Rothosen verteilen an Ostern Geschenke

Der FC Dornbirn verliert am Ostersonntag in Überzahl verdient mit 0:2 gegen Liefering. Vorne mit ganz viel Pech und hinten zu anfällig, reicht es nicht zu Punkten. Der Spielbericht:
Dornbirn Im Hinspiel wurde auswärts noch ein 6:0-Kantersieg bejubelt, der Ostersonntag geriet für den FC Dornbirn hingegen nicht zum Feiertag. Rund 500 Zuschauer tauschten Osternest-Suche gegen 2. Liga bei freiem Eintritt – zu sehen bekamen sie neben der brandneuen Videowall im Stadion Birkenwiese eine 0:2-Niederlage der Rothosen gegen Liefering. Prädikat: Selbst schuld.
„Du hast brutale Chancen gehabt – aber es war heute einfach zu wenig von uns allen. Irgendwas hat gefehlt.”
Sebastian Santin, Spieler FC Mohren Dornbirn
Das sah auch Flügelflitzer Sebastian Santin so: „Du hast brutale Chancen gehabt – aber es war heute einfach zu wenig von uns allen. Die Tore kriegst du halt auch wieder blöd, aber der Sieg war im Endeffekt verdient von Liefering. Irgendwas hat gefehlt.”

Das nächste Ei
Was gefehlt hat? Trainer Thomas Janeschitz löst auf: “Wir waren zu wenig aktiv, haben Bälle leichtfertig verloren, die Körpersprache hat nicht gepasst.” So gehörte der Spielbeginn ganz klar den Lieferingern, die komplett dominierend auftraten, Ball und Gegner laufen ließen. Die erste gute Chance der Partie durch Jano lenkt Dornbirn-Keeper Justin Ospelt mit den Fingerspitzen gerade noch um den Pfosten (6.), Yeo verzieht von halbrechts knapp (25). In Minute 27 fällt dann aber der Treffer, der sich mehr als abgezeichnet hatte: Einen Rebound verwertet Zeteny Jano schnörkellos aus 18 Metern, Ospelt ist noch dran, kann den Gegentreffer aber nicht mehr verhindern. “Was wir beim Hinspiel sehr gut gemacht haben, hat heute nicht gepasst”, so Janeschitz.
Der zweite Treffer hingegen geht ganz klar auf die Kappe des Torhüters, der sich nach einer äußerst mäßigen Leistung bei der Vienna in der Vorwoche auch am Ostersonntag ein Ei legte. Eine recht ungefährliche Flanke in den Fünfer kriegt Ospelt nicht zu fassen, über Umwege kommt Lawrence Agyekum zum Abschluss (Cavafe warf sich bereits zuvor mit vollem Körpereinsatz in einen Versuch), durch die Hosenbeine von Ospelt landet der Ball im langen Eck (36.).
Es war nicht so, dass Dornbirn keine Chancen hatte – die Rothosen nutzten sie einfach nicht. So hält Krumrey gegen Mathis (23.), der Nachschuss von Stefanon wird geblockt. Auch Gustavo jagt einen Ball nach gutem Solo über das Tor (29.).
Und trotz des 0:2-Rückstands: Es kam noch einmal Hoffnung auf – weil Lieferings Bryan Okoh sich höchst ungeschickt anstellte, den Ball erst an Gustavo verlor und diesen dann vor dem Sechzehner umriss – Rot (39.).
In Überzahl machten die Rothosen ordentlich Druck – waren aber viel zu ineffektiv. Nach einem Seitfallzieher von Gustavo (42.) wird auch der Nachschuss von William noch geklärt, nur Sekunden später verfehlt Cavafe per Kopf aus bester Position.

Wie vernagelt
Auch nach der Pause waren die Rothosen mit einem Mann mehr besser im Spiel, Liefering begegnete der Überlegenheit mit vielen kleinen Foulspielen. Die ganz großen Möglichkeiten ließen auf sich warten. Zwar zappelt der Ball in der 54. Spielminute im Tor – Leo Mätzler steht beim Abschluss allerdings klar im Abseits.
Die Rothosen warfen in Person von Coach Janeschitz alles rein, um die Partie doch noch zu drehen. Bereits in Minute 68 war so das Wechselkontingent erschöpft, mit Marco Wieser und Felix Mandl wurden zwei neue Angreifer gebracht, Dornbirn stellte auf eine Dreierkette um. Gebracht hat’s schlussendlich nichts, denn zu wenig Glück kam auch ganz viel Pech dazu. Der Dornbirner Chancenwucher war enorm.
Ein Abschluss von Krnjic wird auf der Linie geklärt (74.), Mandl bringt in Minute 80 zu wenig Druck hinter den Ball, Krumrey dreht einen super Schuss des eingewechselten Nussbaumer über die Latte (83.), Wieser verfehlt das lange Eck, auch Mätzler rutscht um Zentimeter am Ball vorbei (87.), auch Mandl trifft nicht (90./+4).

In der Tabelle zieht Liefering an Dornbirn vorbei, die Rothosen sind auf Rang zehn, fünf Punkte vor dem ersten Abstiegsrang. “Das tut jetzt weh, weil ein Sieg – und damit 30 Punkte – wären top gewesen”, so Santin.
Die ersten 39 Minuten, wo man Dinge nicht auf den Platz bringt, die man davor bespricht, sind ärgerlich. Wir haben das Spiel Liefering genau so angepasst, wie sie es haben wollen.”
Thomas Janeschitz, Trainer FC Mohren Dornbirn
Janeschitz hingegen regten primär nicht die vergebenen Chancen auf: „Das ist gar nicht das, was mich so ärgert. Ärgerlich sind vielmehr die ersten 39 Minuten, wo man Dinge nicht auf den Platz bringt, die man davor bespricht. Wir haben das Spiel Liefering genau so angepasst, wie sie es haben wollen.“ Die Strafe dafür sei gewissermaßen, “dass das Tor vernagelt bleibt, der Torwart beim Gegner überragend spielt – und bei uns weniger.”
Angesprochen auf einen möglichen Torhüterwechsel nach dem erneuten Patzer Ospelts sagt der Trainer: “Das muss ich erst mal sacken lassen. Man wird am Samstag eine Mannschaft sehen, die parat ist – das gilt für alle Positionen.”
Dann wartet die Auswärtspartie gegen die Young Violets in Wien-Favoriten – derzeit Vorletzter der Tabelle. “Es nützt nichts, nächste Woche musst du sowieso da sein und den letzten Punch haben. Sonst wird’s schwer”, so Santin. Denn die ganz großen Brocken warten mit den drei Titelkandidaten Blau-Weiß Linz, St. Pölten und dem GAK erst noch auf die Rothosen. FB
ADMIRAL 2. Liga, 22. Spieltag
FC Mohren Dornbirn 1913 – FC Liefering 0:2 (0:2)
Stadion Birkenwiese, 500 Zuschauer, SR Andreas Heiss
Torfolge: 27. 0:1 Zeteny Jano, 36. 0:2 Lawrence Agyekum
Rote Karte: 39. Bryan Okoh (Liefering, Torraub)
Gelbe Karten: 47. Rusch (Dornbirn, Foulspiel), 50. Yeo, 60. Diabate, 78. Sageder (Trainer/alle Liefering, alle Kritik)
FC Mohren Dornbirn 1913 (4-4-2): Ospelt – Favali (68. Wieser), Cavafe, William, Marte (68. Popovic) – Santin, Rusch (46. Krnjic), Mätzler, Stefanon (53. Mandl) – Mathis (53. Nussbaumer), Gustavo
FC Liefering (4-4-2 Raute): Krumrey – Agyekum, Baidoo, Okoh, Pejazic – Yeo (69. Sadeqi), Diabate (69. Sahin), Jano (41. Wallner), Hofer – Diakite (85. Ibertsberger, Havel (69. Crescenti)