Ein Spektakel zum Ende des Grunddurchgangs

Sport / 19.03.2023 • 19:30 Uhr
Kollektiver Jubel bei Austria Lustenau über Yadaliy Diabys Traumtor zum 2:1. <span class="copyright">gepa</span>
Kollektiver Jubel bei Austria Lustenau über Yadaliy Diabys Traumtor zum 2:1. gepa

Knapp 4000 Zuseher im Reichshofstadion sahen einen spektakulären 4:2-Heimsieg der Austria.

Lustenau Die Austria feiert zum Abschluss des Grundurchgangs einen am Ende verdienten 4:2-Heimsieg über Austria Klagenfurt und sammelte so im Frühjahr 2023 neun Punkte. Mahrer (25.) per Eigentor, Diaby (40+2.), Michale Cheukoua (90+1.) und Emrehan Gedikli (90+4) trafen für Lustenau, die nach der roten Karte für Florian Rieder nach drei Minuten 87 Minuten in Überzahl waren. Irving (34.) und Pink (90+3.) waren für die Kärntner erfolgreich.

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87 Minuten in Überzahl

Florian Rieder sah bereits nach drei Minuten die glatt rote Karte für ein Foul an Daniel Tiefenbach. <span class="copyright">apa</span>
Florian Rieder sah bereits nach drei Minuten die glatt rote Karte für ein Foul an Daniel Tiefenbach. apa

Der Tag startete aus Sicht der Austria gar nicht gut. Zuerst musste Lukas Fridrikas wegen einer Lebensmittelvergiftung passen, und dann verletzte sich auch noch Tobias Berger beim Aufwärmen. Für ihn kam kurzfristig Hakim Guenouche zurück in die Startelf, in der auch Daniel Tiefenbach und Yadaly Diaby standen. Und Tiefenbach stand nach nicht einmal 180 Sekunden im Mittelpunkt. Nach einem Foul von Florian Rieder wurde zuerst normaler Freistoss gegeben, doch Referee Sebastian Gishamer wurde vom VAR-Assistenten Stefan Ebner an die Seitenlinie geholt. Nach Videostudium zeigte der Salzburger Rieder zurecht die rote Karte. Rieders Einsteigen war eindeutig als zu gefährlich anzusehen. Die Austria, fortan über 87 Minuten in Überzahl, zog das Spiel auf ihre Seite, die Kärntner brauchten, um sich zu sortieren. Diese Verunsicherung nützte der extrem spielfreudige Nemanja Motika aus. Nach feinem Zuspiel von Stefano Surdanovic tanzte der Serbe über rechts durch die Abwehrreihe der Klagenfurter, seine scharfe Hereingabe versenkte Thorsten Mahrer (25.) ins eigene Tor zur verdienten Führung für Lustenau.

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Nächster Auftritt des VAR

Wenige Minuten später erneut ein Aufreger. Diaby, von Adriel im eigenen Strafraum behindert, fällt die Kugel auf die Hand, nach Durchsicht mit dem VAR zeigte Gishamer erneut auf den Elfmeter. Andrew Irving verwandelte zum Ausgleich, verhöhnte danach die Austria-Fans beim Torjubel und sah Gelb. Das wiederum brachte Klagenfurts Trainer Peter Pacult so in Rage, dass er die gelb-rote Karte sah und auf die Tribüne musste.

Nemanja Motika lieferte eine ganz starke Partie, hatte mit seinem Stangentreffer in Halbzeit eins Pech. <span class="copyright">gepa</span>
Nemanja Motika lieferte eine ganz starke Partie, hatte mit seinem Stangentreffer in Halbzeit eins Pech. gepa

Die Austria schüttelte sich nur kurz und übernahm sofort wieder das Kommando. Vor allem das Tandem Motika/Anderson machte viel Druck. Eine Anderson-Flanke konnte Tiefenbach (45.) nicht im Tor unterbringen, dann hatte Motika (45+2.) Pech, traf nur die Stange. Doch dann nahm sich Diaby ein Herz und schlenzte die Kugel grandios ins lange Eck zur verdienten 2:1-Führung.

Verdienter Sieg

In der zweiten Halbzeit machte sich die Überzahl noch stärker bemerkbar. Die Austria hatte alles in der Hand, ließ den Ball gefällig zirkulieren und drängte Klagenfurt in ihre eigene Hälfte. Aber bei heftigen Regen konnte die Elf von Cheftrainer Mader die Partie noch nicht auf Eis legen. Auch weil Anderson den Ball hauchdünn nach großartiger Kombination verpasste (61.). Und Tiefenbach in toller Position bei seinem Kopfball (63.) das Visier nicht perfekt eingestellt hatte.

Daniel Tiefenbach zeigte enorm viel Einsatz. <span class="copyright">gepa</span>
Daniel Tiefenbach zeigte enorm viel Einsatz. gepa

Die Kärntner spekulierten auf Möglichkeiten von Toptorjäger Markus Pink. Die er auch bekam. Nach Standard köpfte er aus spitzem Winkel, doch Austria-Tormann Domenik Schierl (65.) war zur Stelle. In Minute 68 wurde dennoch über das 3:1 gejubelt. Doch Diaby stand, nachdem ihn Andersin nach Ecke von Guenouche anköpfte, hauchdünn im Abseits. Der VAR griff ein und annulierte den Treffer – es blieb beim knappen 2:1-Vorsprung.

Spektakel in den letzten Minuten

Die letzten Minuten glichen einem Spektakel. Zuerst traf Michael Cheukoua (90+1.) zum 3:1, dann traf Pink für Klagenfurt zum Anschluss zum 3:2 (90+3). Plötzlich war es nochmal heiß. Beim letzten Freistoß des Spiels für die Kärntner kam Goalie Marco Knaller mit nach vorne, die Kugel blieb aber hängen, und im Konter versenkte Emrehan Gedikli den Ball aus 40 Metern zum 4:2-Endstand.

Am Ende jubelten beide Mannschaften. Die Lustenauer über drei zusätzliche Punkte und den”Stern” in der Punkterechnung für die Qualifikationsgruppe, die Klagenfurter über das Erreichen der Meistergruppe.

Fussball, Admiral Bundesliga

22. Spieltag

Austria Lustenau – Austria Klagenfurt 4:2 (2:1)

Lustenau, Reichshofstadion, 3955 Zuschauer, SR Gishamer

Torfolge: 25. 0:1 Mahrer (Eigentor), 32. 1:1 Irving (Handelfmeter), 45+2. 2:1 Diaby, 90. 3:1 Cheukoua, 90+2 3:2 Pink, 90+4. 4:2 Gedikli

Gelbe Karten: Surdanovic (77./Kritik) bzw. Mahrer (1./Foulspiel), Pacult (27./Kritik), Irving (33./Unsportlichkeit)

Gelb-rote Karte: Pacult (35./wiederholte Kritik)

Rote Karte: Rieder (3./gefährliches Foulspiel)

Austria Lustenau: Schierl; Adriel, Hugonet, Grujcic – Anderson, Grabher, Surdanovic, Tiefenbach (85. Gedikli), Guenouche- Diaby (76. Cheukoua), Motika (89. Gmeiner)

Austria Klagenfurt: Knaller; Wernitznig (70. Binder), Mahrer, Wimmer, Schumacher – Irving (70. Irving), Benatelli, Cvetko – Karweiner (21. Blauensteiner), Pink, Rieder