Fußballderby: Großes Polizeiaufgebot als Sicherheitsgarant

Exekutive sieht dem Risikospiel zwischen Austria und Altach positiv entgegen.
Lustenau Seitens der Landespolizeidirektion Vorarlberg steht einmal mehr Thomas Frick (55) von der Einsatzabteilung „Szenekundiger Dienst“ als hauptberuflicher Fanbeauftragter an vorderster Front.
“Risikospiel”
Frick schätzt das Ländle-Derby am kommenden Samstag durchaus als „Risikospiel“ ein, wie er gegenüber den VN betont: „Schließlich handelt es sich bei Altach und Lustenau um zwei besonders rivalisierende Gruppen. Wir haben aber das Glück, dass die ausländischen Fangruppen, also die Grasshoppers in Zürich und der FC Augsburg, auch diesmal nicht anreisen, weil sie ihr eigenes Match haben.“
“Ich kann zwar nicht sagen, mit wie vielen Sicherheitskräften wir vor Ort sind, aber nur so viel: Wir sind gut aufgestellt.”
Thomas Frick, Fanbeauftragter Landespolizeidirektion Vorarlberg

„Gut aufgestellt“
Von der zuständigen Bezirkshauptmannschaft ist für das aktuelle Derby eine „besondere Überwachung“ vorgeschrieben worden. „Das heißt, die zuständige Bezirkshauptmannschaft ist der Ansicht, dass die vom Veranstalter selbst organisierte Security-Mannschaft nicht für die ausreichende Sicherheit sorgen kann. Deshalb wurde die Landespolizeidirektion angewiesen, mit entsprechenden und ausreichenden Kräften für die Überwachung zu sorgen“, sagt Frick, nicht ohne hinzuzufügen, dass er über die Anzahl der Polizeibeamten vor Ort aus einsatztaktischen Gründen keine Informationen liefern darf. Nur so viel: „Wir sind gut aufgestellt.“

Problem Infrastruktur
Eine gewisse Problematik sieht der Fanbeauftragte der Polizei aktuell beim Schauplatz des Derbys in Lustenau: „Bezüglich der Infrastruktur ist die Cashpoint-Arena in Altach günstiger. In Lustenau ist die Situation hingegen nicht so optimal, da sich seit Beginn der Saison 2022/23 der Gästesektor auf der Haupttribüne befindet. Eine Vermischung der Fans mit den Gästen könnte dadurch Probleme ergeben.“

Trennung der Fans
Für Austria Lustenaus Vorstandssprecher Bernd Bösch läuft das erste Derby auf heimischem Boden unter dem Aspekt der „Fantrennung“. „Die hat schon beim ersten Duell in Altach hervorragend geklappt. So wollen wir es auch in Lustenau handhaben“, erklärt Bösch und meint damit, dass der harte Kern der Fans beider Lager gar nicht mehr in Berührung kommt. Die 500 Altacher Fans reisen mit Bussen an und werden direkt in den Fansektor gelotst. Nach dem Spiel geht es per Bus wieder zurück ins Rheindorf. „In der Besprechung mit den Sicherheitsbeauftragten waren alle guter Dinge, dass es zu keinen Ausschreitungen kommt. Wir gehen dem Derby auch positiv entgegen und sehen ganz klar den Sport im Vordergrund“, so Bösch weiter. Finanziell kommen auf die Austria bis zu 4000 Euro Mehrkosten bei dem Risikospiel zu. Lustenaus Fanbeauftragter Stefan Baldauf sieht dem Derby, was die Anhänger betrifft, ebenfalls gelassen entgegen, „weil wir in den letzten Monaten auch viel Erfahrung sammeln konnten, speziell zuletzt beim Heimspiel gegen Rapid Wien. Da hat auch alles reibungslos geklappt. Die Fans haben eh genug damit zu tun, die Mannschaft zu unterstützen.“

Klare Regelung
In Altach hat man sich ebenfalls für das Derby gerüstet. Rund 500 Karten sind für den Fansektor verkauft worden. Für die Anhänger beginnt der Spieltag bereits um 12 Uhr in der Cashpoint Arena. Von dort werden die Fans mit Bussen direkt ins Reichshofstadion und dort zu ihrem Sektor geführt. Damit soll, wie schon im August in Altach geschehen, ein Aufeinandertreffen der Fangruppierungen verhindert werden. Unbestätigten Angabe zufolge soll die Spielabwicklung die Altacher im August mehr als 10.000 Euro gekostet haben. Darin inkludiert neben der Exekutive, zwischen 80 und 100 Beamte waren im und um das Stadion im Einsatz, auch die Kosten für den zusätzlichen Sicherheitsdienst und das Rote Kreuz. Neben der gemeinsamen Anreise erfolgt nach Spielschluss auch die Abreise geschlossen. Die Afterparty soll dann im Heimstadion erfolgen.
Für alle SCRA-Fans, die keine Karten für das Spiel in Lustenau erhalten haben, wird am Spieltag der Business-Club geöffnet sein, wo die Partie auf einer Großleinwand ausgestrahlt wird. VN-gs-mkr-cha