Paralympics Tagebuch (3) von Thomas Flax: Deshalb ist Warten nichts Neues

Das Warten gehört zum Tennissport dazu. Was sonst recht mühsam und anstrengend ist, ist hier bei den Paralympics halb so schlimm. Zwar fühlen sich die Temperaturen von knapp an die 40 Grad irgendwie unmenschlich an, aber die Sportanlagen hier in Japan sind auf allerhöchstem Niveau und das Verweilen bis zum Match-Start ist einfach unterhaltsam und kurzweilig – es macht richtig Spaß. Weitläufige Players-Lounches, Unterhaltung beim Tischtennis, Fitnessanlagen, alles temperiert, sehr nette Volunteers sowie hilfsbereite Angestellte hier bei den Spielen – und überall gibt es gutes und gesundes Essen. So sind eigentlich alle Spieler ganz entspannt, auch wenn aufgrund der Hitze die Spiele von 11 Uhr vormittags auf 17 Uhr nachmittags verlegt wurden. Gespielt wird dann unter Flutlicht, weil es hier bereits ab 18 Uhr dunkel wird. Hier haben alle elf Match-Courts beste TV-Bedingungen und entsprechend gutes Licht. Es wird also richtig spannend, bei einer „Night Session“ zu spielen. Die Zeit habe ich mir vertrieben mit dem Zuschauen bei meinem Kollegen Martin Legner am Center-Court. Er hatte gegen den Chinesen zwar keine Chance, dennoch genoss ich das Flair, auf so einem Platz „Rollstuhltennis“ eines guten Freundes zu sehen. Das mitzuerleben ist einfach einmalig und werde ich so schnell nicht vergessen.
Einschlagen war heute bereits um 10 Uhr. Dementsprechend war schon um 6:30 Uhr Tagwache. Nach dem gemeinsamen Frühstück in der „Main Dining Hall“ – ca. zehn Minuten Fußweg entfernt) – ging es für das gesamte Team anschließend wieder rüber zur Haupt-Allee, auf der die Shuttle-Busse fahren. Weitere zehn Minuten dauerte es mit dem Bus ins Ariaki-Stadion mit dem Center-Court. Mit Golfwagen wurden wir Rollstuhlfahrer in die Warm-up-Area gebracht, wo man sich dann entsprechend aufwärmen, aktivieren und mobilisieren konnte. Dann nichts wie raus in die Hitze, auf die Plätze zum Einschlagen. Und wie gesagt, am Abend dürfte es wieder zum Spielen gehen und dann hoffe ich, dass ich eine gute Partie hinlege gegen den Südafrikaner Evans Maripa. Aber wie bereits erwähnt, in der Partie bin ich der Underdog und möchte einfach gut performen und mich nicht von vornherein geschlagen geben.


