Altacher Rekordsieg vor dem Cupfinale

18:0-Erfolg von Campbell und Co. in der Frauen-Bundesliga gegen Altenmarkt hat allerdings zwei Seiten.
Altach Die Generalprobe vor der erstmaligen Teilnahme am ÖFB Frauen Cupfinale ist für die Spielerinnen der Spielgemeinschaft Altach/Vorderland mehr als geglückt. Gegen den Tabellenvorletzten SKV Altenmarkt gab es in der Cashpoint Arena einen 18:0-Erfolg zu bejubeln. Bereits zur Halbzeit führten die Hausherrinnen komfortabel mit 9:0. Es dauerte immerhin elf Minuten, bis Linda Natter eine ideale Hereingabe in den Fünfmeterraum per Kopf zur Führung verwerten konnte.
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Bei den Gästen stimmte die Zuordnung überhaupt nicht mehr, was auch auf den frühen Ausschluss von Verteidigerin Sophie Roadl zurückzuführen ist, die nach einer klaren Notbremse knapp vor der Strafraumgrenze zu Recht ausgeschlossen wurde. Altenmarkt war deutlich unterlegen und kam nur selten überhaupt über die Mittellinie, während Altach immer wieder früh in Ballbesitz kam und sich unzählige Tormöglichkeiten herausspielte und den Spielstand im Schongang laufend erhöhte. Für Torfrau Charlotte Voll war es eine Partie mit ganz wenigen Ballkontakten und weil sich das Spielgeschehen soweit vor ihrem Tor abspielte rückte sie phasenweise bis zur Mittellinie oder sogar darüber hinaus mit auf, ohne dass dies zu Gefahr führen hätte können.
Planet Pure Frauen Bundesliga
13. Spieltag
SPG SCR Altach/FFC Vorderland – SKV Altenmarkt 18:0 (9:0)
Altach, Cashpoint-Arena, 282 Zuschauer, SR Jenewein (T)
Torfolge: 11. 1:0 Linda Natter (Kopfball), 12. 2:0 Eileen Campbell, 23. 3:0 Julia Kofler, 29. 4:0 Maria Olsen, 31. 5:0 Linda Natter, 35. 6:0 Julia Kofler, 42. 7:0 Eileen Campbell, 43. 8:0 Iris Stekovics (Eigentor), 44. 9:0 Rieke Tietz, 50. 10:0 Julia Kofler, 60. 11:0 Linda Natter, 67. 12:0 Anna Bereuter, 68. 13:0 Linda Natter, 70. 14:0 Anna Bereuter, 77. 15:0 Linda Natter, 83. 16:0 Paulina Winsauer, 87. 17:0 Anna Bereuter (Kopfball), 90./+2 18:0 Lisa Maria Metzler (Foulelfmeter)
Gelbe Karte: 90./+1 Vanessa Krasna (Foulspiel/Altenmarkt)
Rote Karte: 8. Sophie Roadl (Altenmarkt/Notbremse)
Altach/Vorderland (4-4-2) Voll – Horvat (46. Albrecht), Calo (46. Müller), Metzler, Bereute – Tietz, Olsen (46. Schneider), Purtscher (46. Lins), Kofler (63. Winsauer) – Campbell, Natter.
Altenmarkt (4-1-4-1) Waehlan – Vieru, Roadl, Aranbaev, Krasna; Pelleritzer (46. Nedorostova) – Spahic (46. Köpper), Corrias (46. Igaz), Stekovics, Steiner – Falb (46. Leitner).

Beim Halbzeitstand von 9:0 wollte Trainer Bernhard Summer vor dem Cupfinale dann keine Verletzungen mehr riskieren und nahm gleich vier Stammspielerinnen vom Platz und auch bei Altenmarkt wurden die nur vier mitgereisten Ersatzspielerinnen eingewechselt. Das lähmte das Altacher Toreschießen jedoch nicht und so ging es in der gleichen Art und Weise in der zweiten Halbzeit weiter. Julia Kofler, die im Spiel gleich dreimal traf, eröffnete den Torreigen in der 50. Minute. „Ein Hattrick passiert nicht alle Tage und bei mir auch schon länger nicht mehr. Deshalb freut es mich sehr, dass ich dem Team heute damit helfen konnte“, sagte Kofler nach dem Spiel. Ihr Debüt in der Bundesliga durfte in der Folge auch Paulina Winsauer feiern, das sie am linken Flügel ohne Fehler meisterte.
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In der Mitte der zweiten Hälfte gab es dann gleich eine Aneinanderreihung der Tore zu sehen. Innerhalb von vier Minuten erhöhte das Heimteam auf 14:0 und überwältigte zu diesem Zeitpunkt eine neunköpfige Defensive von Altenmarkt, die sich wirklich nur mehr um das Verhindern von Gegentoren bemühte. Und in der Schlussphase kam es für die Niederösterreicherinnen dann noch dicker. Denn nachdem sich Torfrau Luisa Waehlan verletzte und das Wechselkontingent bereits erschöpft war, spielte Altach in doppelter Überzahl, denn Altenmarkt-Kapitänin Iris Stekovics zog sich das Torhüterinnentrikot über. Und Debütantin Winsauer vollendete danach ihren ersten Bundesligaeinsatz gleich mit ihrem ersten Tor zum 16:0. Nachdem Anna Bereuter mit dem Kopf ihren dritten Treffer verbuchte, stellte Lisa Maria Metzler nach einem Foul vom Strafstoßpunkt den 18:0-Endstand her.
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Neben Metzler, Bereuter, Winsauer, Natter und Julia Kofler trugen sich auch noch Maria Olsen, Rieke Tietz, Sarah Schneider, Eileen Campbell und Maria Olsen in die Torschützinnenliste ein. „Wir freuen uns natürlich über diesen Sieg, der heute niemals gefährdet war. Aber auf der anderen Seite ist es für den Frauenfußball nicht sehr förderlich, wenn wir in der höchsten Liga eines Landes so ein Leistungsgefälle haben“, sieht Trainer Bernhard Summer nicht nur Positives am Rekordsieg der SPG Altach/Vorderland.

Und im Hinblick auf die Vorbereitung zum Cupfinale rechnen weder der Trainer noch Torschützin Julia Kofler damit, dass das Team zu leichtfertig ins Cupfinale geht. „Wir wissen genau, wie wir diesen Sieg einschätzen müssen und werden sicherlich mit der richtigen Art und Weise in die Vorbereitung gehen“, führt Summer aus. HFL