Joel Schwärzler kratzt mit sechstem ITF-Doppeltitel an den Top 30

Sport / 16.04.2023 • 15:40 Uhr
Joel Schwärzler war mit dem Platzverhältnissen in Plovdiv nicht wirklich zufrieden. <span class="copyright">ÖTV </span>
Joel Schwärzler war mit dem Platzverhältnissen in Plovdiv nicht wirklich zufrieden. ÖTV

17-jähriger Harder bestätigt in Bulgarien mit Sieg im Doppel und Halbfinaleinzug im Einzel den Aufwärtstrend.

Plovdiv Vor zwei Wochen hatte Joel Schwärzler beim ITF-J300-Tennisturnier in Vrsar (Cro) seinen bisher größten Doppeltitel geholt und im Einzel mit der Finalniederlage knapp das Double verpasst. Diesen Erfolg hat der ÖTV-Vertragsspieler, der im ÖTV-Leistungszentrum Südstadt unter ÖTV-Sportdirektor und Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer trainiert, diese Woche beinahe wiederholt. Beim Bulgaria Cup in Plovdiv wurde der 17 Jahre junge Harder im Einzel diesmal eine Runde früher gestoppt und musste sich im Halbfinale gegen den topgereihten Lokalmatador Iliyan Radulov, der Nummer sieben in der ITF-U-18-Weltrangliste mit 5:7, 2:6 geschlagen geben.

Joel Schwärzler kratzt mit sechstem ITF-Doppeltitel an den Top 30
Joel Schwärzler (r.) mit Partner Marc Majdandzic nach dem Doppelfinale. ÖTV

Im Doppelbewerb setzte sich Schwärzler dafür abermals die Krone auf: An der Seite des Deutschen Marc Majdandzic entschied der regierende U-16-Europameister das Endspiel mit 6:3, 6:4 gegen Vit Kalina/Matic Kriznik (Svk/Slo) für sich. In der ITF-Weltrangliste der Unter-18-Jährigen wird Schwärzler sein derzeitiges Career High von Platz 33 voraussichtlich um zwei Positionen verbessern und damit am erstmaligen Einzug unter die Top 30 anklopfen.

Schwierige Bedingungen in Bulgarien

Schwärzler zog nach seinem sechsten ITF-Doppeltitel ein zufriedenes Fazit: „Es war ein gutes Turnier, hätte aber natürlich auch besser sein können. Ich habe diese Woche generell nicht mein bestes Tennis spielen können. Es war sehr, sehr langsam hier, die Bälle waren langsam, die Plätze waren tief, es war kalt.“ Trotz dieser, ihm nicht gerade entgegenkommenden, Spielbedingungen gelangen ihm drei Siege. Am meisten hatte er hierbei ausgerechnet in der ersten Runde beim 6:4, 2:6, 6:3 gegen einen 14-Jährigen zu kämpfen, ein regelrechtes Wunderkind: Ivan Ivanov, der im internationalen U18-Ranking schon auf Platz 220 steht, kürzlich ein J100-Turnier gewann und ein J200-Halbfinale erreichte, und im Dezember 2022 sogar als erster Spieler seines Landes bei der prestigeträchtigen Junior Orange Bowl in Coral Gables im U14-Bewerb triumphierte. „Dieses Match war taff. Ivanov ist ein richtig, richtig guter Spieler. Was ich gehört habe, hat er an dem Tag über seinem Level gespielt – wahrscheinlich aus dem Grund, dass er nichts zu verlieren hatte. Jeder Tennisspieler kennt das Gefühl“, so Schwärzler gegenüber dem ÖTV.

Nach daraufhin zwei klaren Siegen – 6:1, 6:3 gegen den Russen Amirkhamza Nasridino und 6:2, 6:2 gegen Alexander Vasilev aus Bulgarien – war gegen Radulov schließlich Endstation. „Im Einzel habe ich nicht gut gespielt. Der Aufschlag war schlecht. Ich hatte mehr als genug Chancen, habe ihn auch ein paar Mal breaken können, aber ich habe dann oft gleich das Rebreak bekommen. Ich habe mich eigentlich stets selber gebreakt, mit vielen Fehlern“, übte Schwärzler Selbstkritik.

Trost spendete ihm dafür das Doppel: „Das war, muss man ehrlich sagen, relativ easy, abgesehen vom Halbfinale. Das war wirklich nicht einfach – das sagt auch das Ergebnis, mit drei Tiebreaks. Wir hatten im zweiten Satz schon Matchball, aber den haben sie mit einem Ass abgewehrt. Im Match Tiebreak konnten wir dann zum Glück das Spiel für uns entscheiden“, berichtete er vom hart umkämpften 7:6(5), 6:7(6), 10:2 über die Serben Sasa Markovic und Vuk Radjenovic, denen er schon im Doppelfinale in Vrsar gegenübergestanden war. Gegen Kalina/Kriznik hatten Majdandzic/Schwärzler daraufhin weniger Mühe.

Zweiter J300-Doppeltitel 2023

„Das zweite J300-Turnier hintereinander im Doppel zu gewinnen, das ist natürlich geil“, freute sich Schwärzler nach seinen Triumph im Doppel. „Aber der Fokus liegt immer auf dem Single – und da hoffe ich, dass bald der nächste Titel und der erste in diesem Jahr kommt.“

Die nächste Chance gibt es erst in der übernächsten Woche. Am Samstag flog Schwärzler zuerst mal heimwärts. Nach einer Trainingswoche geht es mit einem ITF-JA-Turnier in Offenbach (Deutschland) weiter, ein Event der höchsten Wertigkeit nach den Jugend-Grand-Slams.