Deshalb freut sich Pinkelnig auf Japan

Sport / 03.01.2023 • 17:55 Uhr
Die Goldene Eule gab es für Eva Pinkelnig als Trophäe für den Gesamtsieg bei der Silvestertournee.<span class="copyright"> gepa</span>
Die Goldene Eule gab es für Eva Pinkelnig als Trophäe für den Gesamtsieg bei der Silvestertournee. gepa

Pinkelnig hat beste Erinnerungen an die Weltcupspringen in Sapporo und Zao. Sie sitzt im Gelben Trikot der Gesamtführenden sowie als bislang Führende in der Preisgeldrangliste (35.390 Schweizer Franken) im Flieger.

Sapporo Die ÖSV-Frauen fiebern so richtig Japans Weltcupcomeback entgegen. Die derzeit von Silvester-Tournament-Siegerin Eva Pinkelnig angeführten rot-weiß-roten Skispringerinnen begeben sich heute früh auf einen Japan-Trip. Mit je zwei Einzelbewerben an den beiden kommenden Wochenenden in Sapporo und Zao wird der Weltcup fortgesetzt, in dem Pinkelnig klar voranliegt. Die vierfache Saisonsiegerin hat 2020 bei den pandemiebedingt bisher letzten Springen in Japan ihre ersten drei Einzelsiege gefeiert. Für Sara Marita Kramer geht es um einen Aufschwung.

Will den Flow nach Japan mitnehmen: Eva Pinkelnig. <span class="copyright">gepa</span>
Will den Flow nach Japan mitnehmen: Eva Pinkelnig. gepa

Alles begann im Land der aufgehenden Sonne

Die Weltcuptitelverteidigerin kam in diesem Winter nicht richtig in Schwung und war meist weit entfernt von ihrem 16. Weltcupsieg, mit dem sie mit ÖSV-Rekordhalterin Daniela Iraschko-Stolz gleichziehen würde. Freilich haderte Kramer zuletzt in Villach und vor allem in Ljubno mit der Charakteristik der kleineren Schanzen. Laut ÖSV-Cheftrainer Harald Rodlauer hätten sich die Anlaufprobleme Kramers in Ljubno durch den dortigen steilen Anlauf und den kurzen Radius noch verstärkt: „Im Vorjahr hat sie sich dort auch geplagt, ist aber in Topform gewesen und so Zweite und Dritte geworden.“ Der HS137-Bakken von Sapporo ist hingegen schon viel eher nach dem Geschmack der 21-Jährigen, Kramers dort errungener erster Weltcupsieg jährt sich am Mittwoch nächster Woche zum dritten Mal. „Sie freut sich extrem auf Sapporo“, gab der Coach den Gemütszustand der Tournament-Zehnten vor der Reise wieder. Zu viel Druck will Rodlauer Kramer aber nicht machen, auch wenn es zudem um die Verteidigung der Nationencupführung geht: „Vielleicht dauert es bis nach Japan, bis sie wieder zurückkommt. Sie tut sich derzeit einfach ein bisschen schwerer.“

Genießt den Erfolgslauf: Eva Pinkelnig. <span class="copyright">gepa</span>
Genießt den Erfolgslauf: Eva Pinkelnig. gepa

Skispringen

Weltcup der Frauen, Platzierungen von Eva Pinkelnig im japanischen Zao

18. Jänner 2015: 4.

22. Jänner 2016: 4.

23. Jänner 2016: 4.

18. Jänner 2019: 12.

19. Jänner 2019: 2. (Teambewerb)

20. Jänner 2019: 4.

17. Jänner 2020: 1.

19. Jänner 2020: 1. (Teambewerb)

19. Jänner 2020: 1.

Pressesprecher Clemens Derganc mit Eva Pinkelnig. <span class="copyright">gepa</span>
Pressesprecher Clemens Derganc mit Eva Pinkelnig. gepa


Ganz anders Pinkelnig, bei der 34-Jährigen läuft es derzeit wie am Schnürchen. Und die japanischen Schanzen liegen der Vorarlbergerin bestens. Vor drei Jahren bei Kramers Premierensieg in Zao Dritte, gewann sie tags darauf sowie in der Folgewoche beide Einzel-Konkurrenzen wie auch im Teambewerb. Das fünf Springen umfassende Programm in Japan sieht auch diesmal wieder so aus, denn auf dem kleineren Bakken von Zao (HS102) geht es am Samstag nächster Woche zwischen den beiden Einzelspringen um einen Teamsieg.

Chiara Kreuzer (rechts) als erste Gratulantin bei Eva Pinkelnig. <span class="copyright">gepa</span>
Chiara Kreuzer (rechts) als erste Gratulantin bei Eva Pinkelnig. gepa

Skispringen

Weltcup der Frauen, Platzierungen von Eva Pinkelnig im japanischen Sapporo

11. Jänner 2015: 5.

16. Jänner 2016: 25.

17. Jänner 2016: 15.

15. Jänner 2017: 40.

12. Jänner 2019: 5.

13. Jänner 2019: 4.

11. Jänner 2020: 3.

12. Jänner 2020: 1.

Besondere Beziehung

Kaum zu glauben, doch die bislang zehn Weltcupsiege, sieben im Einzel und drei im Teambewerb, hat Pinkelnig zweimal jeweils in kürzester Zeit eingeflogen. So 2020, als sie nach dem Premierensieg in Sapporo ihre fünf Siege innert 42 Tage feierte. In diesem Winter hat die Dornbirnerin für die bisher fünf Erfolg 57 gebraucht. Zudem interessant: Auf der Schanze in Zao klassierte sie sich bei neun Antritten dreimal auf Platz eins. Einmal sprang sie auf Rang zwei, viermal wurde Pinkelnig Vierte und nur einmal war sie als Zwölfte nicht unter den Top fünf.
Der ÖSV stellt seine Equipe des Tournaments, zu Pinkelnig und Kramer kommen noch Chiara Kreuzer, Jacqueline Seifriedsberger und Hannah Wiegele. Rodlauer ist zuversichtlich: „Die Voraussetzungen sind gut. Wir waren schon lange nicht mehr drüben durch die Pandemie, alle freuen sich. Es passt jetzt gut hinein.“ Dem Steirer ist das dichte Programm viel lieber als die Kalender manch früherer Saison. „Wir müssen froh sein, dass wir so einen Kalender haben, der stressig ist, aber das soll ja sein im Winter. Da gibt es kein Jammern.“