Warum für Altachs neuen Coach den Mutigen die Welt gehört

Sport / 21.03.2023 • 18:20 Uhr
Zurück in Altach will Klaus Schmidt die Erwartungshaltung der Fans erfüllen. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
Zurück in Altach will Klaus Schmidt die Erwartungshaltung der Fans erfüllen. VN/Stiplovsek

Altachs Klaus Schmidt ist sich als Mensch treu geblieben und hat sich als Trainer dennoch neu erfunden.

Altach Ich bin wieder hier, in meinem Revier . . . Analog des Songtextes von Marius Müller Westernhagen lässt sich das Gefühl von Klaus Schmidt anlässlich seiner Vorstellung beschreiben. „Fast wie heimkommen“, sagt der 55-Jährige ein wenig leise, ehe er dann mit Blickrichtung Qualifikationsgruppe seine Stimme erhebt. Schmidt weiß, was ihn und sein Cotrainer Joachim Standfest in Altach erwartet. „Wer gerne Zuckerschleckerfußball sehen will, der muss das Stadion meiden oder den Fernseher ausschalten. Es wird eher eine Messerstecherei.“

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Klaus Schmidt, der über Herz und Emotion kommt, weiß um die Kunst, den Fußball in einfache Worte zu verpacken. Das war schon während seiner ersten Amtszeit 2017/18 in Altach so und fühlt sich mit seiner Trainerbestellung nun an, als wäre die Zeit stehen geblieben. Allein die Zeit wird dem neuen Duo davongaloppieren. Für heute (15 Uhr) ist das erste Training angesetzt, am Donnerstag sitzt man schon im Bus Richtung Freiburg, wo ein Testspiel ansteht.

„Wer gerne Zuckerschleckerfußball sehen will, muss das Stadion meiden.“

Klaus Schmidt über die Qualigruppenspiele
Warum für Altachs neuen Coach den Mutigen die Welt gehört

Großartige Erinnerung

Schmidt wäre aber nicht er selbst, würde er sich nicht die Zeit nehmen, um ein paar Worte über seinen Vorgänger zu verlieren. Zumal ihn mit Miroslav Klose eine großartige Erinnerung verbindet. Es war am ersten Spieltag, als Altach in Hartberg – noch mit Schmidt als Trainer – 1:2 verlor. „Nach dem Spiel klopfte es an der Kabinentür und Miro fragte, ob er kurz reinkommen könne. Dann hat er uns zum Sieg gratuliert. Das habe ich in dieser Form noch nie erlebt. Einfach großartig.“ Auch habe er bei der Mannschaft zuletzt in Salzburg Tugenden gesehen, die für ihn ganz wichtig sind.

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Zur Person

Klaus Schmidt

Cheftrainer Cashpoint SCR Altach

Geboren 21. Oktober 1967 in Graz

Ausbildung Studium der Sportwissenschaften, Physiotherapeut, UEFA-Pro-Lizenz-Trainer

Familie verheiratet, zwei Töchter, wohnhaft in Aflenz

Joachim Standfest

Cotrainer Cashpoint SCR Altach

Geboren 30. Mai 1980 in Leoben

Laufbahn Noch als 14-Jähriger war er Nachwuchsskispringer, ehe er 1998 als Profifußballer beim GAK unterschrieb. Es folgten 508 BL-Spiele/29 Tore sowie 43 Teameinsätze/2 Tore.

Das neue Trainerduo: Klaus Schmidt (l.) und sein Co Joachim Standfest. <span class="copyright">gepa</span>
Das neue Trainerduo: Klaus Schmidt (l.) und sein Co Joachim Standfest. gepa

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Dass er über den Anruf aus Altach in der Vorwoche ein wenig überrascht war, darf man dem Steirer ebenso glauben, wie seine Version, „als arbeitsloser Trainer immer ein Auge auf die Bundesliga“ zu haben. Im Herbst war er noch zweimal auf der Seite des Gegners, nun muss er es schaffen, der Mannschaft den nötigen Teamgeist einzuhauchen, der im Kampf um den Klassenerhalt bitter nötig sein wird. „Den Mutigen gehört die Welt“, will Schmidt auf jeden Fall nichts davon wissen, als Trainer nur „Beton anzurühren“. Damit konfrontiert, wird der Neocoach auch gleich konkret: „Wer erwartet, dass wir nur hinten drin stehen werden, der irrt. Wenn ich in meinen Jahren in der Qualifikationsgruppe eines gelernt habe, ist es die Tatsache, dass die Mutigen überlebt haben. Altach in der Vorsaison ist für mich das beste Beispiel.“ Deshalb werde man Altach eine Spur höher stehen sehen, auch wenn die Absicherung oberste Priorität hat. Deshalb fühlt er sich auch nicht als Feuerwehrmann. „Auch einem Klose wird das Etikett Weltmeister nicht immer gefallen.”