Markus Krautberger

Kommentar

Markus Krautberger

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Sport / 26.02.2023 • 20:23 Uhr

Der Elfmeterpfiff von Harald Lechner in der 90. Minute beim Spiel zwischen dem LASK und Austria Lustenau und die damit verbundenen und nicht enden wollenden Diskussionen rund um den VAR in Österreichs höchster Fußballliga ist in Wahrheit nur die Spitze des Eisbergs. Weil gefühlt Woche für Woche Fehler bei der Beurteilung von Aktionen geschehen. Weil man meilenweit von einem ersichtlichen Bild entfernt ist, wie und warum der VAR eingreift und wann nicht. Und weil die Entscheidungskette mit der Szene in Linz nun augenscheinlich nicht nur große Lücken aufweist, sondern ein völlig falsches Regelverständnis der Schiedsrichterschaft Österreichs in den Raum stellt. Nein, mehr noch: Man muss sich nach dieser Entscheidung fragen, ob einige Mitglieder des Schiedsrichterkollegiums nicht in der falschen Sportart beheimatet sind.

Ironie pur: In einem Brief an Österreichs Schiedsrichter wurde gerade im Vorfeld des abgelaufenen Spieltages explizit auf einen großen Optimierungsbedarf bei den bis dato erbrachten Leistungen hingewiesen. Dort ist die Rede von Unsicherheiten, von fehlerhaften Entscheidungen, ob nun ein „On Field Review (OFR)“ stattfinden soll oder nicht. Dazu gestand man sich ein, dass aktuell „keine zufriedenstellende Situation“ vorherrscht und „deutliche Verbesserungen erfolgen müssen“. Die in meinen Augen wohl wichtigste Aussage darin: „Wer in Zukunft nicht gewillt ist, diesen Weg mitzugehen, muss mit entsprechenden Konsequenzen rechnen“.

Genau meine Rede: Fehler dürfen passieren, aber wenn diese sich permanent wiederholen, müssen Konsequenzen her. Das System VAR gehört in Österreich komplett neu überdacht – genau wie die Aufgabengebiete der dort handelnden Personen. Radikal! Anders wird man der Flut von eklatanten Fehlentscheidungen nicht Herr.

Markus
Krautberger

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