Olympia-Pechvogel Yannick Müller wegen Infektionsrisikio bereits in Peking operiert

Sport / 08.02.2022 • 21:00 Uhr
Olympia-Pechvogel Yannick Müller wegen Infektionsrisikio bereits in Peking operiert
Nach seinem offenen Unterarmbruch wurde Yannick Müller im Peking University Third Hospital (PUTH) operiert. Privat

Bludenzer soll am Samstag mit ÖRV-Team zurückfliegen

Peking Rodler Yannick Müller wurde wenige Stunde nach seinem Trainingssturz am Montag im Olympiaeiskanal von Yanqing noch in der Nacht in China operiert. Der 22-jährige Bludenzer hatte sich einen offenen Bruch des linken Unterarms zugezogen. Aufgrund einer möglichen Infektionsgefahr während des Rücktransports nach Österreich wurde kurzfristig entschieden, die Operation vor Ort durchzuführen, teilte das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) mit.

Olympia-Pechvogel Yannick Müller wegen Infektionsrisikio bereits in Peking operiert
Yannick Müller hat vom Krankenbett aus eine Videobotschaft an seine Teamkollegen gesendet.

Müller wurde in Begleitung von ÖRV-Teamarzt Stefan Neuhüttler und eines ÖOC-Mitarbeiters ins Peking University Third Spital gebracht, wo ab Mitternacht der knapp zweistündige Eingriff erfolgte. “Die Operation verlief gut, da sind jetzt drei Platten im Arm”, erklärte Müller in einer Videobotschaft. “Ich werde trotzdem das Team von da aus oder vom olympischen Dorf aus weiterhin unterstützen. Ich werde auf jeden Fall voll mitfiebern.”

Frauscher mit Prellungen und blauen Flecken

Doppelsitzerpartner Armin Frauscher hatte sich bei dem Crash Prellungen und blaue Flecken zugezogen. “Wir hatten einen Sturz im Highspeedbereich, Mitte 16, sie waren zur Ausfahrt zu hoch in der Kurve, schlugen sehr hart zur Innenbande, dabei hat sich der Obermann den Unterarm gebrochen”, schilderte Cheftrainer Rene Friedl den Unfallhergang.

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Aufgrund des offenen Bruches sei es medizinisch nicht zu verantworten gewesen, Müller nach Hause zu fliegen und dort zu versorgen, erklärte Neuhüttler im ORF. “Die Versorgung ist eigentlich gut verlaufen”, sagte der Teamarzt nach der Operation. Der Sportler müsse zur Überwachung und Kontrolle der Weichteile sicher 48 Stunden im Spital bleiben. “Wenn alles optimal läuft, ist geplant, dass er mit einem Gips wieder zur Mannschaft ins olympische Dorf kommt.” Dann könnte Müller auch den am Samstag geplanten Heimflug mit seinen Kollegen antreten.

ÖOC-Präsident Karl Stoss besuchte den Pechvogel wenige Stunden nach dem Eingriff im Krankenhaus, sprach laut eigenen Angaben mit Müller und auch dem operierenden Arzt. “Die Operation hat einige Stunden gedauert, der gebrochene Unterarm musste an drei Stellen fixiert werden. Yannick geht’s den Umständen entsprechend gut”, wurde Stoss in einer Aussendung zitiert. “Ich hatte den Eindruck, dass er sehr gut betreut wird. In drei Tagen sollte der Heimtransport möglich sein.”