Deshalb ist der FC Wolfurt das Team der Stunde in der VN.at-Eliteliga

Hunger, Glück und eine Serie. Der Underdog aus der Hofsteiggemeinde steht überraschend auf Platz eins.
Wolfurt Wenn’s läuft, dann läuft’s. Und beim FC Wolfurt – da läuft’s aktuell perfekt. Mit 19 Punkten hat sich die Mannschaft aus dem Hofsteig, doch etwas überraschend, an die Tabellenspitze der VN.at-Eliteliga gesetzt. Im Schatten der großen Aufstiegsaspiranten hamsterte Wolfurt Woche für Woche wichtige Punkte und ist bereits seit sechs Spielen siegreich.
„Die größte Gefahr ist, wenn sich ein Zufriedenheitsgefühl einstellt.“
Joachim Baur, Trainer FC Wolfurt
An der Seitenlinie vertrauen die Wolfurter seit Sommer 2018 auf Joachim Baur (42), im Dezember verlängerte der Deutsche seinen Vertrag bis Juni 2022. Neben Stipo Palinic (Rankweil) und Dominik Visintainer (Röthis, zunächst allerdings im Doppel mit Spielertrainer Mario Bolter) ist er der einzige Coach, der seit der Eliteliga-Premierensaison an der Linie steht. Auf die Erfahrung in Vorarlbergs höchster Amateurspielklasse möchte er die aktuellen Erfolge aber nicht schieben, wie er lachend verneint. „Ich glaube, dass es – sowohl bei Rankweil, als auch bei uns – einfach daran liegt, dass wir einen Lauf haben und weitgehend von Verletzungsproblemen verschont sind“. Dass kein verletzter Spieler zu beklagen sei – „Das habe ich als Trainer eigentlich noch nie gehabt.“ Baur, im zivilen Leben Schornsteinfeger, scheint derzeit seiner im Aberglauben verankerten Aufgabe als Glücksbringer nachzukommen.
Die Gier beibehalten
Generell möchte der 42-Jährige seine Rolle aber nicht überhöhen – schlussendlich seien Trainer dann doch ein viel kleineres Rädchen im Fußball, als es immer dargestellt werde. „Entscheidend ist meiner Meinung nach der Spirit der Mannschaft.“ Und der passt aktuell. Nicht umsonst stellt man gemeinsam mit Bregenz die beste Defensive der Liga (neun Gegentore), nicht umsonst wurde das erste Hofsteig-Derby seit mehr als zwei Jahren locker mit 3:0 gewonnen. „Wichtig ist, ob du eine eingeschworene Truppe hast, bei der jeder für den anderen kämpft, oder ob jeder sein eigenes Süppchen kocht.“ Eigene Süppchen werden bei Wolfurt aktuell keine gekocht, hungrig bleiben wollen sie dennoch. „Die größte Gefahr ist, wenn sich ein Zufriedenheitsgefühl einstellt. Wir müssen weiter gierig bleiben“, gibt Baur die Marschrichtung aus. Und auch wenn noch nicht einmal die Hälfte des Grunddurchgangs absolviert ist und die Wolfurter, wie bereits nach dem Sieg gegen Lauterach angekündigt, am Boden bleiben wollen. „Wenn wir es mit dem Kader schaffen, dann wollen wir das natürlich“, so Baur nach einem derzeit recht hypothetischen Regionalliga-Szenario gefragt. Und weiter: „Wer mich kennt, der weiß, dass ich freiwillig nicht einen halben Punkt abgebe.“ FB







