Weißes Trikot als Erfolgsgeheimnis

Sport / 13.11.2022 • 21:00 Uhr
Luca Raschle erzielte zehn Treffer und hält nun bei 105 Toren in der ewige Derby- und 1028 Treffern in der Ligastatistik im Trikot des Alpla HC Hard. <span class="copyright">Gepa</span>
Luca Raschle erzielte zehn Treffer und hält nun bei 105 Toren in der ewige Derby- und 1028 Treffern in der Ligastatistik im Trikot des Alpla HC Hard. Gepa

Alpla HC Hard mit 29:27-Auswärtserfolg im 99. Ländle-Derby bei Bregenz Handball.

Bregenz So wie vor sechs Monaten und sechs Tagen im Cup-Halbfinale triumphierte am Ende die mit weißen Trikots angetretene Auswärtsmannschaft. Der Alpla HC Hard entschied das 99. Ländle-Derby bei Bregenz Handball mit 29:27 (14:13) für sich, wahrt damit seine weiße Weste und die Leaderposition in der HLA-Meisterliga.

Roth musste passen

Über 2000 Zuschauer sorgten in der ausverkauften Handballarena Rieden für eine atemberaubende Kulisse und bekamen ein emotionales Revierduell mit allen Facetten geboten. Die Gastgeber, bei denen Cheftrainer Michael Roth wegen einer Magen-Darm-Infektion passen musste und von Cotrainer Marko Tanaskovic vertreten wurde, und Neuzugang Uros Mitrovic aufgrund der ausstehenden Rot-Weiß-Rot-Karte noch fehlte, erwischten einen perfekten Start und lagen mit 11:6 (19.) vorne. Im Gegensatz dazu lief bei den Hardern zunächst nicht viel zusammen. Zwei Tore aus dem Spiel und zwei Empty-net-Treffer bis zum 4:8 (12.) veranlassten Coach Hannes Jon Jonsson bei der Auszeit zur einer Strategieänderung. Nach der 11:6-Führung geriet dann aber das Angriffsspiel der Gastgeber ins Stocken, Hard blieb trotz des Rückstandes ruhig, agierte clever und routiniert und nach einem 6:2-Lauf in den letzten zehn Minuten vor dem Kabinengang sorgte Ivan Horvat mit einem „Unterarmkracher“ für die 14:13-Pausenführung der Gäste.

Wüstner blühte richtig auf

Die Startphase der zweiten Halbzeit war ein Spiegelbild der ersten Hälfte. Doch diesmal diktierten die Gäste das Geschehen und die Hausherren mussten reagieren. Mit Frederic Wüstner war es ein Ex-Bregenzer, der mit drei Treffern in dieser Phase von 17:16 (35.) auf 21:17 (43.) an ehemaliger Wirkungsstätte mächtig aufdrehte und maßgeblich dazu beitrug, dass sich die Harder skuzessive absetzen konnten. Als Wüstner zehn Minuten vor dem Ende nach einer Energieleistung mit seinem vierten Treffer an diesem Abend auf 26:20 stellte, war die Vorentscheidung gefallen. Bregenz konnte zwar noch einmal auf 23:26 verkürzen, am 18. Auswärts- und 39. Derbysieg im 750. HLA-Spiel gab es nichts mehr zu rütteln.

Als Trost bleibt den unterlegenen Festspielstädtern der Umstand, mit 50 Siegen, zehn Remis und 39 Niederlagen in der ewigen Derbystatistik weiterhin die Nase vorne zu haben.

„Wir sind gut in die Partie gestartet, haben dann aber den Faden verloren. Hard hat das System umgestellt und jeden Fehler von uns ausgenützt“, analysierte Tanaskovic nüchtern. „Besonders die fünf Empft-net-Gegentore in Überzahl waren bitter. Wir müssen aber aufgrund der personellen Engpässe dieses Riskio nehmen. Bei dieser Spielvariante wurden die Angriffe aber nicht konsequent zu Ende gespielt und wir sind mit schlechten Würfen ins offene Messeer gelaufen. Ich bin aber trotzdem zuversichtlich, dass wir in Zukunft in kompletter Besetzung unsere Ziele erreichen werden.“

Verdienter Sieg, gut reagiert

Jonsson sprach nach Spielende „von einem verdienten Sieg“, der seiner Meinung nach höher ausfallen hätte können. „Die Mannschaft hat gut auf den Rückstand reagiert, sich zurückgekämpft und dann die Führung nicht mehr aus der Hand gegeben. Wir haben die Tabellenführung verteidigt und jetzt warten die Fivers auf uns.“