Podest nur knapp verpasst: Skispringer Ulrich Wohlgenannt in Top-Form

Der Dornbirner wird bei der zweiten Einzelkonkurrenz in Lahti hervorragender Vierter.
Lahti Was für ein Wochenende für Skispringer Ulrich Wohlgenannt. In Lahti verpasste der in Innsbruck lebende Dornbirner nur ganz knapp seinen ersten Podestplatz in einem Einzel-Weltcupspringen. Am Samstag hatte er noch mit dem ÖSV-Team seinen ersten Weltcupsieg mit der Mannschaft. „Ich bin superhappy“, jubelte der 27-Jährige verständlicherweise. „Wer hätte vor einer Woche gedacht, dass ich da rauffliege und so gut Ski springe und so gut mitreden kann“, erklärte Wohlgenannt, der schon am Freitag mit Rang sechs sein bis dahin bestes Resultat abgeliefert hatte.

Wohlgenannt (Zweiter von rechts) mit Kraft, Hörl und Aigner.
Gratulation für Wohlgenannt gab es auch von Christoph Kraxner, VSV-Landestrainer Nordisch: „Ich freue mich enorm für Uli. Technisch ist er einer der besten Springer.“ Für den Kehlegger waren es in seinen Weltcupspringen 29, 30 und 31 die ersten drei Top-Zehn-Plätze. Für den gelernten Mechatroniker und die anderen ÖSV-Adler geht es schon am Dienstag weiter nach Norwegen, wo in Lillehammer die Raw Air-Tour beginnt.
Neben zwei Doppelsiegen im Continental-Cup war der Vorarlberger schon bei der Vierschanzentournee im österreichischen Weltcup-Aufgebot. So richtig explodiert ist er nun in Finnland. Und durfte im Team über seinen ersten Weltcupsieg jubeln. „Ich bin super glücklich. Wenn man mit Krafti im Team springen darf, ist das mega,“ sagte er danach, noch nicht wissend, dass ihm Kraft am Sonntag beim zweiten Einzelbewerb als Dritter knapp den Stockerlplatz vermasselte. Wohlgenannt und der 29-jährige Tiroler Aigner hatten sich den Einsatz mit guten Leistungen am Freitag im Einzelbewerb gesichert, als sie deutlich vor den Olympiasiegern Manuel Fettner und Daniel Huber gelandet waren.
Für Kraft war es der achte Sieg mit einem ÖSV-Team, acht Jahre nach der Premiere an gleicher Stelle, und für den erst 23-jährigen Hörl war es schon der fünfte. Aigner und Wohlgenannt jubelten hingegen über ihre Premierenerfolge. „Sie haben vor dem Finale gesagt, Krafti, wir machen das und du zauberst am Schluss einen hinunter. Dass es so gelungen ist, ist geil“, freute sich der 28-jährige Kraft. Sein erster Flug habe allen Mut gemacht. „Alle sind einen brutal guten zweiten Durchgang gesprungen, das hat mich auch beflügelt“, betonte der Skiflug-Weltrekordler.
Politische Botschaft
Mit einer politischen Botschaft auf seinen Sprungski hat der Pole Kamil Stoch, Tages-Elfter am Sonntag, auf sich aufmerksam gemacht. „Stop war, better fight in sport“ (Stoppt den Krieg, kämpft lieber im Sport“) war seine Message, die er auch im TV-Interview untermauerte. „Es ist schwer, dass man auf sich selbst konzentriert bleibt, weil was jetzt gerade passiert, nahe an unserer Grenze, berührt mich. Ich kann nicht so tun, als würde nichts passieren“, sagte Stoch. „Ich kann fühlen, dass etwas Schlechtes passiert und kann mich nicht umdrehen und einfach meine Augen verschließen. Ich möchte zeigen, dass es meiner Meinung nach keinen Platz geben sollte für Gewalt und Krieg.“