Vom Föhnsturm verblasen

Von allen guten Geistern verlassen präsentierte sich der Cashpoint SCR Altach nach zuletzt starken Leistungen gegen Hartberg. Ohne Stabilität in der Abwehr und mit Schwächen im Abschluss. Die Rechnung wurde der Canadi-Elf in Form einer Niederlage (0:2) präsentiert.
Altach So viel hatte man sich beim Cashpoint SCR Altach vorgenommen, selbst Trainer Damir Canadi versprühte vor der Partie großen Optimismus. Und dann passieren in der ersten Halbzeit Dinge, die so nicht geplant waren. Dabei war man mit einem sehr flexiblen Defensivkostüm ins Spiel gegangen. Im Abwehrverhalten wurden die Räume geschlossen und nach vorne schwärmten die Außen schnell aus. Dennoch offenbarten die Altacher Schwächen in der Schnittstelle, was auch dem Fehlen von Philipp Netzer und Berkay Dabanli geschuldet war. Es fehlte die Stabilität und das nützten de Gäste aus. Etwa beim Führungstreffer, als die SCRA-Abwehr zu weit aufrückte, die Hartberger sich geschickt durch die Freiräume kombinierten und Noel Niemann die Ablage von Jürgen Heil nur noch über die Linie drücken musste (17.). Ein Treffer, der erst nach dem VAR-Check gegeben wurde, denn SR-Assistent Manuel Undesser hatte auf Abseits entschieden. Die Zeitlupe aber zeigte klar, dass sich die Unparteiischen geirrt hatten – und Altach musste erstmals schlucken. Doch es sollte noch schlimmer kommen und wieder war der VAR im Spiel. Denn nach einer Gelben Karte gegen Nosa Edokpolor gab es erneut einen Check. Und tatsächlich revidierte SR Stefan Ebner seine Entscheidung, weil der tätliche Angriff von Edokpolor gegen das Standbein von Jürgen Heil ging (28.). So war man früh in der Partie doppelt bestraft. Daraufhin stellte Canadi das System um, agierte ab sofort mit einer Dreierabwehr. Doch die Niederlage war nicht mehr abzuwenden. Nach zuletzt starken Leistungen gegen Salzburg und den LASK verfiel der SCRA im Duell mit den Steirern in Lethargie und verlor 0:2.
Und Altach steckte nicht den Kopf in den “Sand”, sondern suchte die Offensive. Da war vor allem Johannes Tartarotti gefragt, der immer wieder mit guten Bällen glänzte und der Hartberg-Goalie Rene Swete mit einem direkten Eckball vor große Probleme stellte (32.). Dann war es Manuel Thurnwald, der innert Sekunden zwei Riesenmöglichkeiten ausließ (42.). Beim ersten Mal ideal freigespielt von Adthe Nuhiu, als er an Swete scheiterte und dann war es Mischitz, der den Abpraller erneut auf Thurnwald spielte und dessen Schuss über die Querlatte strich. Auf der anderen Seite verpasste Niemann kurz vor Seitenwechsel das 2:0 (44.).
Admiral Bundesliga 2021/22
13. Spieltag
Cashpoint SCR Altach – TSV Hartberg 0:2 (0:1)
Altach, Cashpoint Arena, 3053 Zuschauer, SR Stefan Ebner (OÖ)
Torfolge: 17. 0:1 Niemann, 54. 0:2 Heil
Gelbe Karten: 19. Zwischenbrugger, 32. Thurnwald (beide Altach/jeweils Foulspiel)
Rote Karte: 28. Edokpolor (Altach/grobes Foulspiel)
Cashpoint SCR Altach (4-1-4-1) Casali – Mischitz (46. Reiter), Strauss /´(71. Aigner), Zwischenbrugger, Pape-Alioune (71. Krizman) – Haudum – Thurnwald (46. Bischof), Tartarotti (71. Schreiner), Edokpolor, Bukta – Nuhiu
TSV Hartberg (4-2-3-1) Swete – Stec, Steinwender (59. Gollner), Rotter, Klem – Tobias Kainz, Horvat (78. Erhardt) – Niemann (78. Paintsil), Heil, Sturm (23. Lema) – Tadic (78. Belakovic)
Radikalkur zur Pause
Zur Pause verpasste Canadi seiner Mannschaft eine Radikalkur – und brachte mit Noah Bischof und Dominik Reiter zwei Offensivkräfte. Bischof sollte mit seiner Geschwindigkeit von Nuhius Kopfballvorlagen profitieren, denn der Mittelstürmer rückte etwas weiter ins Mittelfeld zurück. Zudem wurde Felix Strauss ins Mittelfeld beordert, während Stefan Haudum in die Abwehrreihe rückte. Mit dem 0:1 im Rücken blieb Altach nichts anderes übrig, als das Heil in der Offensive zu suchen – trotz personeller Unterzahl. Die Rechnung dafür bekamen die Rheindörfler nach 54 Minuten präsentiert. Ein schneller Konter der Hartberger, ein schlechtes Stellungsspiel von Pape-Alioune und schon war es passiert. Trotz sechs Mann im Strafraum kam Jürgen Heil frei zum Schuss und gegen dessen Abschluss war Torhüter Tino Casali machtlos – 0:2! Die Antwort der Altacher ließ nicht lange auf sich warten. Mit der Unterstützung des Süd-Föhn versuchte sich Csaba Bukta aus der Distanz und gegen seine strammen Weitschuss musste sich Swete im Tor der Hartberger strecken (56.).
Nach 70 Minuten drehte Canadi das Rad auf totale Offensive. Er nahm den schwachen Pape-Alioune raus und brachte mit Sandi Krizman einen weiteren Stürmer, zudem kamen Emanuel Schreiner und Sebastian Aigner ins Spiel. Doch so sehr sich die Altacher auch mühten, im letzten Drittel taten sie sich schwer – sowohl im Passspiel als auch im Abschluss. Im Gegenteil: Die Gäste waren dem dritten Treffer näher als die Rheindörfler dem Anschlusstor. Und so war die sechste Saisonniederlage, die vierte in einem Heimspiel, nicht mehr abzuwenden. Bitter zudem: Viele Zuschauer verließen schon Minuten vor dem Schlusspfiff ihren Platz im Stadion. Hartberg hingegen jubelte über den ersten Bundesligasieg in Altach.








