Warum die Saison für die Austria am Sonntag neu startet

Sport / 10.03.2023 • 16:30 Uhr
Mit der Partie auswärts beim Wolfsberger AC startet nun der wahre Kampf gegen den Abstieg. Nur gut, dass Angreifer Lukas "Fredl" Fridrikas wieder zur Verfügung steht. <span class="copyright">gepa</span>
Mit der Partie auswärts beim Wolfsberger AC startet nun der wahre Kampf gegen den Abstieg. Nur gut, dass Angreifer Lukas "Fredl" Fridrikas wieder zur Verfügung steht. gepa

Austria Lustenau gastiert beim Wolfsberger AC im Duell um wichtige Punkte für die Qualifikationsrunde.

Lustenau Der Meistergruppen-Zug ist abgefahren, ab Sonntag startet für die Austria laut Cheftrainer Markus Mader, “die Saison von Neuem”, damit spricht er die bevorstehende Qualifikationsrunde an. Doch davor gilt es eben noch zwei Runden – WAC (a), Austria Klagenfurt (h) – im Grunddurchgang zu absolvieren. Auftakt ist im Lavanttal gegen einen Wolfsberger AC, der zur Verwunderung vieler Fußballexperten ebenfalls die Teilnahme in der Meistergruppe verpasst hat. Für beide Teams gilt: Punkten. Sowohl die Grün-Weißen als auch die Kärntner wollen ihr Punktekonto vor der Punkteteilung nach der 22. Runde aufbessern und sich so eine bessere Ausgangssituation für den Abstiegskampf sichern.

“Wir wollen aus den nächsten zwei Partien vier Punkte holen.”

Markus Mader, Trainer Austria Lustenau
Markus Mader und seine Mannschaft wollen vier Punkte aus den letzten beiden Spielen im Grunddurchgang. <span class="copyright">gepa</span>
Markus Mader und seine Mannschaft wollen vier Punkte aus den letzten beiden Spielen im Grunddurchgang. gepa

Daher spricht Chefcoach Mader ganz klar das Ziel für die ausstehenden Partien an: “Wir wollen aus den nächsten beiden Spielen vier Punkte.” Bedeutet, man will zumindest ungeschlagen aus Kärnten zurückkehren. Kein leichtes Unterfangen, hat sich beim Gegner aus Kärnten in letzter Woche doch einiges getan. Manfred Schmid, Ex-Coach von Austria Wien, übernahm das Traineramt des beurlaubten Robin Dutt. Vom Wiener verspricht man sich viel frischen Wind in der Qualifikationsrunde.

“Klar, dass sie sich nun einen Turnaround erhoffen. Zumal mit uns ja nicht wirklich ein mit Selbstvertrauen gesegnetes Team als Gegner kommt”, erklärt Mader im Vorfeld, der mit Matthias Maak (Wadenprobleme), Torben Rhein (Adduktorenprobleme) und Anthony Schmid (krank) gleich drei nicht unwesentliche Spieler vorgeben muss.

Kapitän Matthias Maak fehlt in Kärnten aufgrund einer Wadenverletzung. <span class="copyright">gepa</span>
Kapitän Matthias Maak fehlt in Kärnten aufgrund einer Wadenverletzung. gepa
Torben Rhein wird wegen Adduktorenproblemen für die nächsten beiden Spiele geschont. <span class="copyright">gepa</span>
Torben Rhein wird wegen Adduktorenproblemen für die nächsten beiden Spiele geschont. gepa
Auch Anthony Schmid muss passen: Der Angreifer ist krank.<span class="copyright"> gepa</span>
Auch Anthony Schmid muss passen: Der Angreifer ist krank. gepa

Drei Fragen, drei Antworten

Mario Leitgeb (34) spielte von 2008 bis 2012 bei Austria Lustenau und absolvierte 99 Pflichtspiele für die Grün-Weißen. Seit 2017 agiert der Mittelfeldspieler für den Wolfsberger AC und hat es mit den Kärntnern zweimal in die Gruppenphase der Europa League geschafft (20/21, 21/22). Diese Saison muss er mit dem WAC den Gang in die Qualifikationsrunde antreten.

Herr Leitgeb, wie gehen Sie und Ihre Mannschaft damit um, heuer in der Qualifikationsrunde zu spielen und nicht wie in den Jahren davor um die Europacupplätze?

Objektiv gesehen muss man sagen: Die Jahre in der Meistergruppe haben wir uns mit der abgelieferten Arbeit verdient. Genauso wie wir es verdient haben, heuer nur in der Qualifikationsrunde zu spielen.

Ihr Team hat seit dieser Woche mit Manfred Schmid einen neuen Trainer. Was hat sich in dieser kurzen Zeit verändert?

Es weht definitiv ein neuer frischer Wind bei uns im Team. Klar, Wunder in fünf Tagen werden nicht geschehen, was unser Spiel betrifft. Aber unser aller Ziel ist es, dass die Zuschauer, egal ob wir gewinnen oder verlieren, wieder zufrieden mit unserer Leistung nach Hause gehen. Ich hoffe natürlich auf einen Sieg.

Wie sehen Sie den Auftritt der Austria in der Bundesliga?

Erst mal hat es mich sehr gefreut, dass die Austria es in die Bundesliga geschafft hat – nach so langer Zeit. Und sie haben bislang eine richtig gute Saison gespielt. Das ist ein Team, dem ich gerne zusehe, weil es interessante Typen hat und gleichzeitig als Mannschaft auftritt. Es wird ein interessantes Spiel werden, ich hoffe, wir spielen wieder so gut wie im Herbst in Lustenau. Denn das war unser bestes Match der Saison.

Mario Leitgeb, mittlerweile Kapitän des Wolfsberger AC, in jungen Jahren im Dress von Austria Lustenau. Insgesamt bestritt der Grazer 99 Pflichtspiele für die Grün-Weißen. <span class="copyright">gepa</span>
Mario Leitgeb, mittlerweile Kapitän des Wolfsberger AC, in jungen Jahren im Dress von Austria Lustenau. Insgesamt bestritt der Grazer 99 Pflichtspiele für die Grün-Weißen. gepa

Keine guten Erinnerungen

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Gute Erinnerungen an das Hinspiel haben die Austrianer keine. Zu klar fiel die Niederlage zu Hause mit 1:3 aus, wobei sie noch höher ausfallen hätte können. Die Wolfsberger trafen gleich dreimal Aluminium. Dennoch hat sich in den letzten Wochen herauskristallisiert, dass die “Wölfe aus dem Lavanttal” defensiv ihre Probleme haben. Sicher ein Ansatz für einen positiven Ausgang aus Sicht der Austria, wenn man selbst nicht in der Offensive so harmlos wäre. Erst ein Treffer gelang in diesem Jahr. Lukas Fridrikas erzielte diesen beim wichtigen 1:0-Heimsieg über Austria Wien. Der 25-Jährige ist nach seiner Gelbsperre auch wieder zurück im Team und strotzt laut Coach Mader vor Selbstvertrauen: “Lukas ist richtig gierig darauf, wieder zu spielen. Ich bin froh, dass er wieder zurück ist.” Neben Fridrikas wird wohl wieder Nemanja Motika stürmen. Die 19-jährige Leihgabe von Roter Stren Belgrad ist mittlerweile angekommen in Lustenau, “weil es mir die Mannschaft und der Klub richtig leicht gemacht haben, hier schnell Anschluss zu finden”, so Motika. Der Stürmer kann bereits nach wenigen Wochen behaupten, “mit der Leihe zur Austria den richtigen Schritt gemacht zu haben. Ich habe hier die Möglichkeit, Spielpraxis im Profibereich zu sammeln”.

“Jetzt kommen Duelle mit Teams auf Augenhöhe, da möchte ich zuschlagen.”

Nemanja Motika, Stürmer Austria Lustenau
Nemanja Motika hat in Ansätzen bereits gezeigt, was in ihm steckt. <span class="copyright">gepa</span>
Nemanja Motika hat in Ansätzen bereits gezeigt, was in ihm steckt. gepa

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Von sich selbst erwartet er sich nun den nächsten Schritt auf dem Platz. Scorerpunkte sollen her. “Dafür hat man mich ja auch geholt. Bis jetzt hat es noch nicht so gut geklappt. Aber wir wissen auch genau, gegen welche Gegner wir gespielt haben. Jetzt kommen Duelle mit Teams auf Augenhöhe, da möchte ich zuschlagen”, so der bei Bayern München groß gewordene Angreifer.

Fussball, Admiral Bundesliga

21. Spieltag

Wolfsberger AC – Austria Lustenau Sonntag

Wolfsberg, Lavanttal-Arena, 17 Uhr, SR Walter Altmann

Mögliche Aufstellungen

Wolfsberger AC: Bonmann – Oermann, Piesinger, Gugganig – Veratschnig, Jasic, Kerschbaumer, Taferner, Anzolin – Baribo, Malone

Es fehlen: Baumgartner (nach Meniskus-OP), Gütlbauer (Schulter-OP), Scherzer (krank), Leitgeb (Wade)

Lustenau: Schierl – Anderson, Hugonet, Grujcic – Gmeiner, Türkmen, Surdanovic, Grabher, Berger – Fridrikas, Motika

Es fehlen: Rhein (Adduktoren), Maak (Wade), Guenouche (Knöchel), Bellache (Aufbautraining)