Bundesliga: Der Wiener Schmäh rennt heute nicht

Sport / 25.09.2021 • 11:00 Uhr
Bundesliga: Der Wiener Schmäh rennt heute nicht
Im Dezember vergangenen Jahres wechselte Peter Pacult überraschend zu Zweitligist Austria Klagenfurt. Mit dem Aufstieg im Juli kehrte er nach zehn Jahren Abstinenz auf die Trainerbänke der österreichischen Bundesliga zurück. GEPA

Altach empfängt Aufsteiger Austria Klagenfurt. Es kommt zum ersten Trainerduell zwischen den beiden Wienern Damir Canadi und Peter Pacult.

Altach Die österreichische Bundesliga spielt sich im Moment auf engem Raum ab. Nicht nur auf dem Feld, auch in der Tabelle. Zwischen den Plätzen drei und elf liegen lediglich fünf Zähler. Fünf Mannschaften, darunter auch der SCR Altach, rangieren mit neun Punkten im Mittelfeld. Gegen zwei dieser fünf Teams spielt Altach in den kommenden Wochen: Heute empfängt man in der Cashpoint-Arena Austria Klagenfurt, sieben Tage später ist man bei der Admira zu Gast.

“Damir ist aus dem 22. Wiener Bezirk, ich aus dem 21.. Und die besseren Spieler kamen immer aus dem 21.

Peter Pacult, Trainer SK Austria Klagenfurt

So kommt es zum Trainerduell zweier waschechter Wiener: Peter Pacult (61) aus Floridsdorf (21. Bezirk) und Damir Canadi (51), aufgewachsen in Kaisermühlen, dem heutigen 22. Bezirk, stehen sich gegenüber. Obwohl beide sowohl als Spieler als auch als Trainer bis heute nie die Klingen gekreuzt haben, findet man einige Parallelen in ihrem sportlichen Werdegang: Beide haben Rekordmeister Rapid Wien trainiert. Pacult war es auch, der die Hütteldorfer zum letzten Meistertitel (2008) führte, damals mit einem 3:1-Heimsieg gegen Altach.

Zudem sind Pacult und Canadi unweit voneinander aufgewachsen: „Damir kenne ich schon lange. Er ist mir als junger, richtig guter Kicker beim Favoritner AC aufgefallen. Heute schätze ich ihn als Trainerkollegen. Wir haben auch ähnliche Gedanken und Auffassungen bezüglich des Fußballs“, so Pacult, der aber gleich mit einem Augenzwinkern wissen lässt, worin der ganz große Unterschied zu finden ist: „Naja, er ist aus dem 22., ich aus dem 21. – die besseren Kicker sind schon immer aus dem 21. Bezirk gekommen.“

Durchwachsene Erinnerungen

Seine persönliche Bilanz gegen den SCR Altach ist „durchwachsen“. Sieben Siege, drei Remis und fünf Niederlagen stehen für Trainer Pacult zu Buche: „Das hat einfach damit zu tun, dass es vor allem in Altach immer schwer zu spielen war. Genauso erwarte ich es mir wieder“, erklärt der, der im April 2009 das letzte Mal gegen die Rheindörfler auf der Trainerbank saß (1:1).

Mit Boris Prokopic steht zudem ein alter Bekannter des aktuellen Klagenfurt-Trainers in den Reihen der Altacher. „Boris hab ich damals 2007 zu Rapid geholt. Ich war immer begeistert von seinen technischen Fähigkeiten. Mich freut es, ihn wiederzusehen und dass er wieder zu Altach in die Bundesliga zurückgekehrt ist“. Der 33-jährige Mittelfeldspieler steht nach einer kleinen Muskel-Läsion – ebenso wie Torhüter Tino Casali – wieder im Kader.

Bundesliga: Der Wiener Schmäh rennt heute nicht
Altachs Boris Prokopic (l.) 2008. Damals spielte er unter Trainer Peter Pacult bei Rapid. APA

Um aber Punkte aus Altach zu entführen, werden alte Bekanntschaften kurzzeitig auf Eis gelegt, stellt Pacult klar: „Wir werden auf kompakte und defensiv gut eingestellte Altacher treffen. Wir werden viel Geduld und Ruhe, aber auch das Quäntchen Glück brauchen, um hier etwas Zählbares mitnehmen zu können“, betont der Austria-Coach, der die Kärntner in der letzten Saison zurück in die höchste Spielklasse führte.

Altachs Zielsetzung ist klar

Auf der anderen Seite gibt Altach-Trainer Damir Canadi die Marschrichtung klar vor: „Wir haben uns Ziele gesteckt, wollen unbedingt gewinnen“. Die Pacult-Hypothese der defensiv stark stehenden Altachern bestätigt er („Bei der Austria waren wir sehr stabil, haben wenig zugelassen“), gleichzeitig betont er aber, dass seine Mannschaft mehr Torchancen kreieren müsse: „Im Umschaltspiel haben wir die Räume oft nicht gut bespielt. Natürlich hätten wir uns gerne die eine oder andere Chance mehr erarbeitet.“

Das wäre hilfreich, um das angepeilte Ziel des Sieges zu erreichen. Anpfiff in Altach ist um 17 Uhr. Markus Krautberger, Maximilian Werner

Fußball

Admiral Bundesliga 2021/22, 9. Spieltag

Cashpoint SCR Altach – SK Austria Klagenfurt heute

Altach, Cashpoint-Arena, 17 Uhr, SR Dieter Muckenhammer (OÖ), live auf Sky Sport Austria

Teamnews

Cashpoint SCR Altach

Aufstellung (5-3-2): Casali; Bukta, Zwischenbrugger, Dabanli, Ndiaye, Edokpolor; Thurnwald, Haudum, Schreiner; Reiter, Nuhiu

Ersatz: Kobras; Strauss, Aigner, Prokopic, Bischof, Meilinger, Krizman

Es fehlt: Odehnal (Muskelverletzung)

SK Austria Klagenfurt

Aufstellung (4-2-3-1): Menzel; Paul, Mahrer, Wimmer, Schumacher; Cvetko, Gemicibasi; Timossi Andersson, Greil, Rieder; Pink

Ersatz: Moser; Roberts, Jarits, Saravanja, Markelic, Maciejewski, Amanda, Hütter

Es fehlen: Blauensteiner (Adduktoren), Gkezos (Knöchel), Moreira (nach Knöchel-OP), Miesenböck (Adduktoren), Pecirep (Muskelverletzung)