So oft hat sich Noah Bischof seinen Premierentreffer angesehen

“Sicher 20 Mal”, sagt der Altacher Jungstar. Im großen VN-Interview spricht er über sein erstes Bundesligator, seine Träume, Rückschläge und über motivierende Vorbilder.
Altach Für Noah Bischof schloss sich mit dem Siegestor am Sonntag gegen den LASK ein Kreis. In der ersten Bundesliga-Runde feierte der 18-Jährige sein Debüt für den Cashpoint SCR Altach gegen die Linzer. Bis dahin war dies der schönste Moment in seiner noch jungen Fußballerkarriere gewesen – nun wurde er von einem neuen Karrieremeilenstein, dem ersten Bundesligator, abgelöst. Im Februar war Bischof einer von 50 Köpfen in den VN, und dabei hatte er sein Erfolgsrezept verraten. „Ich hasse es, zu verlieren – selbst bei ,Mensch ärgere dich nicht‘.“ Grund genug, den SCRA-Shootingstar zum VN-Interview zu bitten.
Sie hatten schon vorher ein paar große Chancen auf ihr erstes Bundesliga-Tor. Wie erlösend war jetzt ihr erster Treffer?
Sehr erlösend, wie man beim Torjubel gesehen hat. Nach der großen Chance, die ich gegen die Admira vergeben habe, habe ich mir unnötig Druck gemacht. Dann hab ich auch noch gegen den LASK eine Riesenchance ausgelassen.
Umso schöner war dann ihr erstes Tor, bei dem Sie über den ganzen Platz gesprintet sind. Ganz ehrlich, wie oft haben Sie es sich seit Sonntag angeschaut?
Ich habe mir das Tor sicher schon 20 Mal angesehen.
Und wie viele haben ihnen dafür gratuliert?
Wahrscheinlich jeder Mensch, der mich kennt. Als ich nach dem Spiel das Handy eingeschalten habe, waren schon 80 Nachrichten drauf, dann sind noch ganz viele mehr dazugekommen.
Wie heiß waren Sie schon auf diesen Treffer?
Extrem. Für mich ist Tore schießen einfach das schönste Gefühl, das es gibt. Dann noch für Altach ist ein besonderer Traum. Ich bin ja Vorarlberger und schon seit 2012 bei Altach.
Was war davor ihr schönster Moment?
Mein Bundesliga-Debüt. Weil mit 18 die Chance zu bekommen, gleich am ersten Spieltag vom Trainer, das ist sicher nicht normal und etwas Besonderes. Der erste Einsatz ist immer ein Wahnsinn.
Wer sind denn ihre großen Vorbilder?
Robert Lewandowski und Erling Haaland. Weil sie zwei Tormaschinen sind.
Auf welche Altach-Spieler haben Sie aufgeschaut?
Ich habe sehr viele Tore von Hannes Aigner gesehen, aber auch Mergim Berisha hat mich als Leihgabe hier sehr beeindruckt. Bei Aigner war es vor allem seine Stärke in der Box und wie unangenehm er für die Gegner war. Außerdem hat er in der Akademie zwei Trainings von uns geleitet. Von ihm habe ich noch irgendwo daheim ein Autogramm rumliegen.
Wo sehen Sie ihre größten Stärken und Schwächen?
Stärken sind auf jeden Fall das Dribbling und die Geschwindigkeit. Ich kann mit Tempo über den Gegner drübergehen und bin in der Box kaltschnäuzig vor dem Tor. Verbessern muss ich mich vor allem noch beim Umschalten und den rechten Fuß beim Abschluss.
Sie hatten in ihrer Jugend sehr viele Verletzungen.
Ja, vor allem in der Akademie waren es wirklich sehr viele. Von drei Jahren dort war ich sicher zwei verletzt. Von Zehenbruch bis zu monatelangen Rückenproblemen. Bis auf das Knie war, glaube ich, alles schon hin.
Woran lag diese Anfälligkeit?
Ich war sehr klein und dünn und bin in diesen Phasen sehr gewachsen und habe zugelegt.
Dann ging alles aber sehr schnell und positiv weiter.
Ja, im ersten Jahr war eigentlich nur vorgesehen, dass ich in der zweiten Mannschaft spiele. Umso dankbarer bin ich jetzt über jede Einsatzminute in der ersten.
Auf was achtet Trainer Damir Canadi bei ihnen besonders?
Dass ich spiele, was ich kann. Dass ich mutig bin und frech spiele, wie ich es immer getan hab – dass ich das nicht verliere. Und speziell die Körpersprache ist ihm bei mir sehr wichtig. Er will sehen, dass ich immer hundert Prozent gebe.
Welche Liga wäre ihr Traum-Karriereziel?
Auf jeden Fall die Deutsche Bundesliga. Ich bin Bayern-Fan und von der Liga sehr angetan. Vor allem als ich noch in der Akademie war, hab ich mir einige Spiele in München live angesehen. Christoph König








