Altach wie ein Absteiger bei Heimpleite gegen die WSG Tirol

Sport / 27.11.2021 • 18:52 Uhr
Altachs Stürmer Sandi Krizman (rechts) war ein Totalausfall gegen die WSG Tirol. <span class="copyright">gepa</span>
Altachs Stürmer Sandi Krizman (rechts) war ein Totalausfall gegen die WSG Tirol. gepa

So bleibt man noch länger Tabellenschlusslicht. Bei der 0:3-Niederlage gegen die WSG Tirol machte man es den Gästen viel zu leicht. Ohne Mut, ohne Ideen und ohne Selbstvertrauen ist Altach im Heimstadion inzwischen ein absoluter Punktelieferant – für jeden Gegner.

Altach Schneebedeckt die Bergrücken rund um das Stadion, ein tiefer Boden in der Arena und leere Zuschauerränge – die äußeren Umstände waren nicht die Besten für das Schlusslicht aus dem Westen. Und dann auch dieser Start in die Partie gegen die WSG Tirol. Bei einem Laufduell zwischen Sebastian Aigner und Giacomo Vrioni drückte der Altacher zu stark – SR Harald Lechner zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Der Gefoulte selbst trat an und traf zum 1:0 (12.). Eine schon zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung, denn die Tiroler taten mehr für das Spiel un wirkten frischer.

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16. Spieltag

Cashpoint SCR Altach – WSG Tirol 0:3 (0:1)

Cashpoint Arena, keine Zuschauer, SR Harald Lechner (W)

Torfolge: 12. 0:1 Vrioni (Foulelfmeter), 51. 0:2 Müller, 88. 0:3 Vrioni

Gelbe Karten: 74. Bacher, 82. Awoudja (beide WSG Tirol/jeweils Foulspiel)

Cashpoint SCR Altach (4-4-2) Casali – Thurnwald (55. Mischitz), Dabanli, Zwischenbrugger, Pape Alioune – Bukta (80. Meilinger), Sebastian Aigner (73. Schreiner), Haudum (73. Prokopic), Edokpolor – Tartarotti, Krizman (55. Reiter)

WSG Tirol (4-4-2) Oswald – Koch, Bacher, Behounek, Klassen (89. Stumberger) – Rogelj (89. Tomic), Müller (71. Naschberger), Petsos, Blume (78. Awoudja) – Thomas Sabitzer (89. Wallner), Vrioni

Mit Rückstand mutiger

Erst nach einer Viertelstunde wurde Altach mutiger und kam prompt zu Chancen. Johannes Tartarotti war es, der nach 18 Minuten mit seiner Direktabnahme – nach Bukta-Vorlage – Pech hatte, denn der Ball streifte den Pfosten. Nur knapp später nochmals Glück für Tirol-Keeper Ferdinand Oswald, als eine versuchte Abwehr von Behounek nach Edokpolor-Pass am Pfosten landete (20.) Die beste Phase der Altacher rundete schließlich Csaba Bukta ab, der dank seiner Schnelligkeit zum Abschluss kam, aber an Oswald scheiterte. Ein Pass auf den mitgelaufenen Johannes Tartarotti wäre möglicherweise eine bessere Alternative gewesen. Damit war das Feuer der Gastgeber in Halbzeit eins bereits wieder erloschen. Die spielerisch besseren Gäste ließen Ball und Gegner laufen. Altach war im eigenen Stadion nur mehr Mitläufer. Keine Ballstafette über drei Spieler, kein Aufbäumen, die Mannschaft wirkte nach den vergebenen Torchancen wie gelähmt. Es fehlte ein Antreiber, es fehlte das Selbstvertrauen.

Noch einen schnellen Gegentreffer

Zur Pause hatte SCRA-Coach Damir Canadi einiges zu sagen. Denn die Gäste waren bereits am Feld, als die Rheindörfler erst aus der Kabine kamen. Und das mit derselben Mannschaft. Etwas überraschend schenkte Canadi derselben Elf nochmals das Vertrauen. Allein eine interne Umstellung fiel auf, denn Bukta rückte für Tartarotti in den Angriff neben Sandi Krizman. Am Geschehen auf dem Platz änderte sich ebenfalls nichts. Die Tiroler übernahmen sofort das Kommando, die Hausherren hofften auf Umschaltmomente. Es blieb bei der Hoffnung, denn ausgerechnet der Ex-Altacher Valentino Müller zerstörte just diese. Nach einem Einwurf fühlte sich keiner für den Vorarlberger im Tirol-Dress zuständig und Müller nahm an der Strafraumgrenze Maß und traf zum 2:0 (51.). Eine Minute zuvor hatte noch Oswald in extremis gegen Tartarotti retten müssen. Zu allem Überfluss verletzte sich noch Manuel Thurnwald. Für ihn kam nach 55 Minuten Samuel Mischitz ins Spiel, zudem ersetzte Dominik Reiter den schwachen Krizman.

Doch die Partie war mit dem zweiten Gegentreffer früh entschieden. Weil Altach die Kreativität und die Entschlossenheit fehlte – und der Schlussspurt zu spät begann. Erst als Altach ein “Alles-oder-Nichts”-Spiel forcierte, kam die WSG-Defensive noch einmal etwas ins Schwitzen. Allein eine Großchance blieb aus. Im Gegenteil: Die Tiroler nützten ein Blackout zwischen Dabanli und Casali und Vrioni bedankte sich mit dem zweiten Treffer zum 3:0-Endstand. Und so wurde es ein brutal bitterer Abend für die Altacher, die im achten Heimspiel die schon fünfte (!) Niederlage kassierten. So wird der Weg kein, wie von Canadi prognostiziert, ein holpriger, so führt der Weg geradeaus in die 2. Liga.