Shootingstar Tomasini

Als Debütantin kam Fabienne Tomasini bei der Handball-WM-Endrunde zu viel Spielzeit und feierte 15 erfolgreiche Torwürfe.
Lustenau „Die positiven Erlebnisse und Eindrücke überwiegen ganz klar. Aus persönlicher Sicht war die erste WM-Endrunde eine ganz wertvolle Erfahrung, die mich als Spielerin sicher mehr als nur einen Schritt weitergebracht hat.“ Nach den vielleicht turbulentesten, anstrengendsten und schwierigsten drei Wochen in ihrer sportlichen Karriere zieht Debütantin Fabienne Tomasini ein zufriedenstellendes Resümee. „Natürlich wäre ohne die Nebengeräusche vielleicht mehr möglich gewesen wäre. Ich denke, wir haben das Beste aus dieser verzwickten Lage herausgeholt. Wir haben es geschafft, die ständigen Rückschläge wegzustecken, haben mentale und physische Stärke beweisen. Wir haben uns der in dieser Form unerwarteten Herausforderung gestellt, einen unbändigen Teamgeist bewiesen und Österreich würdig vertreten. Wir können Spanien erhobenen Hauptes verlassen“, betonte die 24-jährige Lustenauerin.
Team Österreich
Top 6, Einsatzzeiten
Max. 6:00:00 Std.
Patricia Kovacs 5:11:58
Mirela Dedic 5:09:08
Ines Ivancok 5:08:26
Johanna Schindler 4:48:03
Fabienne Tomasini 4:39:06
Lena Ivancok (Torfrau) 3:16:36
Top 6, Tore
Tore Würfe Prozent
Patricia Kovacs 43 74 58%
Ines Ivancok 30 59 51%
Katarina Pandza 23 33 70%
Mirela Dedic 16 23 70%
Fabienne Tomasini 15 21 71%
Johanna Schindler 14 23 61%
„Ich denke, wir haben das Beste aus dieser verzwickten Lage herausgeholt.“
Fabienne Tomasini, Handball-Teamspielerin
Mehr als nur zwei Siege
Die erste Endrunde bei einem Großevent seit 2009 entwickelte sich angesichts der zahlreichen Covid-19-Querelen zu einem Wechselbad der Gefühle. Nach dem coronabedingten Ausfall von Teamchef Herbert Müller und Cotrainer Erwin Gierlinger folgte zwei Stunden vor Anpfiff des WM-Auftaktspiels gegen China die nächste Hiobsbotschaft: Torfrau und Kapitänin Petra Blazek, Spielmacherin Sonja Frey, Kreisläuferin Stefanie Kaiser und Flügelspielerin Nina Neidhart wurden positiv getestet.
Nach dem klaren 38:27-Erfolg gegen China folgten vor den Niederlagen gegen Argentinien (29:31) und Gastgeber Spanien (19:31) die Ausfälle von Kreisläuferin Josefine Huber und Goalgetterin Katarina Pandza.
Die rot-weiß-rote Leidenszeit setzte sich in der Hauptrunde durch den siebten Ausfall von Klara Schlegel fort. Nach dem 31:38 gegen Brasilien kehrten zwar vor der Partie gegen Japan Blazek und Kaiser in den Kader zurück. Am Ende fehlte aber die physische Breite, um die 30:32-Niederlage zu verhindern. Was möglich gewesen wäre, zeigte sich beim abschließenden 27:23-Erfolg gegen Kroatien, EM-Dritter 2020. „Ich denke, man kann die Top-16-Platzierung sogar als Erfolg betrachten“, betont Tomasini. „Wir haben zwar weniger erreicht als vor Beginn erhofft, dafür angesichts der Begleitumstände so viel geschafft, wie möglich war.“
Tomasini, die seit 2018 das Trikot des Schweizer Spitzenclubs LC Brühl St. Gallen trägt, zählte mit einer Gesamtspielzeit von 4:39:05 Stunden zu den ÖHB-Dauerbrennerinnen auf dem Parkett und durfte sich bei 21 Würfen über 15 Torerfolge freuen. „Ehrlich gesagt habe ich nicht mit so viel Einsatzzeiten gerechnet“, blickt Tomasini zurück. „Ich habe versucht, das in mich gesetzte Vertrauen zu erfüllen. Auf jeden Fall hat die WM das Interesse bei mir auf mehr geweckt. Ich möchte mich im Nationalteam in der anstehenden EM-Quali etablieren.“
Zum Leidwesen der Lustenauerin wurde das Mitte März in Bregenz geplante EM-Qualifikationsspiel gegen die Faröer Inseln nach Maria Enzersdorf verlegt. „Ich hätte gerne ein Länderspiel in Vorarlberg bestritten und hoffe natürlich, dass ich einmal die Gelegenheit dazu habe.“
Ambitionierte Ziele mit dem Verein
Nach den in vielen Bereichen bewegten Tagen freut sich die Linkshänderin auf einige Tage Pause zu Hause, ehe sie am Ende der Woche bei Brühl St. Gallen wieder in den Trainingsbetrieb einsteigt. Tomasini war als einzige Spielerin der Schweizer Premium League bei der WM-Endrunde dabei und führt mit Brühl die Tabelle an. „Im Moment läuft es richtig gut für mich und den Verein. Jetzt gilt es den Schwung ins neue Jahr mitzunehmen. Wir streben den Meistertitel und den Cupsieg an und ich möchte mit meiner Leistung und Toren dazu beitragen.“




