Im dritten Anlauf muss es klappen

PG Mehrerau will heute als erste Vorarlberger Mannschaft den Schülerligatitel ins Ländle holen.
Salzburg Noch wartet Österreichs kleinstes Bundesland Vorarlberg auf einen Titel im Rahmen der Schülerliga. Erst zweimal standen Teams aus dem Ländle seit Gründung 1976 im Bundesfinale. Das PG Mehrerau startet heute (ab 8.30 Uhr) ab am SAK Platz in Salzburg den zweiten Anlauf auf den größten österreichweiten Titel bei den Zwölfjährigen. 2014 scheiterte das PG Mehrerau im Endspiel an Praxis-Neue-Mittelschule Salzburg, die mit der Red Bull-Akademie kooperiert, mit 2:5 (2:3). Eine am Ende deutliche Niederlage, wobei die Bregenzer den großen Favoriten aus der Mozartstadt vor allem in der ersten Halbzeit Paroli bieten konnten. Die Tore damals für die Bregenzer erzielten Lars Nussbaumer und Amir Abdijanovic, beide heute in den zwei höchsten Ligen Österreichs tätig. Nussbaumer, beim FC Dornbirn unter Vertrag, holte sich 2014 mit zehn Toren beim Finalturnier sogar den Titel des Torschützenkönigs. Abdijanovic steht aktuell im Kader des SCR Altach.

Ins Nationalteam
Für die Finalisten von 1976, der Hauptschule Nenzing, sind die aktiven Zeiten hingegen schon wieder lange vorbei. Die ganz große Karriere startete Daniel Madlener, heute Cheftrainer bei Vorwärts Steyr, im Anschluss an die Schülerliga, der es sogar bis ins österreichische Nationalteam schaffte. An das Endspiel im damaligen Wiener Weststadion (heute Allianz-Stadion von SK Rapid Wien) kann sich der mittlerweile 57-Jährige noch gut erinnern. „Wir haben damals mit dem Finale das neu gebaute Weststadion eröffnet, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Dieses Erlebnis hat sich bei mir stark eingeprägt, werde ich nie vergessen. Nur eben schade, dass wir es nicht gewinnen konnten“, blickt Madlener zurück und erzählt weiter, „dass wir damals als sogenannten Starbetreuer niemand Geringeren als Jupp Heynckes zur Seite hatte. Bei den Linzern war Berti Vogts auf der Bank.“
„Das Finale 1976 hat sich stark eingeprägt bei mir. Schade, dass wir nicht siegen konnten “
Daniel Madlener, Finalist aus dem Jahr 1976

Bei der ersten Auflage des auf Initiative von Leopold Stastny, legendärer Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft, gegründeten österreichweiten Turnieres, mussten sich die Oberländer erst im Elfmeterschießen gegen das BRG Linz-Fadingerstraße geschlagen geben. In den 90 Minuten davor lieferten sich beide Teams einen wahren Schlagabtausch, wobei die HS Nenzing kurz vor Schluss sogar mit 2:1 in Führung ging. Doch die Linzer glichen in letzter Sekunde aus, und entschieden das Penaltyschießen mit 4:2 für sich. Vorarlbergs Medien huldigten den tollen Auftritt der Oberländer in der Bundeshauptstadt mit einem Artikel auf dem Titelblatt am 1. Juli 1976. Bereits davor kurbelte die VN die Werbetrommel: „Mit den VN zum Finale nach Wien“ lautetet der Slogan, um Familien und Anhänger der Nenzinger Mannschaft in Bussen nach Wien zu bringen.

Selbstvertrauen
Den Burschen aus der Mehrerau drückt Madlener heute ganz fest die Daumen, dass es mit dem ersten Sieg aus Vorarlberger Sicht klappt. Gegen die SMS Linz-Kleinmünchen sind die Bregenzer zwar nicht der Favorit, doch wie es Trainer Simon Getzner erklärt: „Wir kennen ihre Stärken und Schwächen, haben unsere Lehren aus der Vorrunde (2:2) gezogen. Wir gehen mit viel Selbstvertrauen ins Finale.“
45. Sparkasse-Schülerliga
Finale
PG Mehrerau – SMS Linz-Kleinmünchen
Spiel um Platz 3
MS Wörgl – BG Klagenfurt/Lerchenfeld
Spielort: SAK Platz Salzburg. Der Finaltag startet ab 8.30 Uhr. können per Livestream auf www.sparkasse-schuelerliga.at verfolgt werden.