Noch kein Freiwurf an der Pilgerstraße

Sport / 07.11.2022 • 18:45 Uhr
Gegen Valencia kam Luka Brajkovic auf erste Spielminuten gegen ein Euro-League-Team. <span class="copyright">Ernst Weiss</span>
Gegen Valencia kam Luka Brajkovic auf erste Spielminuten gegen ein Euro-League-Team. Ernst Weiss

Basketballer Luka Brajkovic (23) befindet sich nach drei Monaten in der höchsten spanischen Liga ACB noch in der Lernphase. Doch nach der Umstellung soll die Etablierung folgen.

Lugo Gut acht Gehminuten entfernt von seiner Arbeitsstätte ist Luka Brajkovic in der galizischen Stadt Lugo, gelegen an der berühmten Pilgerstraße nach Santiago de Compostela (“Das ist gut eineinhalb Autostunden von uns entfernt.

Wenn wir zu den Auswärtsspielen fliegen, dann oft vom dortigen Flughafen aus), bei Wirt Juan mit seinen Teamkollegen ein gern gesehener Gast. Zumal der 23-Jährige sich bereits gut auf spanisch unterhalten kann. Auch sportlich nähert sich die Anpassungsphase des Basketballers langsam dem Ende. Zuletzt gegen das Euro-League-Team aus Valencia war der Feldkircher auf 4:57 Minuten im Einsatz.

Der rund 6000 Fans fassende „Pazo dos Deportes“ ist der aktuelle Arbeitsplatz von Luka Brajkovic im Nordwesten Spaniens. <span class="copyright">Ernst Weiss</span>
Der rund 6000 Fans fassende „Pazo dos Deportes“ ist der aktuelle Arbeitsplatz von Luka Brajkovic im Nordwesten Spaniens. Ernst Weiss

Am Ende sind es die noch wenigen Spielminuten, die für Brajkovic nach seinem Superjahr in der US-College-Basketball mit seinem Team aus Davidson bleiben. Sein Wechsel in eine der stärksten europäischen Ligen – die spanische Liga ACB – ist mehr als eine neue Herausforderung. Er fordert von ihm eine taktische und spieltechnische Umstellung seines Spiels. „In den USA wurde viel auf Athletik geachtet. Hier in Europa bringen sich viele abgezockte Routiniers mit ihrer Erfahrung ins Spiel ein. Während in den USA so gut wie keine Fouls im Spiel gesucht werden, so werden hier die Möglichkeiten ausgenützt“, versucht Brajkovic die Unterschiede aufzuzeigen. Mit noch mehr Individualtraining, so wie aktuell in der Länderspielpause, will sich der Vorarlberger noch mehr für die „Starting Five“ empfehlen.

„Es war eine sehr gute Erfahrung, gegen Bojan Dubljevic, einen der besten Big Man zu spielen.“

Luka Brajkovic über das Duell gegen Valencias Mannschaftskapitän

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Lange Arbeitstage

Und wie schaut eine „ganz normale Trainingswoche“ für ihn aus? „Um 8.30 Uhr ist Frühstück“, erzählt er. „Dann von 10 bis 12 Uhr das erste Teamtraining, danach steht Physio oder Massage auf dem Programm. Zwischen 13.30 und 14 Uhr geht es zum Mittagessen. Danach ruhen und von 17 bis 18.15 Uhr folgt das Individualtrainng.“ Und am Abend? „Gerne relaxen oder Spiele schauen und hin und wieder auch mal NBA 2K-League spielen.“ Brajkovic fühlt sich wohl im Nordwesten Spaniens, auch wenn es „gefühlt sehr viel regnet“. Mit Justus Hollatz hat er einen deutschsprechenden Mitspieler im Team, doch auch ansonsten gelang der Anschluss problemlos. Jetzt heißt es für ihn, die sich bietenden Chancen am Spielfeld zu nützen. „Natürlich habe ich große Ziele“, ist er selbstbewusst genug, seine Möglichkeiten richtig einzuschätzen. „Der Coach (Anm. d. Red.: Veljko Mršić) war selbst ein super Spieler. Er redet viel mit mir und fordert mich im Training.“ Deshalb soll sein Aufstieg in der beschaulichen 100.000-Einwohnerstadt am Rio Miño step-by-step passieren oder wie es Brajkovic formuliert: „Bis in den Winter hinein möchte ich so viel wie möglich lernen und all das dann umsetzen.“

Zweikämpfe waren gegen Valencia gefordert. <span class="copyright">Ernst Weiss</span>
Zweikämpfe waren gegen Valencia gefordert. Ernst Weiss