Special Olympics Vorarlberg: Volles Engagement zum Sport für alle

Sport / 06.10.2021 • 14:00 Uhr
Special Olympics Vorarlberg: Volles Engagement zum Sport für alle
Beim Boccia-Training in der Sporthalle der Bludenzer Caritas soll auch ein geselliger Effekt für die Sportlerinnen und Sportler gegeben sein. PAULITSCH

Special Olympics Vorarlberg wollen für gelebte Inklusion in zahlreichen Sportarten sorgen.

Bludenz, Bregenz Wenn am Wochenende der Sparkasse 3-Länder-Marathon über die Bühne geht, wird auch eine Abordnung der Special Olympics Vorarlberg unter den tausenden Zieleinläufern in Bregenz sein. Beim großen Laufereignis am Bodensee werden 13 Läuferinnen und Läufer im Walking-Bewerb über elf Kilometer an den Start gehen. Neben Athleten, Betreuern und Trainern ist Beatrice Amann ebenfalls mit dabei. Die Tschaggunserin leitet nämlich seit Beginn des Jahres die Geschicke der Special Olympics im Ländle als Geschäftsführerin.
„Das Rennen wird sicher eine große Herausforderung für unser Team werden“, ist sich die 45-Jährige wenige Tage vor dem Event der Aufgabe für das Rennen bewusst. Aus diesem Grund werde man die Sportschuhe auch ohne Leistungsdruck schnüren. Die tolle Zusammenarbeit mit den Organisatoren des Marathons beweise aber, „dass die gelebte Inklusion mit viel Engagement umgesetzt wird.“

Der Verband als Institution

Man merkt jedenfalls sofort: Die Special Olympics sind viel mehr, als man vielleicht nach einem Blick auf die alle zwei Jahre stattfindenden Weltspiele vermuten würde. Vielmehr geht es speziell in der Breite um ein laufendes Sportangebot für intellektuell beeinträchtige Menschen. Diese Herausstreichung ist Amann ein Anliegen: „Wir bieten momentan 24 Sportgramme in ganz Vorarlberg an, eben speziell ausgerichtet auf den Breitensport.“ Hierbei werde wöchentlich trainiert, immer unter größtmöglichem Engagement der Athletinnen und Athleten. Der Einstieg sei in jedem Alter möglich, oft beginnen schon Acht- oder Neun-Jährige mit dem Training. Die Altersspanne bleibt groß: „Der älteste Sportler in meinem Boccia-Training ist zum Beispiel 75 Jahre alt“, berichtet Amann. Aktive Vereinsmitglieder gebe es im Moment an die 150.
Für die Sportler seien die regelmäßigen Einheiten eine wichtige Einrichtung: „Das bemerke ich speziell bei den Athleten, mit denen ich eine engere Zusammenarbeit habe.“ Hierbei sei vor allem das hohe Engagement bewundernswert, außerdem „machen sie bei uns extreme persönliche Fortschritte“, denn: „Unsere Athleten können offen sein, wir können uns mit ihnen unterhalten, auch wenn es manchmal sprachliche Barrieren gibt. Das macht der Sport einfach möglich.“

Corona als Euphorie-Bremse

Aus diesem Grund sei auch das plötzliche Eintreten der Pandemie sehr einschneidend gewesen: „Für uns waren die letzten beiden Jahre wirklich sehr hart“, denkt Beatrice Amann an die vergangene Zeit zurück. Es durften keine Trainingseinheiten mehr durchgeführt werden, außerdem wurden viele Athleten aus Schutz vor einer Infektion von ihren Einrichtungen bei sich behalten.
So wünsche sie sich für die nähere Zukunft etwas mehr Planbarkeit mit den Corona-Maßnahmen: „Wir haben uns lange nicht richtig ausgekannt.“ Noch wichtiger erscheint jedoch die persönliche Zielsetzung: „Ich wünsche mir, dass wir den Athletinnen und Athleten Türen öffnen, dass auch sie die Möglichkeiten bekommen, viele Sachen auszuprobieren.“ MAXL