Rothosen belohnten sich wieder nicht

FC Dornbirn findet gegen die Vienna einen Chancenwucher vor, kommt aber über ein 0:0 nicht hinaus. Ex-Altach-Torwart Andreas Lukse entschärfte einen Elfmeter.
Dornbirn Es sollte einfach nicht sein. Dornbirn spielte engagiert, dominierte über die Außen, fand mehrere Top-Chancen vor – und dennoch blieb es im Heimspiel gegen den First Vienna FC beim 0:0. Ein Remis, das sich anfühlt wie eine Niederlage.
„Irgendwann wird der Knopf platzen – ich hoffe halt wirklich, dass das rechtzeitig passiert.“
Thomas Janeschitz, Trainer FC Dornbirn
Denn die Rothosen spielten richtig gut. Zwar konnte die Vienna durch Nils Zatl die erste Möglichkeit verzeichnen, aus kurzer Distanz geriet sein Kopfball aber zu zentral (2.). Das war es aber auch für längere Zeit mit Chancen der Döblinger. Dornbirn hingegen war mutig, versuchte über 90 Minuten erfolgreich, mit langen Bällen über’s Feld das Spiel zu verlagern. Denn auf den Seiten wurden die Rothosen gefährlich, dort konnten Sebastian Santin und Neuverpflichtung Jan Stefanon ihre Schnelligkeit ausspielen. Und in der Mitte lauerte Renan auf sein erstes Ligator. Nach Flanke von Stefanon köpfte der Brasilianer den Ball auf das Tornetz (7.), eine Hereingabe von der anderen Seite nahm er direkt, traf den Ball aber nicht richtig. Ex-Altach-Keeper Andreas Lukse hatte mit dem Abschluss deshalb keine Probleme (19.). Dornbirn hingegen zeigte über Konter schon in der ersten Hälfte gute Ansätze – nur haperte es öfters am letzten Ball, das nötige Glück fehlte ebenso.
Auf Seiten der Vienna zeigte sich Trainer Alexander Zellhofer wenig zufrieden. Wenn die Gäste gefährlich wurden, dann aus der Distanz: Itamar Noy zirkelte den Ball nur knapp am linken Kreuzeck vorbei (23.), verpasste in der 45. Minute erneut. Zatl brachte zudem einen Kopfball freistehend am zweiten Pfosten nicht im Tor unter.
Der Knopf, der nicht platzen wollte
Auch nach dem Seitenwechsel spielte Dornbirn munter weiter. Die Vienna konnte von Glück reden, dass der FC Dornbirn beste Möglichkeiten nicht nutzen konnte. Und immer wieder war es Sebastian Santin, der der Vienna-Defensive Probleme bereitete. So nahm er einen weiten Ball erst stark an, haute diesen aus spitzem Winkel dann aber über das Tor (48.). In der 55. Minute schlug er die Flanke auf Stefanon, der verwertete den Ball noch gut per Kopf, Lukse parierte überragend. Und es blieb dabei: Immer wieder Santin. In Minute 64 bekam er einen Ball von Elvin Ibrisimovic wunderschön in den Lauf gespielt, verpasste von halbrechts aber erneut das lange Eck. Probierte es dann mit der passgenauen Flanke auf den freien Renan, bei dem die Torlos-Blockade aber weiter anhielt. Sein Abschluss geriet viel zu unplatziert (71.). „Viel mehr geht nicht mehr an Chancen“, wusste auch Trainer Thomas Janeschitz.

Nicht einmal ein Elfmeter – Lars Nussbaumer wurde am Sechzehnereck umgerissen – konnte den Rothosen zum Sieg verhelfen. Der Gefoulte versuchte es selbst, visierte das linke Eck an. Das Problem: Andreas Lukse tat es ihm gleich und hielt sicher. Im zweiten Heimspiel in Folge – beim 0:1 gegen Horn vergab Renan vom Punkt – kostet ein verschossener Strafstoß Dornbirn Punkte. Punkte, die die Elf von Thomas Janeschitz bereits früher klar machen hätte müssen, wie auch der Coach bestätigte: „Du musst das vorher schon entscheiden.“ Es nützte nichts: Dornbirn belohnte eine starke Leistung gegen den Aufsteiger nicht mit drei Punkten. „Es ist wieder eine Steigerung, wir haben zum ersten Mal zu Null gespielt, spielen auch ganz ansehnlich“, lautete das Fazit von Janeschitz. Und meinte: „Irgendwann wird der Knopf platzen – ich hoffe halt wirklich, dass das rechtzeitig passiert.“ FB
Fussball, 2. Liga, 6. Spieltag
FC Mohren Dornbirn 1913 – First Vienna FC 1894 0:0
Stadion Birkenwiese, 700 Zuschauer, SR Safak Semler
Gelbe Karten: 32. Sulzner (Foulspiel), 84. Toth (beide Vienna, Unsportlichkeit), 90./+4 Parger (Dornbirn, Unsportlichkeit)
FC Mohren Dornbirn 1913 (4-4-2): Ospelt; Favali, Cavafe, William, Prirsch; Santin, Mätzler, Nussbaumer (86. Krizic), Stefanon (75. Mandl); Ibrisimovic (75. Parger), Renan
First Vienna FC 1894 (4-4-2): Lukse; Auer, Steiner, Kreuzhuber, Bumbic; Noy (D. Luxbacher), Sulzner (82. Toth), Abazovic (68. Edelhofer), B. Luxbacher; Alar (68. Grozurek), Zatl (82. Tanzmayr)