Selbstkritisches Altach stellt sich dem Frust der Fans

Sport / 06.12.2021 • 18:30 Uhr
Die "Schlittenfahrt" von Wolfsberg hat den Altacher Klubverantwortlichen missfallen. <span class="copyright">scra</span>
Die "Schlittenfahrt" von Wolfsberg hat den Altacher Klubverantwortlichen missfallen. scra

Sportchef Werner Grabherr fordert: Nach 0:3 in Wolfsberg muss zum Jahresabschluss in Ried (Samstag, 17 Uhr) ein positives Erlebnis her.

Altach „Wir müssen uns die Kritik gefallen lassen und die Watschn annehmen. In dieser Verantwortung stehen wir.“ SCRA-Geschäftsführer Christoph Längle will nach der zehnten Saisonniederlage von Schönrederei nichts wissen. „Alles was ich jetzt sage, klingt für viele nur nach Ausrede“, weiß er und betont: „Es ist schon sehr frustrierend, dass so wenig Entwicklung sichtbar ist.“ In Sachen Frust ist er nicht alleine, wie ein Blick auf verschiedenste Kommentare in sozialen Medien zeigt. Vor allem die Sportliche Führung wird in diesen angegriffen. Fakt ist zumindest eines: Der Negativtrend macht Altach zur negativen Nummer eins, wenn derzeit das Thema Abstieg auf das Tablett kommt.

„Das Spiel in Ried ist für uns das erste Endspiel mit Blickrichtung
Punkteteilung.“

Werner Grabherr, SCRA-Sportchef zur aktuellen Lage


Fakt sind im aktuell elften Bundesligajahr der Rheindörfler aber auch andere Themen – wie:

Torschussstatistik Sie ist nicht schlechter als bei Teams wie Klagenfurt, Admira, Ried oder Wattens. Allein die Gegner treffen zumindest doppelt so oft.

Kaderzusammenstellung Nicht zum ersten Mal wurde im Sommer eine Chance verpasst. Ob bewusst oder doch zu blauäugig agiert wurde, diesen Fehler muss sich die Sportliche Abteilung ankreiden.

Umbruch Mit einem Durchschnittsalter von 23,3 Jahren gehört die Startelf der Altacher in Wolfsberg – das Durchschnittsalter beim WAC betrug 28,5 Jahre – zu den wohl jüngsten in der Bundesligageschichte der Rheindörfler. Ein richtiger Prozess, doch es wurde auf die eine oder andere ordnende Hand vergessen.

Verunsicherung Altachs Kader hat nicht zwingend ein Qualitätsproblem, sondern vielmehr sorgt die totale Verunsicherung für eine fast lähmende Blockade bei den Spielern. Diese ist zu lösen und daran muss sich das Trainerteam messen lassen.

Nachhaltige Maßnahmen

Für Sportchef Werner Grabherr hat das Wolfsberg-Spiel endgültig den Blickwinkel verändert. Der 36-Jährige gibt zu, dass man sich durch den Sieg beim LASK habe blenden lassen. „Zu dem Zeitpunkt lagen noch sechs Runden mit drei Heimspielen vor uns. Wir dachten, schon viel weiter zu sein. Jetzt, da fünf Runden gespielt sind, müssen wir sagen: Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Wir haben nun noch einen Schuss (Anm. d. Red.: Spiel am Samstag in Ried) und der muss nun sitzen“, lautet seine Ansage an die Mannschaft. Es müsse ein Statement gesetzt werden, dass „wir nicht nur möchten, sondern, dass wir es auch können“.
Zudem betont Grabherr, dass es im Winter einschneidende Maßnahmen geben werde. Zumal man gewillt sei, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. „Der Trainer ist bereit, diesen mit uns zu beschreiten.“ Zumal die letzten Jahre gezeigt hätten, dass es in der Winterübertrittszeit einer anderen Herangehensweise bedarf. Grundlage dafür ist für ihn ein positives Auftreten in Ried, um den Druck nicht noch größer werden zu lassen.

Gegner Ried noch ohne Neo-Trainer Ibertsberger gegen Altach

Lange war gerätselt worden, auch Liechtensteins Teamchef Martin Stocklasa war ein Thema. Doch justament am Tag, als der 42-jährige Liechtensteiner und Ex-Ried-Spieler seinen Vertrag als Nationaltrainer im Fürstentum bis 2024 verlängerte, gab die SV Ried den Nachfolger von Andreas Heraf bekannt. Robert Ibertsberger übernimmt ab 1. Jänner das Amt des Cheftrainers. Am Samstag gegen Ried wird noch Co-Trainer Christian Heinle die Mannschaft gegen Altach betreuen. Danach tritt der 36-Jährige wieder ins zweite Glied und wird dann Ibertsberger (44) zur Seite stehen.