Das Zahlenspiel vor dem Spiel

Sport / 28.08.2021 • 13:00 Uhr
Das Zahlenspiel vor dem Spiel
Jan Zwischenbrugger gehört in Altach seit sieben Jahren zum Stammpersonal. gepa

Altach kann sich am Samstag (17 Uhr) mit einem Sieg über Wolfsberg in der oberen Tabellenregion festsetzen.

Altach Zahlenspiele sind wichtig vor einem Bundesligaspiel, an dessen Ende immer nur die nackte Zahl – sprich das Ergebnis – zählt. Bei SCRA-Trainer Damir Canadi ist es am Samstag (17 Uhr) zu Hause in der Partie gegen Wolfsberg das 120. Mal, dass er in der Liga auf der Trainerbank Platz nimmt. Dabei zeigt es sich, dass der 51-Jährige nicht nur jetzt, sondern schon in seiner ersten Amtszeit sehr stark auf einen Spieler gesetzt hat, auf Jan Zwischenbrugger. Gleich 83 Mal lief der inzwischen 31-Jährige unter Canadi auf. Auch wenn der Bregenzerwälder von sich selbst sagt, keiner zu sein, der verbal zu den Schreihälsen („Das ist nicht meine Art und wird es auch nicht werden“) gezählt werden kann, so ist er sich seiner Rolle durchaus bewusst. „Ich versuche im Training mit Einsatz und Willenskraft voranzugehen.“ Von Canadi aus Ried nach Altach zurückgeholt, entwickelte sich der einstige Mittelfeldspieler zum extrem stabilen Innenverteidiger. Das soll auch so bleiben, wie der Trainer sagt. Auch wenn nun mit Pape-Alioune Ndiaye ein weiterer Linksfuß als Innenverteidiger geholt wurde. „Weil Philipp Netzer im Mittelfeld eingeplant ist“, stellt Canadi klar.

„Sieben Punkte geben Selbstvertrauen,
aber ausruhen gilt nicht, wir müssen drauflegen.“

Jan Zwischenbrugger über den gelungenen Saisonstart

Fussball

Admiral Bundesliga, 6. Spieltag

CASHPOINT SCR ALTACH

AUFSTELLUNG (4-4-2) Casali; Thurnwald, Dabanli, Zwischenbrugger, Edokpolor; Reiter, Strauss, Haudum, Schreiner; Nuhiu, Krizman

ERSATZ Odehnal; Prokop, Mischitz, Netzer, Meilinger, Bukta, Prokopic

ES FEHLT Abdijanovic (rekonvaleszent)

WOLFSBERGER AC

AUFSTELLUNG (4-1-3-2) Kofler; Dedic, Baumgartner, Lochoshvili, Scherzer; Leitgeb; Taferner, Liendl, Peretz; Röcher, Baribo

ERSATZ Kuttin; Henriksson, Gugganig, Stratznig, Schöfl, Wernitznig, Dieng, Vizinger

ES FEHLEN Novak, Sprangler (beide verletzt)

Die junge Garde

Den Abgang von Stürmer Daniel Nussbaumer (21) in die zweite Liga in Portugal zu Académico Viseu FC kann er Positives für den Verein abgewinnen. „In Altach versuchen wir, Spieler zu entwickeln, wir bieten ihnen die Plattform.“ Eine Notwendigkeit, in der Offensive in den letzten Transfertagen noch einmal tätig zu werden, sieht er nicht. „Wir haben mit Krizman, Nuhiu und Reiter sowie Bischon und Abdijanovic fünf Stürmer im Kader.“ Gerade Letztere zählen zu den jungen Hoffnungsträgern. Noah Bischof (18) kehrt nach seiner Verletzungspause ins Aufgebot für die Juniors zurück, bei Amir Badijanovic (20) ist die Rückkehr für die Zeit nach der anstehenden Länderspielpause geplant.
Zur jungen Garde im SCRA-Dress zählt auch der Lochauer Samuel Mischitz. Vor einer Woche feierte er sein Debüt in der Bundesliga. „Der Trainer hat es mir zwei Tage vor dem Spiel gesagt“, erzählt der Rechtsverteidiger, der den verletzten Manuel Thurnald (23) – ist wieder fit – in Innsbruck gegen die WSG Tirol vertreten hat. „Es war ein geiles Gefühl“, erinnert er sich noch gut an die Worte des Trainers. Seine Vorfreude sei riesengroß gewesen, zumal er sich nicht zu den Typen zähle, die Nervosität verspüren. Am Platz selbst hätten ihm die Mitspieler extrem geholfen und ihn immer wieder gepusht. Zudem habe er selbst anfangs versucht, Sicherheit in seine Aktionen zu bringen. „Ich bin echt dankbar, dass der Trainer mir vertraut hat.“


In der Rolle als Backup für Thurnwald fühlt sich der 18-Jährige im Moment gut aufgehoben. Sein Ziel ist es dennoch, so viele Einsatzminuten wie möglich zu erhalten. „Ich versuche einfach mein Bestes zu geben“, lautet seine Devise. Dazu gehört für ihn auch, von den Routiniers im Training und Spiel zu lernen. Gelernt hat Mischitz in seinen jungen Jahren schon einiges. Kein Wunder, hat er im Nachwuchs des SV Lochau doch als Offensivspieler begonnen. Nach dem Wechsel in die Akademie Vorarlberg folgte die Umorientierung auf die Zehnerposition, um nur wenig später auch in der Sechserrolle Erfahrung zu sammeln. Und wie passierte die Umschulung zum Rechtsverteidiger? „Das passierte im Nationalteam“, erzählt Mischitz – „und es ist mir geblieben.“