in seiner Funktion als Obmann des Altacher Frauenvereins neben Sportdirektor Tobias Thies ebenso im Stadion wie ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel und ÖFB-Nachwuchs-Teamchef und Ex-Altach-Trainer Martin Scherb.