Schiedsrichter angespuckt und bedroht – Hatlerdorfs Co-Trainer bis 2026 gesperrt

Nach Tätlichkeit gegen Schiedsrichter: Der Straf-, Kontroll-, Melde- und Beglaubigungsausschuss (STRUMA) des Vorarlberger Fußballverbandes (VFV) sprach die Höchststrafe gegen Funktionär des SC Hatlerdorf aus.
Dornbirn Die 1:3-Heimniederlage des SC Elektro Graf Hatlerdorf am 15. April gegen die Bregenzer Viktoria hat ein Nachspiel – und das gleich in mehrfacher Hinsicht.

Im Mittelpunkt des Geschehens Hatlerdorfs Co-Trainer Ermin Dizdaric, der von Schiedsrichter Felix Streibert zur Pause wegen Kritik mit der Gelben Karte belegt wurde. Damit nicht genug, verwies der Unparteiische Dizdaric wegen anhaltender Kritik nach 56 Minuten von der Trainerbank. Damit wiederum konnte sich der 42-Jährige, der zwischen 2000 und 2009 für zehn Vorarlberger Vereine spielte, nicht abfinden. Und so kam es nach dem Spiel in der Schiedsrichterkabine zum Eklat, als Dizdaric den Schiedsrichter vor Zeugen verbal attackierte, zweimal anspuckte und bedrohte. Schließlich musste sogar die zu Hilfe gerufene Polizei für Ruhe sorgen. Schiedsrichter Streibert wollte sich zum Vorfall nicht äußern und verwies an den STRUMA.

Sperre bis 31. Dezember 2026
Die Verhandlung vor der STRUMA endete mit der Höchststrafe und sorgte beim STRUMA-Vorsitzenden Hans Bertsch für Kopfschütteln. Der ehemalige Kennelbach-Präsident, seit Jahrzehnten im Vorarlberger Fußball tätig, sagte danach: “Ein solcher Fall ist mir in all den Jahren noch nicht untergekommen. Zeugen haben ausgesagt, dass er den Schiedsrichter zweimal angespuckt und bedroht hat.”

Seitens der STRUMA überlegte man laut Bertsch sogar eine lebenslange Sperre von Ermin Dizdaric. “Das ist laut ÖFB-Statuten nicht möglich und so haben wir die Höchststrafe verhängt. Das sind 72 Spiele und die Sperre dauert somit bis 31. Dezember 2026.” Dizdaric muss allerdings auch mit einer Anzeige rechnen, hat sich doch die Polizei den Tathergang protokolliert.
Vereinsausschluss
Beim heimischen Klub aus der 1. Landesklasse zog Hatlerdorf-Kassier Herbert Bischof nach dem Vorfall sofort die Notbremse. “Das Verhalten des Tormann- und Cotrainers ist nicht zu tolerieren. Er hat nichts mehr in unserem Verein verloren. So ein Verhalten schadet unserem Image und macht kein gutes Bild vor all unseren Nachwuchsspielern. Ich kann mich im Namen vom Klub nur nochmals für den schlimmen Vorfall bei allen entschuldigen.” VN-CHA, VN-TK, VN-EMJ
