Ein neuer Dreizack für Vorarlberg

Sport / 20.12.2022 • 18:00 Uhr
Moran Vermeulen möchte es via Team Vorarlberg in die World Tour schaffen. <span class="copyright">Gepa</span>
Moran Vermeulen möchte es via Team Vorarlberg in die World Tour schaffen. Gepa

Ein Spanier, ein Deutscher und ein Ex-Langläufer führen das Team Vorarlberg 2023 an.

Der große Umbruch beim Team Vorarlberg ist vollzogen. Nach den Abgängen der drei Kapitäne Alexis Guerin, Roland Thalmann und Riccardo Zoidl (die VN berichteten) wurde Teammanager Thomas Kofler auf der Suche nach neuen Zugpferden fündig. Der Spanier Oscar Cabedo wird die Rankweiler Equipe zukünftig am Berg anführen. Der starke Kletterer stand in den vergangenen fünf Jahren beim spanischen Pro-Team Burgos-BH unter Vertrag und stand jeweils im Vuelta-Aufgebot. Mit den Gesamträngen 19 beziehungsweise 21 landete er zuletzt als Bester seines Teams im erweiterten Spitzenfeld. „Das Team hat einen großartigen Rennkalender für einen Bergfahrer wie mich, und ich werde hart arbeiten, um mit ihnen Großes zu erreichen“, sagt der 28-Jährige. Cabedos älterer Bruder Victor Cabedo galt als eines der größten Radsporttalente Spaniens, als er 2012 als 23-Jähriger bei einem Trainingsunfall getötet wurde.

Kurz-Kurz

Der zweite nahmhafte Neuzugang des Team Vorarlbergs ist der starke Allrounder Pirmin Benz. Der 22-jährige Deutsche kommt vom Rad-Net Rose Team nach Vorarlberg. Benz ist ein starker Klassiker-Fahrer, der beim GP Vorarlberg am 1. Mai in Nenzing mit einem starken fünften Rang seine Visitenkarte hinterlassen hatte. Im Fahrerfeld fiel Benz in der Vergangenheit außerdem durch sein fehlendes Kälteempfinden auf. Der Deutsche zeigte sich selbst bei Schneefall stets in kurzer Hose und kurzem Trikot.

2021 gewann Moran Vermeulen (Mitte) in Leonding vor Pirmin Benz (l.). Ab sofort sind die beiden Teamkollegen. <span class="copyright">Gepa</span>
2021 gewann Moran Vermeulen (Mitte) in Leonding vor Pirmin Benz (l.). Ab sofort sind die beiden Teamkollegen. Gepa


Einer der mit Schnee gut zurechtkommt, ist Moran Vermeulen, der dritte Neuzugang beim Team Vorarlberg. Der ehemalige Nordische Skisportler und Bruder des erfolgreichen Langläufers Mika Vermeulen, ist ein ähnlicher Fahrertyp wie Benz und fühlt sich bei schwierigen Ein-Tages-Rennen wohl. Nach drei Saisonen beim Team Felbermayr-Simplon Wels sieht Vermeulen den Wechsel nach Vorarlberg als Zwischenschritt auf seinem Weg in Richtung World Tour. 2021 entschied der heute 25-Jährige die Rad-Bundesliga für sich, bei internationalen Rundfahrten wie der Tour of Slovenia oder der Route du Sud fuhr Vermeulen mehrfach ins Rampenlicht.

Moran Vermeulen im roten Trikot des Führenden.<span class="copyright"> Gepa</span>
Moran Vermeulen im roten Trikot des Führenden. Gepa

Ganahl konzentriert sich aufs Skibergsteigen

Mit Jon Knolle hat ein weitere Bundesligasieger seinen Weg nach Vorarlberg gefunden. Der Deutsche triumphierte dieses Jahr in der Rennserie seiner Heimat. Der starke Zeitfahrer, der vom Team Sauerland kommt, freut sich auf den Rennkalender der Vorarlberger. „Viele Rundfahrten haben klassikerähnliche Etappen, diese liegen mir speziell“, sagt der 23-Jährige.


Mit Daniel Ganahl verlässt ein Vorarlberger das Team, der Montafoner will sich voll auf das Skibergsteigen konzentrieren, die Wintersportart wird bei den nächsten Spielen 2026 in Mailand und Cortina erstmals im olympischen Programm aufscheinen. Dafür rückt mit Laurin Nenning ein weiterer junger Vorarlberger in den Kader. Der 18-jährige Klauser war bislang vor allem als Mountainbiker erfolgreich und möchte parallel zu seiner Lehre in den Straßenradsport schnuppern. „Mein erstes Ziel: am Start zu stehen mit meinem großen Vorbild Peter Sagan, das wäre was!“, träumt Nenning.

Nach seinem Bergmeistertitel 2022 auf dem Rad will sich Daniel Ganahl wieder aufs Skibergsteigen konzentrieren. <span class="copyright">Gepa</span>
Nach seinem Bergmeistertitel 2022 auf dem Rad will sich Daniel Ganahl wieder aufs Skibergsteigen konzentrieren. Gepa