Dieser Mann ist die Allzeit-Größe im Snowboardcross

Weltcupsieger Alessandro “Izzi” Hämmerle begann die neue Weltcupsaison im Snowboardcross (SBX) so wie er die alte begonnen hat: Mit einem Sieg! Der 28-Jährige triumphierte souverän bei der Olympia-Generalprobe in Secret Garden/China.
Secret Garden Auf dem Kurs zeigt er der Konkurrenz derzeit den Rücken, bei der anschließenden Doping-Kontrolle nach dem Sieg bei der Olympia-Generalprobe musste sich Alessandro “Izzi” Hämmerle gedulden. Wohl auch, weil es nur Wasser und kein Bier gab, dauerte die Sitzung ein wenig länger, als ihm lieb war.
Davor hatte er beim Weltcup-Auftakt einmal mehr seine Klasse unter Beweis gestellt. Aktuell schafft kein Snowboardcrosser eine Startsequenz wie der 28-jährige Montafoner. Dabei, so Hämmerle, sei es gar nicht so ideal, bei dem langen Kurs in China. “Ich habe versucht, mit danach immer zurückfallen zu lassen, um bei der steilen Passage den Windschatten ausnützen zu können”, erzählt er nach seinem 13. Weltcupsieg. Deshalb habe er auch im Halbfinale ein wenig “gepokert” und war am Ende dann “richtig froh”, dass es sich als Zweiter ausgegangen ist. Ansonsten war “Izzi” nicht zu biegen. Der Vorarlberger feierte im Achtel-, Viertel- und im Finale Start-Ziel-Sieg und bewies einmal mehr, dass er im Moment im Snowboardcross das Maß aller Dinge ist.
“Ein Sieg fühlt sich immer speziell an. Doch hier zu gewinnen ist noch spezieller.”
Alessandro Hämmerle nach dem Erfolg bei der Olympia-Generalprobe
Keine leichte Aufgabe
Doch der Weg zum Sieg in Secret Garden war nicht leicht. “Izzi” musste einiges verdauen. Da war der schwere Sturz seines Bruders Luca (25), der sich Wirbelverletzungen zugezogen hat. “Da kommen schon Gedanken hoch. Gott-sei-Dank sind keine Nerven betroffen, doch ich weiß, welche Schmerzen er hat.” Er selbst war mit dem Handicap einer Mandelentzündung nach China gereist und hatte sich in den Tagen vor dem Finale immer zurücknehmen müssen. Zudem war es das erste Saisonrennen und “da weißt du nie, wo du wirklich stehst”. Schließlich galt es noch der Windlotterie Stand zu halten. Denn der Mittelteil des langen Kurses ist extrem windanfällig und viele Fahrer nutzten dabei den Windschatten. Doch Hämmerle trotzte all der Unwägbarkeiten und fuhr einen souveränen Sieg ein. Mit Jakob Dusek (4.) bei den Herren und Pia Zerkhold (4.) bei den Damen waren noch zwei weitere ÖSV-SnowboarderInnen im großen Finale und kamen dabei zu Spitzenplätzen, auch wenn sie das Podest knapp verfehlten. Der für den VSV startende Julian Lüftner schied im Achtelfinallauf aus, wo er mit Alessandro Hämmerle und Lukas Pachner zwei weitere ÖSV-Fahrer als Konkurrenten hatte.
Für die Snowboardcrosser geht es heute zurück in die Heimat. Auch Luca Hämmerle wird mit der Mannschaft zurückfliegen und bekommt einen Sondertransport zum Flughafen. Für “Izzi” und Co. heißt es hingegen: Ab in den Bus und rund vier Stunden Fahrt zum Flughafen, auch wenn die Autobahn für den normalen Verkehr gesperrt bleibt.




