Weißes Ballett bittet Rote Teufel zum Tanz

99. Derby zwischen Bregenz Handball und dem Alpla HC Hard bereits ausverkauft.
BREGENZ Seit Saisonbeginn fiebern die Akteure dem 12. November entgegen und sechs Monate und sechs Tage nach dem letzten Kräftemessen am 6. Mai, damals im Halbfinale des Final-Four-Turniers im ÖHB-Cup in Hard, ist es wieder so weit.
Die 99. Auflage des Klassikers zwischen Bregenz Handball und dem Alpla HC Hard wird am Samstag (20.20 Uhr) in der Handballarena Rieden angepfiffen. Wer noch keine Karte für das traditionsreichste und einzige Revierduell hat, das es ohne Unterbrechung seit Bestehen der Handball-Liga Austria gibt, wird definitiv etwas verpassen. Bereits 48 Stunden davor waren alle Karten vergriffen.

Niederlagen im Europacup
Beide Teams mussten sich zuletzt bei ihren Aktivitäten im Europacup geschlagen geben. Die Roten Teufel vom Bodensee unterlagen vor zehn Tagen im zweiten Gruppenspiel der European League gegen Skjern mit 27:32 und die Festspielstädter vor einer Woche im European Cup mit 25:26 gegen Velenje. „Wir haben die beiden Niederlagen gegen Velenje in den letzten Tagen analysiert und den Fokus auf die kommenden sechs Partien bis zur Weihnachtspause gelenkt“, betont Bregenz-Coach Michael Roth. „Wir sind im Derby trotz des Heimvorteils nicht unbedingt Favorit, aber auf keinen Fall ohne Chance. Ich bin lange genug im Geschäft und weiß, dass Duelle unter benachbarten Klubs eine besondere Bedeutung, aber auch eigene Gesetze haben und nicht immer der Favorit gewinnt.“
“Ich bin lange genug im Geschäft und weiß,
dass in Duellen unter benachbarten Klubs,
nicht immer der Favorit gewinnt.”
Michael Roth, Cheftrainer Bregenz Handball
Roth ist davon überzeugt, dass sein Team das Potenzial hat, um dem aus seiner Sicht favorisierten Gegner die Stirn zu bieten: „Aus personeller Sicht können wir mit Hard nicht mithalten. Sie sind auf jeder Position doppelt besetzt und haben mehr Akteure mit individuellen Qualitäten als wir. Wenn wir gegen sie bestehen wollen, dürfen wir uns keine Schwächephasen leisten. Doch die Jungs sind voll motiviert, und wenn alles so läuft, wie wir es uns vorstellen, wird es eine Begegnung, in dem winzige Nuancen über Sieg und Niederlage entscheiden werden.“

Erster Sieg in Bregenz das Ziel
Im Gegensatz zu Roth, der sein Debüt in einem Ländle-Derby feiert, kann Gegenüber Hannes Jon Jonsson schon auf drei Vergleiche verweisen, hat dabei ein 26:26-Remis in Bregenz und einen 27:26-Heimsieg und die 27:33-Niederlage im Cup zu Buche stehen, und will jetzt erstmals die kurze Heimreise aus der Handballarena Rieden mit zwei Punkten im Gepäck antreten. „Wir konnten in der zehntägigen Spielpause die Akkus wieder aufladen und alle im Team freuen sich auf das Derby. Wir haben in dieser Saison noch kein Ligaspiel verloren und wollen unsere weiße Weste wahren. Wir sind bereits für die schwierige, aber lösbare Aufgabe.“
Während bei Hard bis auf Karolis Antanavicus alle Akteure fit sind, steht bei Bregenz hinter dem Einsatz von Goalie Jan Kroiss noch ein Fragezeichen. Fix nicht dabei sein werden Ralf-Patrick Häusle, Marian Klopcic, Claudio Svecak und Matthias Brombeis. Auch Neuzugang Uros Mitrovic muss sich mit seinem Debüt noch gedulden: „Die Anmeldeformalitäten sind zwar erledigt, aber die erforderliche Rot-Weiß-Rot-Karte für den 18-jährigen Serben ist noch nicht eingetroffen“, erklärt Geschäftsführer Björn Tyrner. „Jetzt hoffen wir, das Uros spätestens in einer Woche gegen Westwien spielen kann.“
SSV Schoren mit neuem Trainer
Als Ouvertüre steigt ab 17.45 Uhr das Ländle-Duell im ÖHB-Cup der Frauen zwischen Bregenz und dem SSV Dornbirn-Schoren. Die Gastgeberinnen sind Zweite in der Bezirksliga Bodensee-Donau und der Schulsportverein hat nach sieben Niederlagen in der WHA-Liga mit Zoran Obradovic einen Trainerwechsel vorgenommen. Dasselbe Duell gab es im Dezember 2019, als sich der SSV Schoren mit viel Mühe in der Verlängerung mit 30:29 durchsetzen konnte.