Bundesliga: Fünfzehn Minuten Dominanz reichten Altach nicht

Sport / 29.08.2021 • 15:40 Uhr
Bundesliga: Fünfzehn Minuten Dominanz reichten Altach nicht
Nach der ersten Viertelstunde war der WAC zu schnell für die Altacher, die die Kontrolle über das Spiel immer mehr an die Kärntner abgeben mussten. GEPA

Gegen den Wolfsberger AC muss die Canadi-Elf eine 1:2-Heimniederlage hinnehmen.

Altach Zweifach verändert im Gegensatz zum 0:0 bei der WSG Tirol vor einer Woche stellte Trainer Damir Canadi seine Altacher auf: Für Samuel Mischitz rechts hinten lief Csaba Bukta auf, Offensiv-Mann Manuel Thurnwald stand an Stelle Sandi Krizmans auf dem Platz. Gegen den Wolfsberger AC versuchte es Damir Canadi zu Beginn mit einer Fünfer-Abwehrreihe, in Ballbesitzphasen wurden die Außenverteidiger Bukta und Edokpolor nach vorne mitgezogen.

Fußball

Tipico Bundesliga, 6. Spieltag

Cashpoint SCR Altach – Wolfsberger AC 1:2 (1:2)

Cashpoint-Arena, Altach, 3518 Zuschauer, SR Andreas Heiß (T)

Torfolge: 5. 1:0 Nuhiu, 43. 1:1 Baribo, 44. 1:2 Röcher

Gelbe Karten: 56. Netzer (Altach), 68. Dedic (beide Foulspiel), 72. Lochoshvili (beide Wolfsberg), 73. Nuhiu (beide Unsportlichkeit/Altach), 81. Baumgartner (Wolfsberg), 90./+5 Dabanli (beide Foulspiel/Altach)

Rote Karten: Fehlanzeige

Cashpoint SCR Altach (5-3-2): Casali (86. Kobras); Bukta (59. Krizman), Haudum, Dabanli, Zwischenbrugger, Edokpolor (63. Prokop); Thurnwald, Strauss (46. Netzer), Schreiner (59. Prokopic); Reiter, Nuhiu

Wolfsberger AC (4-1-3-2): Kofler; Dedic, Baumgartner, Lochoshvili, Scherzer; Leitgeb; Taferner (84. Gugganig), Liendl, Peretz (66. Wernitznig/71. Stratznig); Röcher (84. Vizinger), Baribo (71. Dieng)

Die ersten Minuten der Partie gehörten den Altachern, man kombinierte sich geschickt nach vorne, sog gut wie jeder Ball fand den passenden Anspielpartner. Wie zum Beispiel kurz nach Anpfiff, als die Flügel gemeinsam in Aktion traten. Edokpolor von links, durchgestochen auf Bukta. Der hatte ein Auge für die Situation, hatte Felix Strauss hinter sich, dessen Schuss über den abfälschenden Atdhe Nuhiu den Weg in den Kasten des WAC-Schlussmanns Alexander Kofler fand. 1:0 stand es also nach fünf Minuten, die Freude war groß.

Diese währte aber nicht allzu lange, bereits nach 15 Minuten mussten die Rheindörfler immer mehr die Kontrolle über das Spiel abgeben. Zunächst fand Thorsten Röcher von rechts Tai Baribo gefährlich im Altacher Strafraum (15.), dann kam ein Zusammenspiel von Röcher und Jonathan Scherzer nicht bei Eliel Peretz im Altacher Strafraum an (19.). Nur drei Minuten später wurde Altach knapp vor einem Strafstoß gegen sich bewahrt: Nachdem Röcher von Nosa Edokpolor umgenommen wurde, entschied der Tiroler Schiedsrichter Andreas Heiß auf dem Platz gegen einen Pfiff, auch Video-Assistent Julian Weinberger schritt nicht ein – es war wohl keine klare Fehlentscheidung.

Es ging weiter mit dem Wolfsberger Chancenplus, doch sowohl Thorsten Röcher (24.) und Eliel Peretz (30.) setzten zwei Schüsse über das Altacher Tor. Im Gegensatz zur 43. Minute, als ein Liendl-Freist0ß aus dem Mittelfeld perfekt bei Tai Baribo im Altacher Strafraum landete, der musste nur noch einköpfeln – Schlussmann Tino Casali war chancenlos. Gerade einmal eine Minute später war Altachs Welt auf den Kopf gestellt, der alleinstehende Thorsten Röcher konnte zum 1:2 abschließen, beim Zuspiel von Michael Liendl hob Stefan Haudum die Abseitsstellung auf.

Die Zahlen zum Spiel

Cashpoint SCR Altach – Wolfsberger AC
Schüsse gesamt: 8 – 15

Schüsse auf das Tor: 4 – 7

Ballbesitz: 45,5%– 54,5%

Eckbälle: 9 – 5

Flanken: 9 – 9

Zweikampfquote: 51,6% – 48,4%

Abseits: 1 – 6

Passquote: 68,6% – 75,5%

Fouls: 11 – 9

Auch in Hälfte zwei sollte sich die Altacher Chancenflaute nicht legen. Trotz der offensiveren Ausrichtung mit 3-4-3-System tat sich der SCRA im Spiel nach vorne schwer. Vielmehr spielte der WAC auf, über dessen linke Seite, und zwar über Mittelfeldmann Liendl ging viel. Wie in der 52. Minute, als zunächst Berkay Dabanli zur Entschärfung eines Baribo-Zuspiels ausrücken musste, bevor kurz darauf ein Liendl-Strafstoß fast in einem Leitgeb-Kopfballtor resultierte. Casali rettete auf der Linie. Kurz darauf klingelte es schon wieder vermeintlich im Altacher Tor – Röcher stand jedoch beim Pass in die Spitze knapp im Abseits.

Dann, in der 69. Minute, hatte Altach zum einzigen Mal in Hälfte zwei den Ausgleich auf dem Fuß. Die Flanke von Dominik Reiter auf der rechten Seite landete perfekt bei Sandi Krizman im Strafraum, der eingewechselte Christopher Wernitznig war ihm zu wenig hinderlich. Kofler war für den Kopfball jedoch zur Stelle. Laut wurde es dann in der Altacher Cashpoint-Arena also nicht mehr, nur noch als Martin Kobras kurz vor Schluss für den lädierten Einser-Torwart Tino Casali auf den Platz musste – freudige Sprechchöre über die Einwechslung des 35-Jährigen waren zu hören. Auch ein gezielter Dabanli-Schuss aus der Ferne konnte nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass der WAC in der Schlussphase die Führung durchaus noch hätte ausbauen können.

Aufgrund der Niederlage rutscht Altach auf Platz fünf der Tabelle ab, nach der Länderspielpause geht es am 12. September mit einem Heimspiel gegen die SV Ried weiter, bevor am 18. September die Reise zur Wiener Austria angetreten werden muss. Dann muss mehr Konstanz her, 15 Minuten Dominanz sind zu wenig.